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Postby Olli2 » 08 Mar 2011 14:27
Hallo Allerseits,

habe gerade gesehen und bin hocherfreut darüber, dass es auf flowgrow nun einen eigenes Forum zum Thema Diskus im Naturaquarium gibt!

Ich bin zwar erst einige Tage hier "aktiver" member, aber habe schon nach kurzer Zeit festgestellt, dass es hier eigentlich in allen Beiträgen immer um die ganzheitliche Betrachtung des Aquariums und seiner Bewohner geht und nicht nur um einzelne Aspekte. Das gefällt mir persönlich sehr, zumal die Member offensichtlich auch ein hohes Maß an KnowHow und gegenseitiger Toleranz und Akzeptanz mitbringen.


Um dieses (Unter-)Forum dann auch mal zu nutzen, würde ich nachstehend gern mal meine Erfahrungen zum Thema: CO2 im Diskus-Naturaquarium schildern. Vielleicht hilft es ja einigen von Euch, die CO2-Anlage noch etwas effektiver bzw. tierfreundlicher zu nutzen. Vielleicht haben einige von Euch ja auch ganz andere Erfahrungen gemacht?

Bei der CO2-Zugabe im Diskus-Naturaquarium steht man zwischen Baum und Borke: Einerseits sollte der Wert möglichst niedrig sein um die Tiere nicht zu gefährden, anderseits wünscht man sich Werte >20mg um die Pflanzen bestmöglich zu versorgen.

Also wieviel geht und über welchen Zeitraum?

Ich halte die bekannten Tabellen lediglich für gutes Hilfsmittel, würde ihnen aber nicht trauen, da der PH-Wert letztlich doch von mehr Faktoren abhängt als der KH. Ausserdem bin ich kein Freund der automatischen CO2-Regelung über den PH-Wert. Die üblichen Regelautomaten messen mit Hysterese, was zu einer schubweisen Einspritzung führt. Ausserdem muss man den Hahn ganz schön aufdrehen, damit sich die Regelautomatik überhaupt mehr als 2x täglich aktiviert/deaktiviert. Je größer das Becken, desto größer auch diese Schübe, denn teilweise muss man ganz schöne Mengen zugeben bis sich der PH-Wert in einem Pflanzbecken bei vollem Licht mal verändert. Und das schaffen die wenigsten Reaktoren, ohne das sinnlos CO vergeudet wird.

Da meiner Erfahrung nach der Bedarf der Pflanzen eh von den Belichtungsphasen abhängt und daher schwankt, hat man bei dieser Methode entweder immer viel zuviel oder viel zuwenig CO im Becken, obwohl der PH-Wert quasi unverändert bleibt.

Ich habe mir mal überlegt, wie ich das für mein Becken optimieren kann und dosiere seitdem nur noch über den Blasenzähler und Magnetventil:

Bei mir geht morgens um 9:00 Uhr das Dämmerlicht an. 1 Stunde bevor die Lichtstärke um 11:30 Uhr auf 40% hochgedimmt wird, schaltet die CO2 an.
Und die gibt mit ca. 6 Blasen/Sec. Vollgas, mehr würde mein Reaktor bei der Beckengröße auch nicht schaffen.

Ist das Licht um 14:30 Uhr auf 100% Leistung, ist der CO-Gehalt auf meinem täglichen Peak von 20mg, d.h. die Pflanzen können aus dem vollen schöpfen. Dies hat bei mir dann 4 Stunden gedauert und führt immer ziemlich genau zu einem PH-Wert von 6,65/6,7 bei einer KH von 3. 1 Stunde später ist der PH-Wert bereits wieder Richtung 6,8 angestiegen.

Aktuell wird bei mir das Licht um 21:00 Uhr wieder auf 50% runtergedimmt und die CO2 schaltet ab. Zu diesem Zeitpunkt liegt der PH bei 6,8.

