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Beitragvon Kejoro » 16 Dez 2018 14:20
Hallo,

unbekannt1984 hat geschrieben:Also bei richtiger Geringfilterung kann man die Filtermedien wohl noch ein bisschen weiter reduzieren - und die Pumpenleistung für meinen Geschmack ebenfalls.
Beschreib doch mal, was du mit den einzelnen Maßnahmen erreichen willst, mir ergibt sich da (noch) kein Sinn daraus.

netwolf hat geschrieben:Das Rumstochern im Sand heb ich mir bis vor den nächsten WW auf, da ich davon ausgehe danach ziemlich viel Dreck im Wasser/Becken zu haben.
Da bin ich gespannt, was mitkommt :D
Du kannst auch einen Blumentopf nehmen und den zeitweise mit frischem Sand füllen und dann Rotala und P. erectus reinsetzen. Bis die Anubien und Cryptos reagieren, kann es eine ganze Weile dauern. Wenn Rotala und P. erectus vernünftig wachsen, kann der Rest es auch.
Wenn die Pflanzen im Topf nichts werden, dann liegt's nicht mehr am Boden und ich bin ratlos.
Nährstoffmäßig steht das Becken üppig da. Da ändern auch die 2 Schwämme nicht viel :pfeifen: Aber weitere Reduktion ist in bakterieller Hinsicht erstrebenswert.

Schöne Grüße
Kevin
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Beitragvon unbekannt1984 » 16 Dez 2018 16:16
Hallo Kevin,

Kejoro hat geschrieben:Beschreib doch mal, was du mit den einzelnen Maßnahmen erreichen willst, mir ergibt sich da (noch) kein Sinn daraus.

also zum Thema Reduktion von Filtermedien verweise ich mal auf Geringfilterung – der Thread ... :P

Was den Austausch der Pumpe angeht: Erwartest du hierdurch negative Folgen für das Aquarium? Wenn man davon ausgeht, das durch geringeren Filterdurchsatz weniger Harnstoff (Urea), Ammonium, Nitrit und andere Stoffe (pro Zeiteinheit) in den Filter gelangen, aber ausreichend Sauerstoff vorhanden ist, was würde dies für die Bakterien im Filter bedeuten?
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

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Beitragvon Kejoro » 16 Dez 2018 16:53
Hi Torsten,

beim Thema Geringfilterung bin ich mit dir.
Aber die Reduktion des Durchsatzes ist nicht gut, bzw. kontraproduktiv.

Wenn man davon ausgeht, das durch geringeren Filterdurchsatz weniger Harnstoff (Urea), Ammonium, Nitrit und andere Stoffe (pro Zeiteinheit) in den Filter gelangen, aber ausreichend Sauerstoff vorhanden ist, was würde dies für die Bakterien im Filter bedeuten?
Es kann nicht immer davon ausgegangen werden, dass genug Sauerstoff vorhanden ist^^ Je langsamer das Wasser durch das Medium fließt, umso dicker wird die laminare Grenzschicht und bereits nach wenigen hundert µm gibt es bereits keinen Sauerstoff (S.16) mehr darin.
Zudem gibst du den Bakterien mit einem geringeren Durchsatz viel mehr Zeit, Nährstoffe aufzuschließen, was der Geringfilterung gänzlich widerspricht (Filtereinflüsse minimieren).

Vielleicht noch ein Beispiel aus meinem 12l Becken. Da war bis vor kurzem noch ein Aquael-Mini-Pat drin mit einem Ansaugschutz (Schwamm 20ppi). Lies ich ihn auf voller Stufe laufen (300lph nach Hersteller) und bin auf die andere Stufe gegangen (100-150lph), dann passierte nichts. Andersherum wurde das Becken für wenige Tage lang trüb.
Das selbe passierte, wenn ich die Pumpe ausgeschaltet habe.
Daraus schließe ich, dass die Filterleistung zunimmt, je langsamer das Wasser durch den Schwamm fließt.

