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Postby Datensatz » 30 Apr 2017 10:35

Probleme:

Wie lässt sich das Problem generell beschreiben? [z.B. Algen, schlechter Pflanzenwuchs, etc.]*

Sehr starker Wuchs von fädigen Algen

Wurden in letzter Zeit großartige Veränderungen am Aquarium durchgeführt? [z.B. Änderung der Düngung, des Lichts, der Technik, etc.]*

Auslöser war Umstellung von Röhrenbeleuchtung 4 x 54 Watt auf LED-Beleuchtung 2 x 62 Watt

Allgemeine Angaben zum Becken:

Standzeit des Aquariums:* 5+ Jahre

Größe des Aquariums [Maße (LxBxH in cm) & Bruttoliter]:* 150 x 80 x 60 = 720 l

Welcher Bodengrund (+ evtl. Nährboden) und Körnung:* Sand

Sonstige Einrichtung [Wurzeln, Steine, etc.]* bisher zwei große Wurzeln, als Schmutzfänger erstmal entfern

Beleuchtung:

Beleuchtungsdauer:* momentan 9 Stunden

Welche Lampen sind im Einsatz? [Angaben bitte mit Anzahl, Art (z.B. T5, LED, HQI, etc.), Reflektoren, Wattzahl, Farbtemperatur. Zum Beispiel 2x T5 24 Watt 865]*

2 x 62 Watt LED über 6000 Kelvin

Filterung:

Welcher Filter ist im Einsatz? [Angaben bitte mit Hersteller und Modell. Zum Beispiel JBL CristalProfi e1500]*

HMF-Eckfilter von Aquamac, momentan stillgelegt


Mit welchen Filtermaterialien ist der Filter bestückt?* Schaumstoff

Die Durchflussmenge des Filters in Liter/Stunde?* 600

CO2 Anlage (falls vorhanden):

Art der CO2 Anlage [Bio CO2 oder Druckgas]:* Keine CO2 Anlage

Nachtabschaltung vorhanden?* Nein

pH Steuerung vorhanden?* Nein

Welche Farbe hat der Dauertest? Kein Dauertest vorhanden

Wasserwerte im Aquarium:

gemessen am:* 30.4.

Temperatur in °C:* 23

Welche Art Test wurde verwendet? [Angaben bitte mit Art (z.B. Teststreifen, Tröpfchentest, Fotometer), Hersteller]

Sera-Tropfentest


pH-Wert: 8,5

KH-Wert: 6

GH-Wert: -

Fe-Wert (Eisen): -

NH4-Wert (Ammonium): -

NO2-Wert (Nitrit): -

PO4-Wert (Phosphat): -

K-Wert (Kalium): -

Mg-Wert (Magnesium): -

Düngung:

Wie wird gedüngt? [welches Produkt, Zeitpunkt, Mengenangabe, Düngesystem. z.B. Aqua Rebell Eisenvolldünger täglich 2ml]*

JBL Ferropol 2/3 der empfohlenen Dosis


Wasserwechsel:

Wie oft wird wie viel Wasser gewechselt:* ca. monatlich

Wird reines Leitungswasser benutzt:*Ja

Pflanzenliste:

Vallisnerien, Sagittarien, Hygrophilia corymbosa "Kirschbäumchen", Cryptocorynen

Zu wie viel Prozent (geschätzt) ist der Boden mit Pflanzen bedeckt?* 70

Besatz:

acht Bryconalestes longipinnis "Langflossensalmler"

Wasserwerte des Trinkwasserversorgers:

Leitungswasser KH-Wert:* gemessen 6

Leitungswasser GH-Wert:* 13,6

Leitungswasser Ca-Wert (Calcium):* 64,5

Leitungswasser Mg-Wert (Magnesium):* 19,7

Leitungswasser K-Wert (Kalium):* 1,4

Leitungswasser NO3-Wert (Nitrat):* unter 10 mg/l

Leitungswasser PO4-Wert (Phosphat): keine Zugabe

Weitere Informationen und Bilder:


Algenkatastrophe in Badewanne

Guten Tag,

ich bitte die mitlesenden Pflanzenexperten um Hilfe bei einem Algenproblem. Ich hatte das Aquarium Jahre ohne größere Algenprobleme betrieben mit zwei Röhren-Leuchtbalken (4 x 54 Watt) sowohl bepflanzt als auch später als Malawi-Geröllhalde. Bei gleicher mäßig intensiver Pflege und gleicher Technik. Die Algenkatastrophe ging los, als ich die Einrichtung von Malawi auf Pflanzen und gleichzeitig wegen defekter Leuchten auf LED (2 x 62 W) umrüstete.