Nachdem das Licht um 24:00 Uhr ausgegangen ist, schaltet sich 2 Stunden später eine Membranpumpe an die das Becken nachts für 6 Stunden mit O2 versorgt und das restliche CO ausgast.

CO läuft bei mir also nur in der Zeit, in der die Pflanzen hiervon auch tatsächlich partizipieren.
Ab Mittag etwas zu viel um den Gehalt langsam anzustauen, ab nachmittags dann etwas zu wenig, um das CO bis zur abendlichen Lichtreduzierung eher zu halten/zu verbrauchen, nachts möglichst gar nichts.
Daher schwankt mein PH-Wert immer zwischen 6,7 (der Zeitpunkt sobald das Licht auf 100% schaltet) und 6,9x (nachts).

Das wichtigste: Ich habe bestenfalls für eine Stunde täglich die vollen 20mg CO im Becken und das genau zur ersten Stunde Vollbeleuchtung. Mit einer automatischen Regelung schafft man es bestenfalls mit 2 Reaktoren zu diesem Zeitpunkt soviel CO in´s Becken zu bekommen und zu halten.

Ein erfreulicher Nebeneffekt ist, dass ich mit einer 3KG Flasche 2 Monate auskomme und auch in der Stunde mit 20mg keine japsenden Fische habe.

Die Einstellung ist leicht vorzunehmen:
Einfach das CO aktivieren, sobald die Pflanzen anfangen "Aufzuwachen" und so dosieren, dass rd. 20mg vorhanden sind, sobald das Licht unter Volllast läuft.
Sollte am erste Tag der angestrebte "Minimum PH" zu diesem Zeitpunkt nicht erreicht werden, nichts ändern sondern einfach am nächsten Tag etwas nachjustieren. Sollte der angestrebte PH-Wert allerdings unterschritten werden, muss direkt nachgeregelt werden.

Sollte die angestrebte Menge trotz hoher Zugabemenge (meine Grenze sind 6 Blasen/sec.) nicht erreicht werden, ist vielleicht der Reaktor am Limit. Dann braucht man nur den Zeitpunkt der Aktivierung 1-2 Stunden nach vorne verlegen. Gleiches gilt für einen zu hohen PH-Wert gegen Abend: Bedienen sich die Pflanzen nachweislich länger, schaltet man die CO2 eben 1-2 Stunden später ab. Logisch, dass der PH-Wert sich entsprechend langsam verändern sollte. Je kleiner also das Beckenvolumen, desto vorsichtiger sollte man vorgehen.

Bei Becken, die tagsüber eine Dunkelphase haben, würde ich für diesen Zeitraum die CO2 einfach deaktivieren aber nichts an der Zugabemenge verändern.

Bei dieser Art der Einstellung sieht man demnach auch recht deutlich, was die Pflanzen verbrauchen. Ich bin manchmal ziemlich geschockt darüber, wie schnell mein PH steigt, nachdem das Licht seine volle Leistung erreicht hat.


Ich hoffe, dass dieser Beitrag für den ein oder anderen von Euch interessant ist und freue mich Anregungen und Eure Erfahrungen zu diesem Thema.

LG
Olli
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Postby dornwels » 08 Mar 2011 14:48
Hallo Olli,

Ein bissl was zum lesen ;-)
http://www.ibdoerre.com/aqua/lars/fischatmung.htm
Ich berteibe meine CO² Anlagen immer ungeregelt ohne Nachtabschaltung!

lg
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Postby HolgerB » 08 Mar 2011 15:45
Hi Olli!
Also Diskusfische bei CO2 Versorgung ohne Controller finde ich sehr schlecht.
Ich denke bei so einer Beckengröße kann man das Geld ausgeben!?
Ich verwende an all meinen AQ Controller um ein gleichmäßiges Level zu halten.
Nachts wird auch belüftet eine Stunde vorm Abschalten des Lichtes bis eine Stunde nach Einschalten.
Gruß Holger
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Postby Olli2 » 08 Mar 2011 17:19
HolgerB wrote:Hi Olli!
Also Diskusfische bei CO2 Versorgung ohne Controller finde ich sehr schlecht.
Ich denke bei so einer Beckengröße kann man das Geld ausgeben!?
Ich verwende an all meinen AQ Controller um ein gleichmäßiges Level zu halten.
Nachts wird auch belüftet eine Stunde vorm Abschalten des Lichtes bis eine Stunde nach Einschalten.
Gruß Holger