Schöne Grüße
Kevin
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Beitragvon unbekannt1984 » 16 Dez 2018 21:04
Hallo Kevin,

Kejoro hat geschrieben:Aber die Reduktion des Durchsatzes ist nicht gut, bzw. kontraproduktiv. ...
Je langsamer das Wasser durch das Medium fließt, umso dicker wird die laminare Grenzschicht und bereits nach wenigen hundert µm gibt es bereits keinen Sauerstoff (S.16) mehr darin.

die Durchflussmenge alleine macht noch keine (Fluss-)Geschwindigkeit. Hier kommt es darauf an, wie die Filtermedien angeordnet sind, so stehen die Filterschwämme bei o.g. Juwel Bioflow Super hochkant und werden von oben nach unten durchflossen.

Von daher ist die laminare Grenzschicht kein unlösbares Problem (sofern Sie überhaupt zum Problem wird).

Zudem gibst du den Bakterien mit einem geringeren Durchsatz viel mehr Zeit, Nährstoffe aufzuschließen, was der Geringfilterung gänzlich widerspricht (Filtereinflüsse minimieren).

Ja, die Kontaktzeit mit Filtermedien ändert sich, wenn man durch ein gleichbleibendes Volumen (von Filtermedien) einen geringeren Durchfluss hat.

Allerdings kommt überhaupt weniger Nahrung für die Bakterien in den Filter, wodurch der Filter als Parkplatz an Attraktivität verliert und das entspricht doch der Geringfilterung - die Bakterien aus dem Filter in das Aquarium zu verlagern.
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

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Beitragvon nik » 17 Dez 2018 13:22
Hallo zusammen,

man kann sich bezüglich Filterleistung in der Menge des Filtersubstrates, der Durchflussgeschwindigkeit, wievielfaches Beckenvolumen, laminarer Grenzschicht und was sonst so noch unerwähnt blieb, wunderbar eine eigene persönliche Sicht stricken, bringt aber objektiv nur mäßig weiter. Ich tendiere zu Kevins Ausführungen mit der Konklusion, dass ein langsam durch das Filtersubstrat strömendes Wasser vom immer hungernden Biofilm intensiver "ausgelutscht" wird als ein schnell strömendes Wasser. Letztendlich habe ich mir das in der Praxis angesehen und das führte dazu Filterleistung über die Menge Siedlungsfläche zu limitieren und nicht über den Durchsatz - weil dessen Reduktion eine zweifelhafte Geschichte ist. Die Limitierung in Platzangebot ist eine relativ klare Sache. Mit dem Durchsatz halte ich es eher schlicht. Üblicherweise blasen passend dimensionierte Filter die Pflanzen nicht waagrecht durchs Becken und Strömung ist grundsätzlich bezüglich Nährstoffverteilung schon günstig, also lasse ich die Filter immer ungebremst laufen und limitiere Filterleistung immer über das Platzangebot.

In den üblichen Pflanzenbecken braucht es oft gar kein zusätzliches Filtersubstrat, sodass das Becken nur mehr oder weniger gerührt wird. Das kann nominal schon weniger als ein üblicher Filter sein. Mein 182 l Becken habe ich mit effektiv schlappen 300 l/h gerührt, allerdings mit einem die Strömung verteilenden Hydor BioFlo mini. Den Schwamm verwendete ich nur bei Bedarf, Kahmhaut zum Beispiel.

Da man bei der Geringfilterung schon ein Auge auf den Effekt der praktizierten Filterung haben sollte und die nicht nur Richtung mehr, auch Richtung weniger Substrat überprüfen sollte, kann man das Theoretisch auch über den Durchsatz machen. Ich neige dazu anzunehmen, dass man eine vorhandene Mikroflora nicht über Durchsatzverringerung verringern kann. Letzendlich resultierten dann vom vorhandenen Platzangebot im Filter ungenutzte Flächen - und dafür müsste das vorbeifließende Wasser schon sehr mager sein und das ist im Pflanzenbecken überhaupt nicht die Absicht. Ich lasse mich gerne überzeugen, aber nach meinen Erfahrungen rate ich von der Regulierung über den Durchsatz ab. Hatte ich für mich schon abgeschlossen - was nichts weiter bedeutet. ^^

Gruß Nik
So wenig [füge hier eine beliebige beinflussende Maßnahme ein] wie nötig.

