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Postby Sumpfheini » 14 Oct 2014 08:32
Hallo Rick,

ok, ganz leichte Kante mittig hört sich nach Mittelrippe an => Aneura pinguis fällt schon mal flach.
Es gibt noch 2 andere heimische Pellia-Arten, aber endiviifolia ist sicher die häufigste. Meistens an kalkreichen Standorten. P. endiviifolia bildet in der Landform zum Winter hin typische feine Verästelungen, die an eine Riccardia erinnern.

Aber das Moos aus dem Becken muss nicht unbedingt eine Pellia-Art sein. Ist vielleicht am Rand des Beckens oder an der Quelle die Landform von dem Lebermoos zu finden?
Ein Bestimmungsschlüssel für die heimischen aquatischen thallosen Lebermoose:
http://offene-naturfuehrer.de/web/Aquatische_thallose_Lebermoose_in_Deutschland_%28Carsten_Schmidt%29
Abgesehen davon was es ist, wäre es natürl. interessant, wie es sich im Aquarium macht. Bei mäßigem Licht wahrsch. dünne aufrechte Triebe, aber bei viel Licht u. üppiger CO2- u. Nährstoffversorgung evtl. kompakter?

Valcas wrote:Riccia ist auch laut der Botanikerin (sie meinte auch Rhenana = fluitans) sehr unwahrscheinlich, sie meinte aber, dass sie davon schon so merkwürdige Formen gesehen hat, dass sie es live unterm Mikroskop sich anschauen müsste um sicher zu gehen.
Prima, dass du Kontakt zu einer Expertin hast. Mglw. werden durch die Aquaristik manche exotische Riccia-Formen in die Natur eingeschleppt, und vielleicht gibt es mal die Möglichkeit, dass die Mooskundler rausfinden, was für Riccia-Arten aus der fluitans-Gruppe sich im Hobby und Handel rumtreiben.
Jedenfalls, das "sinkende Teichlebermoos", die angebl. Riccia rhenana aus dem Handel, hat viel länglichere Äste als es in Moosliteratur für R. rhenana angegeben wird. Auch wenn es sich in der hellgrünen "Schwimmform" befindet. Und ist nach meiner Vermutung keine in Mitteleuropa heimische Riccia. Aber das müssten sich mal die Lebermoosexperten angucken.
Was die Botaniker unter R. rhenana verstehen, soll emers unter gleichen Bedingungen deutl. breitere Thalli als typische heimische R. fluitans bilden. Trotzdem ist der Artstatus von R. rhenana unsicher.

Gruß
Heiko
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Postby Valcas » 14 Oct 2014 08:58
Hallo Heiko!

Das auf dem Foto wie auch die anderen die schon im AQ sind, habe ich an schattiger stelle am ufer gesammelt, teils auch wo etwas mehr Licht war. An emerse schnipsel komm ich jetzt im Nachhinein nicht mehr ran.
Ist eine Heilquelle im Privatbesitz deswegen ist die auch noch so schön, aber die machen halt einen vodoo drum herum :D und die wollen keine Besucher (daher auch keine Fotos erlaubt da das sonst im Netz verbreitet wird und mehr Menschen kommen usw)..
Das mitten in der Quelle (da kam ich leider nicht hin zum sammeln) bildete richtige schöne dichte Polster und steht im Licht.

Das mit der Mittelrippe kann ich wirklich nicht genau sagen, ist einfach ein Knick der aber so schwach verläuft dass ich den nur an den größeren Ästen erkennen kann, sich aber vor der Gabelung wieder verliert bzw kann ichs nicht erkennen. Ich warts ab vielleicht wird das noch stärker ausgeprägt.
Grüße
Rick
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Postby Sumpfheini » 14 Oct 2014 09:31
Hallo Rick,
Valcas wrote:Ist eine Heilquelle im Privatbesitz deswegen ist die auch noch so schön, aber die machen halt einen vodoo drum herum :D und die wollen keine Besucher (daher auch keine Fotos erlaubt da das sonst im Netz verbreitet wird und mehr Menschen kommen usw)..
OK :D
Du könntest auch versuchen, was davon auf feuchter Erde emers zu ziehen, jetzt im Herbst dürfte das auch noch im Freiland gut klappen.

Aneura dürfte auch keine schwache Kante auf der Unterseite haben, höchstens rund, konvex, vgl. http://species-id.net/o/media/thumb/c/c2/AquMakroph_Aneura_pinguis_Zeichnung_von_Birgit_Kreimeier.png/400px-AquMakroph_Aneura_pinguis_Zeichnung_von_Birgit_Kreimeier.png&rnd=9483
Darum denke ich, die kann man ausschließen.