Äehm Holger, mein Profilux hat diese Option und weshalb ich die für sinnfrei halte, dachte ich ausführlich beschrieben zu haben. "Gleichmäßiges Level" bedeutet dann nämlich nur gleichmäßiger PH aber nicht am Verbrauch der Pflanzen ausgerichtetes CO2.

Grüße
Olli
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Postby kurt » 08 Mar 2011 19:08
Hallo zusammen,

ich bin da bei Holger, also CO2 Controller.

Olli2 wrote:Gleichmäßiges Level" bedeutet dann nämlich nur gleichmäßiger PH aber nicht am Verbrauch der Pflanzen ausgerichtetes CO2.

Es braucht nicht den Verbrauch der Pflanzen als Grundlage, ein PH-Wert unter 7 ist wichtiger bzw. CO2 ca. 20mg/l,
mit Controller ist alles einfacher zu Händeln, eine Schalthysterese von 0,2 PH kann man akzeptieren.
Einen guten nicht grenzwertig gefahrenen Reaktor setze ich voraus.
Eine gute/richtig eingestellte Oberflächenbewegung reicht für die O2-Versorgung Nachts.
Der CO2-Verlust ist tolerierbar, mit richtiger Einstellung sind da noch 30% CO2 Einsparung möglich.
Gemeint sind da CO2 Verluste durch zu starke übertriebene Oberflächenbewegung.
Keine Kahmhaut halte ich für den Gasaustausch für wichtig!
PS:
Eine Eigentumsflasche 10kg ist bei größeren Becken sinnvoll, Flaschenfüllung im Tauschsystem gibt es da schon für 22€, heißt also das man sich über TÜV frei keine Gedanken mehr machen muss. :wink:
Gruß Kurt
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Postby Olli2 » 08 Mar 2011 22:30
Moin Kurt,

also PH unter 7 ist mir auch wichtig, aber einen konstanten CO-Wert von 20mg halte ich in einem Diskusbecken für gefährlich.
Mir ist auch kein Diskushalter bekannt, der solche Werte unterstützen würde, das ist im übrigen auch einer der Gründe, weshalb viele Diskushalter (in diesem Punkt zurecht) die Meinung vertreten, dass sich Diskus und Pflanzen nicht vertragen.

Ich hatte beim Einfahren natürlich auch mit der Regelautomatik experimentiert... wenn man sie schon hat.
Hat mir aber aus o.a. Gründen gar nicht gefallen. Ich glaube auch nicht mehr daran, dass der tägliche 20mg-Peak länger als 1-2 Stunden nötig wäre. Für wichtiger als Werte am Limit halte ich eine kontinuierliche Dosierung über die gesamte Belichtungsdauer.

Ich hatte auch mal für kurze Zeit die CO-Nachts durchlaufen lassen, war eher ein Versehen, aber das ist meinen Scheiben nicht gut bekommen. Morgens hatten Sie eine viel zu hohe Atemfrequenz. Warum sollte man sie auch laufen lassen? Mir fällt da kein Grund ein.

@Holger: Was macht eigentlich Dein Neubesatz?

Grüße
Olli
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Postby HolgerB » 08 Mar 2011 22:43
Hi Olli!
Ich muss erst mal die Altlasten loswerden ;)
Gruß Holger
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Postby Atreju » 09 Mar 2011 14:40
Hi all !

Hi kurt@, willkommen im neuen Diskusbereich !