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Beitragvon unbekannt1984 » 17 Dez 2018 14:48
Hallo Nik,

auf die Gefahr das ich dich jetzt so leicht nerve:
nik hat geschrieben:Ich tendiere zu Kevins Ausführungen mit der Konklusion, dass ein langsam durch das Filtersubstrat strömendes Wasser vom immer hungernden Biofilm intensiver "ausgelutscht" wird als ein schnell strömendes Wasser.

Was verstehst du jetzt genau unter langsamen Wasser?

Ich würde darunter den HMF als Beispiel anführen, mit seinen 5 bis 10cm/min. Anströmgeschwindigkeit. Mal eine kleine Rechnung dazu (ich bleibe bei den 300l/h, da du diese Größe erwähnt hast und es auch die fragliche Pumpengröße für Wolfgang wäre):
300 l/h entspricht 5l/min. also 5.000cm^3/min.
Mit o.g. 5 bis 10cm/min. Anströmgeschwindigkeit wäre man also bei 500 bis 1.000cm^2 Oberfläche der Filtermatte dabei.
Davon sind wir mit den nicht ganz 100cm^2 (genauer 90,25cm^2) der verwendeten (liegenden) Filterschwämme noch ein ganz gutes Stück entfernt.

Auch der Eheim Classic 150 (2211) ist mit 300l/h angegeben. Hier habe ich eine Angabe zum Innendurchmesser (und damit auch Durchmesser der Filterschwämme) von 11cm gefunden.
Damit ergibt sich eine Oberfläche von ziemlich genau 95cm^2.

Unter dem Punkt wie stark das Wasser vom Filtermedium ausgelutscht wird, sind wir wieder bei der Kontaktzeit - und Die kann man über mehr oder weniger Filtermedium beeinflussen.

Mein 182 l Becken habe ich mit effektiv schlappen 300 l/h gerührt, allerdings mit einem die Strömung verteilenden Hydor BioFlo mini.

Womit du grob die Aussage "minimal 1 bis 2 mal Wasservolumen pro Stunde" als ausreichend bestätigst.
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

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Beitragvon Kejoro » 17 Dez 2018 16:47
Hi Torsten,

unbekannt1984 hat geschrieben:Allerdings kommt überhaupt weniger Nahrung für die Bakterien in den Filter, wodurch der Filter als Parkplatz an Attraktivität verliert und das entspricht doch der Geringfilterung - die Bakterien aus dem Filter in das Aquarium zu verlagern.
und das passt schonmal nicht, da das Wasser vorher wie nachher noch genügend Nährstoffe haben wird^^ Sonst könnte man sich die Osmoserei sparen.
Die Menge an Bakterien im Filter kann man wunderbar über die Pumpleistung steuern! Überlege dir mal, wie deine Vermutungen mit meiner Praxis zusammenpassen.
Kejoro hat geschrieben:Vielleicht noch ein Beispiel aus meinem 12l Becken. Da war bis vor kurzem noch ein Aquael-Mini-Pat drin mit einem Ansaugschutz (Schwamm 20ppi). Lies ich ihn auf voller Stufe laufen (300lph nach Hersteller) und bin auf die andere Stufe gegangen (100-150lph), dann passierte nichts. Andersherum wurde das Becken für wenige Tage lang trüb. Das selbe passierte, wenn ich die Pumpe ausgeschaltet habe.
Diese Art der Trübung konnte ich auch mit zu viel Futter provozieren, was ein gutes Indiz für eine temporäre organische Überbelastung ist.