Die Algen habe ich seit ca. einem Jahr im Becken, da ich das Aquarium wegen gesundheitlicher und andere Probleme lange vernachlässigt habe. Durch die Reduzierung der Beleuchtung auf 1 x 62 W LED konnte ich den Algenwuchs drosseln, aber natürlich nicht unterdrücken.

In den letzten Wochen habe ich folgende Maßnahmen getroffen:
- gelbe Lee-Farbfolie auf LED geklebt zur Filterung des blauen Spektralanteils (originale Leuchte hat über 6000 Kelvin, jetzt ca. 3000 K, aber etwas geringere Lichtintensität)
- vier Stunden lange Mittagspause (Licht 8- 12 Uhr, 16 bis 21 Uhr)
- Dünger JBL Ferropol zugegeben (2/3 der empfohlenen Dosis)
- Mattenfilter stillgelegt, um Nährstoffausfällung zu verhindern. Jetzt nur noch Schnellfilterung mit dünner Schaumstoffpatrone

Hat alles nichts gebracht. Immerhin: Die vorher vorhanden Kahmhaut ist fast weg. Dafür tauchen nun verstärkt Cyanos auf :shocked:

Gestern habe ich einen Ntrattest gekauft, weil ich den Wert in Verdacht hatte. Und richtig: Nitrat ist mit Tropfentest nicht messbar. Bei mir in Augsburg liefern schon die Wasserwerke nitratarmes Wasser von unter 10 mg/l. Nach dem Algenratgeber muss ich Nitrat zugeben, was mir einleuchtet.

Meine Idee ist jetzt einen Neustart zu machen durch einwöchige Dunkelpause, Algen absaugen, Wasserwechsel von ca. 80 % und danach mit Nitrat neu zu düngen.
Gibt das Sinn? Oder Dunkelpause weglassen? Mattenfilter an oder aus? Folie auf Leuchten lassen oder entfernen?
Als Dünger dachte ich an Aquarebell Makro Basic Nitrat. Reicht das für Nitratzufuhr bei Ausgangswert Null? Ev. noch einen Mikro-Dünger dazu?

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Postby Datensatz » 30 Apr 2017 17:33
Noch was zu den Algen: das sind keine typischen Fadenalgen, sondern die haben eine eher schleimige Konsistenz. Bei Störung lösen sich die Algenverbände leicht auf und treiben umher. Auf dem Foto sieht man es besser. So schaut es von oben aus, wenn man die ne Weile wachsen lässt.

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Postby Wuestenrose » 30 Apr 2017 20:35
'N Abend…

Laut Analyse besitzt das Augsburger Leitungswasser eine KH von 12,6 (4,5 × 2,8), gemäß eigener Messung liegt sie sogar noch höher.

Der hohe pH-Wert Deines Aquarienwasser in Verbindung mit der niedrigeren KH als im Leitungswasser läßt auf biogene Entkalkung schließen, ein Prozeß, mit dem manche Pflanzen (ungefähr die Hälfte unserer Wasserpflanzen kann das) und Algen unter CO2-Mangelbedingungen ihren Bedarf aus den (Hydrogen-) Karbonaten decken können. Algen tun sich dabei leichter als die Pflanzen, manche Algen knacken sogar lieber die (Hydrogen-) Karbonate als freies CO2 zu nehmen. Somit sind die Algen den Pflanzen gegenüber im Vorteil.

Meine Strategie wäre also:

  • CO2!
  • Moderat düngen, auch die Makros Nitrat, Phosphat und Kalium,
  • wöchentlicher Wasserwechsel, mindestens die Hälfte,
  • die Farbfilterfolie weg - daß blaues Licht Algen fördern soll, ist die Erfindung einer grünen Firma,
  • die Beleuchtung wieder komplett in Betrieb nehmen - 2 × 62 Watt auf rund 'nen Quadratmeter Wasseroberfläche ist nicht viel.

Achja, nochwas - wir reden uns hier gerne mit unseren echten Namen an :winke:

HTH,
Robert
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Postby Datensatz » 01 May 2017 09:48
Hallo Robert,

vielen Dank für die Ratschläge. Dass in der Säurekapazität die Karbonathärte steckt, wusste ich nicht, sonst hätte ich das eingetragen. Schön, dass du auch aus Augsburg kommst :bier:

CO2 wollte ich eigentlich vermeiden. Die H. corymbosa habe ich aus deswegen gekauft, weil man ihr nachsagt, sie könnte sich ihr CO2 per biogener Entkalkung holen. Dass die Algen das auch können, vielleicht sogar besser, hatte ich nicht auf dem Schirm.

Ich hab Ende der 90er-Jahre mal bei einem größeren Aquarium CO2-Düngung verwendet, von daher liegt noch einiges bei mir rum. Auch eine CO2-Flasche, wo der TÜV schon lange abgelaufen ist. Muss mal überlegen, wie ich jetzt weitermache.