Ich arbeite mit Dosiergeräten seit gut 20Jahren und konnte bis jetzt keinen Nachteil feststellen. Im Gegenteil, ich stelle (Grundvorraussetzung-gleichbleibende Wasserwerte) einmal den erwünschten Wert ein und er wird gehalten. Wenn in der Nacht kein Co2 verbraucht wird, regelt das Gerät ohnehin zurück. So hat das Becken einen konstanten Ph-Wert und der Co2 Gehalt wird gehalten. Meine Fische atmen beim Schlafen ganz langsam und entspannt. Sie bekommen nur einmal in der Woche beim Wasserwechsel eine Ph Wert Schwankung und nicht täglich.
Für die Einbringung verwende ich 2 Aquamedic Aussenreaktoren, die jeweils an eine Pumpe angeschlossen sind. Ebenso sind 2Co2 Flaschen vorhanden :



Werte über 20mg/l fahre ich dauerhaft, allerdings immer erst wenn genügend Pflanzenmasse vorhanden ist und die Pflanzen auch bereits sind loszulegen. So wie es momentan assimiliert ersticken die Fische förmlich im Sauerstoff. Die KH Tabelle finde ich relativ ungenau, ich verlasse mich dabei mehr auf mein Gefühl. Einmal hätte ich nach der Tabelle 25mg/l im Becken haben sollen, dabei wurde gar kein Co2 zugeführt. Ich denke für eine exakte Diagnose bedarf es mehr als die KH zu messen. Gehe ich jedoch nach der Tabelle, habe ich über 30mg/l im Wasser. Derzeit werden auf 1600Liter ca. 500 (2x250) Blasen eingebracht. Nach meinen Erfahrungen können von den meisten (guten) Aussenreaktoren bis zu 300Blasen verarbeitet werden.

LG

Bruno
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Postby kurt » 09 Mar 2011 16:03
Hallo zusammen,

Olli2 wrote:Ich glaube auch nicht mehr daran, dass der tägliche 20mg-Peak länger als 1-2 Stunden nötig wäre. Für wichtiger als Werte am Limit halte ich eine kontinuierliche Dosierung über die gesamte Belichtungsdauer.

@ Olli!,stimmt…Kontinuität
der CO2-Gehalt von 20mg/l ist ja auch nicht so wichtig, weniger z. B. 15 mg/ l tut es auch,
(passende KH ,selbstverständlich).
Ich halte es für wichtig das genügend O2 vorhanden ist, ein gutes Zeichen bei der Abstimmung O2/Co2 ist wenn im Pflanzenaquarium nach ca. 1 Stunde nach einschalten des Lichtes die Pflanzen assimilieren (perlen).
Das alles ist im Gesamtpaket auch unter dem Aspekt Bequemlichkeit zu sehen.

Atreju wrote:Werte über 20mg/l fahre ich dauerhaft, allerdings immer erst wenn genügend Pflanzenmasse vorhanden sind und die Pflanzen auch bereits sind loszulegen. So wie es momentan assimiliert ersticken die Fische förmlich im Sauerstoff.

@ Bruno,
wir scheinen ja ähnlich Erfahrungen zu haben (allerdings gehe ich nicht über 20mg/l CO2 ).
Diagnosen über die Atemfrequenz der Diskus sind schon Aussagekräftig.
Während der Nachtruhe bewegt sich beim Diskus nicht viel, wenn alles OK ist …
CO2 Einperlen, ja…
ein Blasenzähler reicht nur noch zum schätzen, zählen geht nicht mehr bei dem Verbrauch in großen Becken,
für die PH- Einstellung gibt es ja den Controller. :D
Gruß Kurt
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Postby Timot » 09 Mar 2011 16:32
Moin moin,

schön das es jetzte einen eigenen Bereich für Diskusfreunde mit Pflanzenbecken gibt. Mein Becken ist 170x70x70 groß.Temperatur 27°C. Es müsste mal wieder zurückgeschnitten werden, werde ich am Wochenende angehen.