unbekannt1984 hat geschrieben:Unter dem Punkt wie stark das Wasser vom Filtermedium ausgelutscht wird, sind wir wieder bei der Kontaktzeit - und Die kann man über mehr oder weniger Filtermedium beeinflussen.
Darüber habe ich nochmal genauer drüber nachgedacht. Ich meine, es hängt nur von der Menge an im Filter sitzenden Bakterien ab.
Wie komme ich darauf?
Gehen wir davon aus, dass das Filtermedium linear durchflossen wird, d.h. vorne rein, hinten raus.
Die Nährstoffkonzentration wird abfallen, je "mehr" Filter durchflossen ist. Die Menge an Bakterien hängt direkt von der Nährstoffkonzentration ab (mehr Nahrung, mehr Masse). Wird die Strömung (im Filter) erhöht, gibt es faktisch mehr Nahrung. Würde einen Massenzuwachs bedeuten. Auch der Nährstoffgradient verliefe vorerst flacher, bis sich die entsprechende Menge an Bakterien wieder gebildet hat.
Entspricht soweit Torstens Überlegungen.
Nun weiß ich aber aus meinem kleinen Test, dass eine erhöhte organische Belastung zur Trübung führt, die nach wenigen Tagen wieder weg geht. Da liegt es nahe, dass die Anzahl der Bakterien im Biofilm wieder wieder aureichend wird. Das Becken trübt, wenn der Durchfluss von gering (hohe Bakterienmasse im Schwamm) auf höher (weniger Biomasse im Schwamm-> Ausweichen ins Wasser) geht! Andersherum ist nichts zu beobachten. Würde ins Modell passen, wenn die Biomasse bei zunehmender Strömung abnimmt!
D.h. der Biofilm kann über die Strömung abgetragen werden, womit der Einfluss minimal wird.
Klar, das gilt es noch zu diskutieren. Das Maß hierfür, sollte aber die Praxis sein. Wenn neue Gedanken vorhanden sind, dann sollte das durch Experimente verifiziert werden. Der Rest ist unaussagefähiger Firlefanz.

Aber du kannst uns hier gerne eines Besseren belehren, indem du deine Erfahrungen bzgl. der Geringfilterung mit höherem und geringerem Durchsatz ausführst und zeigst.

Womit du grob die Aussage "minimal 1 bis 2 mal Wasservolumen pro Stunde" als ausreichend bestätigst.
Er gibt nur eine "neue" obere Schranke für die minimal-nötige Durchflussmenge :D
Mit mehr Pumpleistung gibt es keine Probleme, wie du sie siehst... Es gibt da auch keine binäre Schwelle. Der Übergang zwischen schnell und langsam fließend ist, wie das Adjektiv schon suggeriert, fließend. Zu sagen "Das ist schnell und das ist langsam" muss im Einzelfall betrachtet werden. Weniger Durchfluss führt in jedem Fall zu mehr Filterwirkung.

schöne vorweihnachtliche Grüße :santa:
Kevin
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Beitragvon Biotoecus » 17 Dez 2018 19:59
Moin,

man sollte eventuell versuchen verschiedene Filtermodelle auch getrennt zu betrachten.

Ein HMF besitze eine große angeströmte Oberfläche, hat aber wenig Tiefe.
Matten von 3-6cm sind sehr oft anzutreffen.
Und was für ein Fischaquarium wichtig ist, passiert in der Matte auf dem ersten Zentimeter Mattenstärke.

Bei einem Aussenfilter wird die erste angeströmte Oberfläche durch den Filtertopf vorgegeben.
Manche Modelle haben oben Vorfiltermatten und fangen dann von unten mit Tonröhrchen an und anschliessend werden dann Matten verwendet.
Das bringt natürlich Anströmgeschwindigkeiten, die weit jenseits eines HMF liegen.
Nur werden im Topffilter die Bakterien ganz anders positioniert sein.
Und wenn ein Durchlauf nicht reicht:
Nach dem Filter ist vor dem Filter!

Ein schnell durchströmter Topffilter kann also nich einem HMF gleichgesetzt werden.
Verringert man also die Durchströmgeschwindigkeit oder auch den Durchfluss eines Topffilters ohne die Filtermaterialmenge zu ändern verändert man direkt seine Abbauleistung verschiedenster Stoffe.

Genau so ist es beim HMF.
Verändert man nur die Pumpenleistung bei einer fixen Mattengröße, veröändert man auch die Abbauleistung.
Ob ich einen HMF nun mit 5, 10 oder 100 Liter die Stunde pro cm² anströme verändert sein Profil.
Nur auch da tgüldet wieder:
Nach dem Filter ist vor dem Filter!