Gruß
Heiko
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Postby Valcas » 14 Oct 2014 10:13


Naja, ich hab jetzt zum Vergleich einen Schnipsel vom AQ rausgeholt. Die neuen Äste sind teilweise bereits 5mm lang (leider für meine Kamera zu klein um ein gutes Foto zu machen) und etwas heller als die alten. Und siehe da von einer Mittelrippe keine spur, nichtmal eine Kante und ist 1:1 wie es der Querschnitt von der Skizze zeigt!
Wie sieht das bei Pellia aus? da müsste doch schon von anfang an eine Rippe zu sehen sein oder?

Bei Aneura pinguis.. geht das dann auf dauer submers gut?
Grüße
Rick
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Postby Sumpfheini » 14 Oct 2014 11:27
Valcas wrote:Naja, ich hab jetzt zum Vergleich einen Schnipsel vom AQ rausgeholt. Die neuen Äste sind teilweise bereits 5mm lang (leider für meine Kamera zu klein um ein gutes Foto zu machen) und etwas heller als die alten. Und siehe da von einer Mittelrippe keine spur, nichtmal eine Kante und ist 1:1 wie es der Querschnitt von der Skizze zeigt!
OK, aber wenn die älteren eher eine Kante haben, spricht das gegen Aneura. Ich würde sagen, bei allen möglichen Leber- u. Laubmoosen können schwach entwickelte bzw. submerse Triebe untypisch ausgebildete Merkmale haben. Auch darum empfehle ich, das emers wachsen zu lassen.
Valcas wrote:Bei Aneura pinguis.. geht das dann auf dauer submers gut?

Das hat vielleicht noch niemand getestet, zumindest kenne ich nichts Veröffentlichtes darüber. Die Art ist im Aquarienhobby anscheinend praktisch unbekannt. Soll in der Natur nicht selten sein, habe aber noch nicht bewusst drauf geachtet, bzw. falls ich sie mal gesehen haben sollte, evtl. für Pellia endiviifolia oder P. epiphylla gehalten.

Gruß
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Postby Valcas » 14 Oct 2014 12:56
Sumpfheini wrote:OK, aber wenn die älteren eher eine Kante haben, spricht das gegen Aneura. Ich würde sagen, bei allen möglichen Leber- u. Laubmoosen können schwach entwickelte bzw. submerse Triebe untypisch ausgebildete Merkmale haben.


Is schon was mit den Moosen, da wird das bestimmen von denen ja zu ner lustigen Sache :D

Für Pellia würde auch der Fundort sprechen, habe gelesen die hat das weiche Wasser gern!
Ich werds mal wachsen lassen und weiter mit Fotos berichten :grow:
Grüße
Rick
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Postby Sumpfheini » 14 Oct 2014 15:58
Hallo Rick,
Valcas wrote:Is schon was mit den Moosen, da wird das bestimmen von denen ja zu ner lustigen Sache :D
So sieht's aus :smile:
Valcas wrote:Für Pellia würde auch der Fundort sprechen, habe gelesen die hat das weiche Wasser gern!

Die endiviifolia kommt gerade im Kalkigen häufig vor. Pellia epiphylla und P. neesiana dagegen lt. Bestimmungsbüchern eher an sauren, kalkarmen Standorten. Habe mal P. epiphylla an einem Bachrand im Harz gesehen (nicht selber bestimmt, das war auf einer geführten Moosexkursion), sah wie emerses Monosolenium aus.
P. epiphylla und neesiana könnten dann auch in Frage kommen. Aber wie gesagt, das Zeug müsste emers gewachsen sein, bevor man Genaueres sagen kann.

Gruß
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Postby Valcas » 14 Oct 2014 16:49
Sumpfheini wrote:das Zeug müsste emers gewachsen sein


Mh.. naja... Ehrlich gesagt keine Lust dazu :D
Wenns sich auch später nachdems jetzt im AQ gewachsen ist nicht bestimmen lässt geb ichs halt auf (evtll mal der Botanikerin zuschicken).
...Solangs im AQ toll ausschaut :lol: wird sich dann eh noch zeigen.

Vielen vielen Dank für die Hilfe! Jetz kann ichs wenigstens eingrenzen :smile:
:tnx:
Grüße
Rick
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Postby Sumpfheini » 14 Oct 2014 22:02
Hi Rick,

OK, dann mal schauen, mich interessiert auch, wie das im Aq. wird.
Valcas wrote:Jetz kann ichs wenigstens eingrenzen :smile:

Riccia, Aneura und auch Riccardia ist es sicherlich nicht, aber außer Pellia gibt es noch weitere bei uns heimische thallose Lebermoos-Gattungen mit Mittelrippe bzw. Verdickung auf der Unterseite, die am Wasser bzw. an zeitw. überschwemmten Stellen vorkommen. Siehe auch den "Offene Naturführer"-Link weiter oben.

Gruß
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