Ich habe einen pH-Controller benutze ihn aber nur als unteren Grenzwertgeber, da innerhalb von einer Woche meine Karbonathärte um ca. 1-2°dH verbraucht wird, deshalb muss ich den pH-Controller alle 2-3 Tage um 0,02 pH-Einheiten nach untern korrigieren, um eine gleichbleibende CO2-Konzentration zu erreichen. Ich habe ca. 25mg/l im Becken und die Diskus laichen ständig ab, kann ihnen also nicht so schlecht gehen. Nachts wird zwischen 2 und 6 Uhr Luft über einen Sprudelstein eingebracht. Ich hab mal den Sauerstoffgehalt mitgeloggt und festgestellt, das er bei vielen Pflanzen morgens gegen 2 mg/l geht, obwohl abends rund 19mg/l drin sind. Gemerkt habe ich es als mir einmal ein großer Satz an Garnelen eingeganen ist und ich darauf hin morgens den Sauerstoffgehalt gemessen habe. Ich kann die Prozedur nur empfehlen und sei es nur zur Sicherheit.

Warum sich also Diskus und Pflanzen nicht vertragen sollen kann ich nicht nachvollziehen. Wer sein Becken bei 30°C hat sicherlich Probleme mit geeingneten Pflanzen, aber den Diskus sollte es nicht stören.

Was unterscheidet eigentlich die Kiemenatmung von einem Diskus von einem anderen Fisch? Haben die nicht alle den gleichen Aufbau? Also warum soll die CO2-Konzentration für Diskus gefährlicher sein als für irgendeinen anderen Kiemenatmer? Mir sind keine Unterschieden zwischen verschiedenen Spezien bekannt, wer Infos hat(bitte wissenschaftliche Artikel oder Lehrbücher und keinen mündlichen Auskünfte) dem wäre ich sehr dankbar. Der Artikel den Fred gepostet hat war sehr interessant.Danke dafür, sollte aber für jeden Fische gelten also auch für Salmler und Co. Das bedeutet doch letztendlich,dass wir keine Tiere (Fische & Wirbellose) in guten Pflanzenbecken halten dürften, da sobald Pflanzen anfangen zu perlen die Sättigungskonzentration überschritten ist, diese liegt bei rund 200% der Sättigungskonzentration die mit Luft erreichte werden kann und wir damit zwangsläufig in Fall drei, von beidem zuviel, landen werden. Bleibt noch die noch die Frage die eigentlich am wichtigsten ist und in dem Artikel nicht vorkommt, was ist zu viel und was ist zu wenig? :bonk: Eine Aussage zu viel zu wenig ist doch für uns wenig hilfreich. Menschen sterben auch bei zu viel und zu wenig Sauerstoff bzw. bei zu viel CO2 und zu wenig CO2 im Blut. Hat jemand eine Ahnung was die Autoren S. Kastaun / L. Dettmann mit zu viel bzw. zu wenig meinen?




Aquaristische Grüße, Timo
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Postby Olli2 » 09 Mar 2011 17:26
Hi Timo, hi all,

obwohl ich der Aussage des Berichtes "den PH über CO2 zu regulieren ist totaler Unsinn" beipflichte, fehlt mir doch der Hinweis, welcher Zeitraum bei welchem Maß die angegebenen Schwankungen noch vertretbar ist. Sicher sind Sprünge von 6,7 auf 6,9 nicht wenig, aber solange diese Schwankung über ein Zeitraum von 12 Stunden geschehen, kann ich nichts gefährliches daran erkennen, oder irre ich mich da?

Ich freue mich darüber, dass die meisten von Euch trotz der offensichtlichen Gefahren positive Erfahrungen mit der Regelautomatik gemacht haben. Auch wenn ich nach wie vor anderer Meinung bin, ist es doch immer von Vorteil, sich mal mit den Erfahrungen anderer auseinander zu setzen.