Und nun kann man sich mal Gedanken darüber machen warum eigentlich alle Filter gleich gut funktionieren wenn man sie über die Zeit an die Gegebenheiten anpasst.

Beste Grüße
Martin
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Beitragvon kurt » 18 Dez 2018 12:57
Hallo zusammen,

Biotoecus hat geschrieben:Nach dem Filter ist vor dem Filter!

Und nun kann man sich mal Gedanken darüber machen warum eigentlich alle Filter gleich gut funktionieren wenn man sie über die Zeit an die Gegebenheiten anpasst.

Jaaa…
Bezug auf Besatz, Fische, Garnelen, Schnecken, im Zusammenhang Fütterung.
Im Aquarium sind nicht nur aufsitzende Mikroorganismen (Biofilm) für klares Wasser zuständig.
Viele Mikroorganismen befinden sich im freien Wasser auch wenn das Wasser ganz klar aussieht.
Aquarienwasser über Mikrofaser filtriert und Mikroskopisch untersucht macht das sichtbar.
Wasserbelastung, Schwebstoffe.
Es befinden sich genügend Algensporen im Wasser, im passenden Moment werden sie zur Plage.
Ursache, Auswirkungen sind hier im Forum in vielen Berichten über Algenprobleme zu lesen.
Die richtige Filterung muss also für jedes Aquarium angepasst werden,
ein gesunder starker Pflanzenwuchs unterstützt hier den Balanceakt.
Oft beschriebene stark und schnell verstopfte Filter bei Feinfilterung sind logisch,
es muss dann entsprechend oft die Feinfilterschicht gereinigt oder eine neue einsetzt werden.
Ein Aquarium funktioniert einfach nicht wenn Licht-Pflanzen, Besatz- Filterung falsch abgestimmt sind.
Grobe, wenig Filterung funktioniert nur mit viel Pflanzen wenig Besatz.
Wieviel Zeit für Aquaristik bzw. Arbeit man investieren will sollte bei allem immer mit berücksichtig werden. :wink:
Gruß Kurt
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Beitragvon nik » 18 Dez 2018 13:02
Hallo zusammen,

Martin hat Recht: nach dem Filter ist vor dem Filter! Es ist ein gegebenes Wasservolumen auf das ständig durch die Filterung eingewirkt wird. Filterung wirkt ständig nährstoffverarmend und da ist es im Grunde wurscht wie das im Detail im Filter abläuft. Mit Durchfluss kommt man da auch nicht weiter, sinnvoller wäre es Biofilm zu "zählen", denn es gibt eine direkte Abhängigkeit von einer Menge Nahrungsangebot zu einer Menge Biofilm - aber wer kann das quantifizieren oder schon nur sagen, wie (unterschiedlich) dicht wird eine bestimmte Filterfläche besiedelt.
Mattenfilter unterscheidet sich vor allem darin, dass er über die erhebliche Menge gebildeten Schlamms selbst zum Nährstoffpuffer wird. Vermutlich lässt eine reife Matte in den Eigenschaften sich recht gut mit tonigen Soils vergleichen.
Geringfilterung ist ein anderer Ansatz! Im Grunde nur gewährleistete Nitrifikation! Keine Pufferung! Möglichst geringe Einflüsse auf zugegebene Nährstoffe - und eine entsprechend direkte und schnelle Wirkung bei Nährstoffveränderungen. Stabilität bekommt das Ganze über die Mikrobiologie. Dann spielen auch Nährstoffkapriolen lange nicht mehr so die Rolle. Ein älteres ungefiltertes Becken ist durchaus auch nicht mehr in Nährstoffen ungepuffert, aber eben bewusst so wenig wie möglich. Trotzdem kann man ein reifes ungefiltertes Becken wochenlang völlig unversorgt stehen lassen, ohne dass das sonderliche Schäden nach sich zieht. Die sind leicht behebbar. Das sind Becken die lange unberührt stehen bleiben können! Pflanzen trimmen, Düngen, Mulm beim Wasserwechsel absaugen - wenn man Wasser wechselt - das war 's.
Filterung und Mikrobiologie hängen insofern zusammen, als dass Filterung zu einer Konzentration von Mikrobiologie führt. Kann man machen, mir ist es unerwünscht, ich will diese Vorgänge lieber nutzbar im Aquarium haben, z.B. wurzelnah statt im Filter nährstofffällend und irgendwann wieder mehr oder weniger rücklösend. Ein gescheiter Filter muss über lange Zeiträume nicht angefasst werden. Das erreicht man am idealerweise im mäßig besetzten Pflanzenbecken ohne Substratfilterung, nur gerührt.