Servus .. Bernd
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Postby nik » 01 May 2017 10:24
Hallo Bernd,

ohne CO2 geht schon, ist aber deutlich anspruchsvoller, d.h. schwieriger als mit CO2. Ich habe das auch ziemlich übel mit der biogenen Entkalkung in Erinnerung, denn die Kalkbeläge setzten sich auch auf den Scheiben ab. Machte einen natürlichen Milchglaseffekt und ich wünsche viel Spaß beim Abkratzen! Ich denke das lohnt nicht. Das muss nicht viel CO2 sein um die biogene Entkalkung zu vermeiden, das ist schon sinnvoll.
Wenn es eine kleinere CO2-Flasche bis 2 kg ist, dann ist eine neue 2kg Flasche mit knapp über 50,-€ entsprechender finanzieller Aufwand.

Gruß, Nik
nik wrote:
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Postby Datensatz » 30 Jun 2017 20:05
Vielleicht darf ich nochmal um einen Blick auf das Aquarium bitten? Die Maßnahmen haben Linderung gebracht, aber keine wirkliche Umkehr. Die Algen wachsen jetzt langsamer und geben nicht mehr soviel Sauerstoff ab. Ein erfreulicher Anblick ist das Aquarium aber immer noch nicht.

Maßnahmen:
- CO2 über Dupla-S-Reaktor ca. 2 Blasen in 3 Sekunden rund um die Uhr
- Düngung mit NPK-Aquariendünger und einem Schuss Ferropol-Eisendünger
- Wasserwechsel ca. alle 3 Wochen (jede Woche ist mir einfach zu viel)

Auffällig sind zwei Dinge: Das Längenwachstum der Pflanzen ist teilweise stark gehemmt. Die Cabomba marschieren richtig flott, die Hygrophila polysperma/Corymbosa/difformis ganz langsam. Und nach jedem Wasserwechsel blubbern die Algen einen Tag lang wie gestört.

Laut aktueller Messung kH 10 und pH 8,5, wobei ich bei pH beim Ablesen unsicher bin.

Servus .. Bernd

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Postby Wuestenrose » 30 Jun 2017 20:21
'N Abend...

Datensatz wrote:- CO2 über Dupla-S-Reaktor ca. 2 Blasen in 3 Sekunden rund um die Uhr

Für 720 Bruttoliter ist das reichlich wenig, auch der immer noch hohe pH-Wert deutet auf einen CO2-Mangel hin. Besorg Dir doch mal 'nen Dauertest.


Grüße
Robert
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Postby Datensatz » 30 Jun 2017 20:39
Danke für die Antwort. Muss ich dann wohl machen, wollte erst mal manuell messen.

Danke und Gruß .. Bernd
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Postby Datensatz » 17 Sep 2017 11:32
Hallo Leute,

ich habe inzwischen das Problem gelöst. Die Lösung war eine Rolle rückwärts beim Licht - eine Umstellung von LED auf T5. Ich habe günstig zwei Leuchtbalken zu je 2 x 54 W gekauft und damit die LEDs ersetzt. Interessant war: Zuerst habe ich beim hinteren Leuchtbalken die mitgelieferten Reflektoren aufgesetzt. Der Effekt war ähnlich wie bei den LED-Leuchten: Helles Licht und deutlich erkennbare Aktivität der Fadenalgen durch die Bildung von Blasen, die dann an den Fäden hängen. Dann habe ich die Reflektoren abgebaut. Ergebnis: Sofort Schluss, als hätte ich die Algen per Kippschalter ausgeschaltet.

Im Moment experimentiere ich gerade mit einer von vier Röhren mit Reflektor. Die T5-Lampen erlauben mir, das Licht zu variieren, was mit den LEDs kaum möglich ist.

Ich sage nur, das Licht ist bei mir der Auslöser, ganz sicher spielen da weitere Faktoren eine Rolle. So ist es mir nicht gelungen, den pH-Wert auf 7 oder darunter zu senken.

Mit der gegenwärtigen Beleuchtung kann ich wohl nur lichtbescheidene Arten pflegen; die vor einiger Zeit gekaufte Cabomba geht langsam ein. Damit kann ich aber gut leben. :smile:

Anbei zwei Bilder. Ja, einen Designpreis verdient das Aquarium jetzt nicht; die Bilder sind auch suboptimal. Falls sich jemand über den hässliche Schlauch links wundert: Das ist eine improvisierter Adapter vom dicken Ausströmerrohr der Pumpe auf den schmaleren Pumpeneinlass des CO2-Reaktors.

Servus .. Bernd

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