Timo, schönes Becken!
Die Frage warum Diskus und Pflanzen nicht gehen sollen, kann ich Dir auch nicht beantworten^^.
Aber dazu sind ja unter anderem Threads wie dieser hier gedacht. Auch kenne ich nach wie vor keine Pflanze, die die Temperatur nicht mitgehen würde. Selbst Bodendecker wachsen. Aber ein weiterer Mythos ist die Aussage vieler Halter, dass Dünger in jeder Form Gift für die Fische ist. Denke mal an die weit verbreitete Meinung zum Thema Depotdünger.
Aber das gehört in einen anderen Thread.^^

Und Bruno, nur weil parallel zu 25mg(!) CO2 auch noch reichlich Sauerstoff im Becken ist, heisst das nicht, dass Du die Tiere nicht einer Gefahr aussetzt. Mal ganz abgesehen davon, dass ich Dir bei dieser Art der Dosierung keine Faulstelle im Becken wünsche, wenn Du mal für ein paar Tage nicht zu Hause bist. In diesem Fall wäre Deine vorhandene Technik wohl locker in der Lage dazu, auch Werte von 50mg zu erreichen ;P

Grüße
Olli
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Postby Atreju » 09 Mar 2011 17:44
Hi Olli !

Ich hab mit Co2 auch in kleineren Becken schon sehr viel experimentiert. Wenn Du richtig dimensionierte Reaktoren verwendest, sind sie kaum in der Lage den Co2 Gehalt in ungesunde Regionen zu heben.

Der Controller hat eigentlich nur Vorteile, da er vom Konzept her zweifelsohne intelligenter agiert als ein Magnetventil mit Zeitschaltuhr - welches auch keine Faulstellen erkennt und gar kein Limit in Form einer Messung hat. Das System würde in anderen Fällen erst recht ''stur'' gegen die Wand fahren.
Theoretisch kann man überall Fehler und Gefahren entdecken, doch praktisch gehe ich jeden Tag über die Straße ohne dass mich ein Auto überfährt-und genauso funtkionieren bei mir und anderen Controller seit Jahrzehnten ohne einen einzigen Ausfall. Wenn ich auf Urlaub bin regle ich zB den Ph Wert rauf, um einen Sicherheitspolster zu erlangen.

Geschmäcker sind verschieden und viele Wege führen nach Rom. Den Ph wert würde ich auch nie über den Co2 Gehalt regulieren wollen. Ich nehme nur den Ph Wert als Anhaltspunkt bei gleichbleibenden Wasserwerten und erhalte so einen stabilen Co2 Gehalt bei gleichbleibenden Wasserwerten.

EDIT : Meine vorhandene Technik ist übrigens NICHT in der Lage das Becken an die Wand zu fahren, da ich schon ein verlängertes Wochenende lang beide Reaktoren durchgehend laufen ließ um zu sehen was passiert-nämlich gar nichts...

LG

Bruno
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Postby Olli2 » 09 Mar 2011 18:02
Atreju wrote:Ich hab mit Co2 auch in kleineren Becken schon sehr viel experimentiert. Wenn Du richtig dimensionierte Reaktoren verwendest, sind sie kaum in der Lage den Co2 Gehalt in ungesunde Regionen zu heben.


Sry Bruno, aber da täuschst Du Dich gewaltig. Habe ich auch schon in einem Garnelenbecken erleben dürfen.
Ich will jetzt auch nicht wieder auf die einschlägigen Diskus-Foren verweisen, aber viele Todesfälle sind auf CO2-Überdosierungen zurückzuführen. Und das schafft man auch problemlos in Großbecken.
Ich habe mein Becken damals mit 40mg eingefahren (natürlich fischfrei) und ich musste nicht mal ganz aufdrehen.

Ich vergleiche die Automatik mal mit einer Ampelschaltung. Solange es auf der Kreuzung keinen Unfall gibt oder sich die Wetterbedingungen ändern, funktioniert alles tadellos und ein eingreifen der Verkehrszentrale ist nicht nötig. Dummerweise ändern sich die Wetterbedingungen in unseren "Biotopen" ständig^^.