Gruß Nik
So wenig [füge hier eine beliebige beinflussende Maßnahme ein] wie nötig.

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Beitragvon unbekannt1984 » 18 Dez 2018 13:58
Hallo,

Biotoecus hat geschrieben:Bei einem Aussenfilter wird die erste angeströmte Oberfläche durch den Filtertopf vorgegeben.
Manche Modelle haben oben Vorfiltermatten und fangen dann von unten mit Tonröhrchen an und anschliessend werden dann Matten verwendet.

ja Martin, manche Modelle... Bei der Fluval 104 ging es von der einen Seite (dort waren 4 Filterschwämme) zur Anderen (dort war ein Stapel Körbe für Filtermedien). Wir müssen hier aber nicht unbedingt auf allen möglichen und unmöglichen Bauarten von Außenfiltern herumreiten (Wolfgang hat nunmal so eine fest eingeklebte Bioflow-Kiste).

Ton-/Keramikröhrchen müssen nicht unbedingt nur der Anfang der Filterbestückung sein. Dazu kann dir Kurt wohl ein bisschen erzählen.
nik hat geschrieben:Ein gescheiter Filter muss über lange Zeiträume nicht angefasst werden. Das erreicht man am idealerweise im mäßig besetzten Pflanzenbecken ohne Substratfilterung, nur gerührt.

Ist Kurt "im Filter nicht anfassen" nicht der Rekordhalter im Forum?

Zu Kurts Filter-Bestückung habe ich nur diesen Post gefunden.
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

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Beitragvon Biotoecus » 18 Dez 2018 18:57
Moin

unbekannt1984 hat geschrieben:Die Menge an Bakterien im Filter kann man wunderbar über die Pumpleistung steuern!


unbekannt1984 hat geschrieben:Hallo,

Biotoecus hat geschrieben:Bei einem Aussenfilter wird die erste angeströmte Oberfläche durch den Filtertopf vorgegeben.
Manche Modelle haben oben Vorfiltermatten und fangen dann von unten mit Tonröhrchen an und anschliessend werden dann Matten verwendet.

ja Martin, manche Modelle... Bei der Fluval 104 ging es von der einen Seite (dort waren 4 Filterschwämme) zur Anderen (dort war ein Stapel Körbe für Filtermedien). Wir müssen hier aber nicht unbedingt auf allen möglichen und unmöglichen Bauarten von Außenfiltern herumreiten (Wolfgang hat nunmal so eine fest eingeklebte Bioflow-Kiste).


Ööh, auch bei dem Teil ist nach dem Filter vor dem Filter.
Ich reite gerade auf den Durchflussmengen herum.
Die ersten angeströmten Filtermaterialien auch in einer Bioflow-Kiste haben eine Anströmgeschwindigkeit weit jenseits eines HMF.
Und die Dinger funktionieren trotzdem.
Da werden sich Bakterien ansiedeln, durch die Strömung eventuell mitgerissen werden und sich weiter hinten in den Filtermaterialien wieder irgendwie fixieren oder festgehalten von den Strukturen des Filtermaterials.
Man wird also auch bei solchen Filtern immer wieder immer wieder eine Besiedlung vorfinden.
Nur ist diese variabel und in weiten Teilen nicht homogen.
Abbau und Verstoffwechslung finden da quar durch alle Abschnitte statt.
Man müsste mal nachmessen in wie weit sich da Strömungen,Durchfluss und Stoffwechsel verteilen.
Beim HMF hat man das ja mal getan, die UNI Köln hat da mal mit Sonden versucht zu ermitteln wie und warum so eine einfache Filtermatte so gut funktioniert. Das aber in Bezug auf Fischaquaristik.