Mal abgesehen davon, fahre ich mit meiner Variante auch einen (fast) konstanten PH-Wert, kann aber direkt 2 Wochen in den Urlaub fahren... :D

Aber mir geht´s auch hier nicht um ein gegenseitiges Überzeugen, sondern nur um den Erfahrungsaustausch.
Und wenn jemand hier trotzdem Interesse an der Variante einer hohen CO2 Zufuhr in Stoßzeiten mit Rettungsfallschirm hat, kann er es ja probieren^^.

LG
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Postby Atreju » 09 Mar 2011 18:24
Hi Olli !

Du hast recht , das wollte ich vorhin schon schreiben, es wird wohl kaum wer sein funktionierendes System umstellen.
Ob ich 1Woche oder 4Wochen auf Urlaub bin, spielt auch bei mir keine Rolle. Dein Vergleich mit der Ampel hinkt allerdings.
Demnach müßte der Ph Controller dann, mit den sich ständig ändernden Wetterbedingungen, spielend fertig werden, da ich eigentlich nur selten eingreifen muß. Wie weiter oben schon beschrieben neigt die KH bei gut eingefahrenen Becken eher zum Sinken. Es besteht also bei einem Controller dann noch weniger die Gefahr zuviel Co2 zuzuführen. Wie reagiert eigentlich Dein System bei einem Ph Wert Sturz(Aufgrund sinkender KH), wenn es einfach jeden Tag wenn Du auf Urlaub bist, stur seine Blasen ins Aquarium pumpt ? Misst Du permanent Deinen PH Wert ? Grundsätzlich hat eine Messung wohl mehr Vor- als Nachteile ? Diese Fragen sollen jetzt nicht zu provokant wirken, beim Düngen arbeite wiederum ich sehr intuitiv. Da wurde mir schon an den Kopf geworfen etwas mehr zu messen. :engel:



Damit wir nicht aneinander vorbei reden. Ich schaue, wenn ich zuhause bin jedesmal wenn ich vorbeigehe automatisch auf den Ph Wert Controller. Der wurde absichtlich nicht unsichtbar verbaut. Ebenso bekommt ein Freund von mir, der immer auf meine Aquarien schaut, wenn ich auf Urlaub bin,immer eine Checkliste, auf was er zu achten hat.

Eigentlich bin ich genau auf diese Diskussion gar nicht so erpicht (bitte nicht falsch auffassen), da wir genau wegen dem Thema schon einmal ziemlichen Zoff hatten, am wichtigsten ist, dass alle Vor- und Nachteile- beleuchtet wurden.

Es macht ja doch jeder was er will :bier: :engel: und das ist auch gut so...


LG

Bruno,
der jetzt seinen Sohn schlafen legt, ich wünsche allen noch einen schönen Abend
Gruß Bruno

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Postby Olli2 » 09 Mar 2011 18:36
Hey Bruno,

von Zoff sind wir doch eh meilenweit entfernt :engel:

Allerdings hinkt der Ampelvergleich nicht^^
Denn da Du ja selten eingreifen musst, regelt Dein System nicht das CO2 sondern den PH.
Also nicht den Verkehr sondern das Wetter
:nana: :nana: :nana:

Hinsichtlich Deiner Frage:
Ist doch eigentlich ganz simpel: Ich regel nach oben, Du nach unten.
Hätte ich z.B. ein Heckelbecken und keine ständige KH von mind. 3, würde ich mir vielleicht wieder was anderes ausdenken.
Ich hab eher das Gefühl, dass die KH bei mir zwischen den WW steigt. Seit einiger Zeit springt mein PH nach ca. 8 Tagen immer auf 7. Bin aber noch nicht dahinter gekommen, warum. Vielleicht gebe ich zu wenig CO zu?^^

Und sicher, mein Bordcomputer misst den PH ständig, incl. Alarmeinstellung (auch für Temperatur).

Und düngen tue ich auch freihändig. Ich behaupte auch mal, dass man nach einigen Monaten durchaus in der Lage dazu ist an seinen Pflanzen zu erkennen, was fehlt.

Grüße
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