Beste Grüße
Martin
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Beitragvon unbekannt1984 » 18 Dez 2018 19:27
Hallo Martin,

Biotoecus hat geschrieben:
unbekannt1984 hat geschrieben:Die Menge an Bakterien im Filter kann man wunderbar über die Pumpleistung steuern!

immer diese Unterstellungen hier, das Zitat ist von Kevin.

Biotoecus hat geschrieben:Die ersten angeströmten Filtermaterialien auch in einer Bioflow-Kiste haben eine Anströmgeschwindigkeit weit jenseits eines HMF.
Und die Dinger funktionieren trotzdem.

Das habe ich mit dem Vergleich HMF zu der Eheim 2211 oder der Bioflow (mit 300l/h Pumpe) auch festgestellt. Jedoch ist bei Wolfgang (und auch anderen Juwel-Aquarien dieser Größe) die 500l/h Pumpe verbaut - und das ist für meinen Geschmack halt etwas viel.

Ich reite gerade auf den Durchflussmengen herum.

Tue ich ja mit Bezug auf die Aquariengröße (das Wasservolumen) auch.
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

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Beitragvon Biotoecus » 18 Dez 2018 19:45
Sorry für das falsche Zitat.
Mea maxima culpa.
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Beitragvon unbekannt1984 » 19 Dez 2018 12:14
Hallo Kevin,

Kejoro hat geschrieben:D.h. der Biofilm kann über die Strömung abgetragen werden, womit der Einfluss minimal wird.
... Das Maß hierfür, sollte aber die Praxis sein. Wenn neue Gedanken vorhanden sind, dann sollte das durch Experimente verifiziert werden. Der Rest ist unaussagefähiger Firlefanz.

Aber du kannst uns hier gerne eines Besseren belehren, indem du deine Erfahrungen bzgl. der Geringfilterung mit höherem und geringerem Durchsatz ausführst und zeigst.

reicht es auch, wenn ich dein Experiment jetzt gegen dich verwende?
Vielleicht noch ein Beispiel aus meinem 12l Becken. Da war bis vor kurzem noch ein Aquael-Mini-Pat drin mit einem Ansaugschutz (Schwamm 20ppi). Lies ich ihn auf voller Stufe laufen (300lph nach Hersteller) und bin auf die andere Stufe gegangen (100-150lph), dann passierte nichts. Andersherum wurde das Becken für wenige Tage lang trüb.

Hast du mal grob überschlagen wie groß die Oberfläche der Filterpatrone ist?
Also ich habe zu dem normalem Filterschwamm die Abmessungen 55x55x80 mm gefunden, d.h. grob überschlagen:
2 x (5,5cm)^2 + 4 x 8cm x 5,5cm = 236,5cm^2
Ja, abzgl. dem Anschluss für die Pumpe, dafür kommen diese Rillen wieder rein...
Trotzdem ist die angeströmte Oberfläche der Patrone etwa doppelt so groß, wie die Schwämme der Eheim 2211 oder die Schwämme der Größe M von Juwel.

Bei 100 bis 150l/h gibt es da keine große Strömung, Die Bakterien wegschwämmen könnte, insofern ist die kurzfristige Trübung nach erhöhen der Durchflussmenge (auf 300l/h) klar.

Zurück zu Wolfgangs Filter: Da mache ich mir jetzt gerade wegen möglichen Verstopfungen, durch eine Übermäßig dicke Bakterienschicht, halb so viele Sorgen :P

Und zu der Sache mit der Praxis: Wie viele Filter hast du denn schon selbst gebaut?

Also ich hätte hier zumindest Doppelkammer-Filter für 54-Liter Aquarium dokumentiert, angetrieben wird der Filter mit einer sera FP-100 mit 120l/h (eine kleinere Pumpe habe ich nicht finden können).
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

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