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Beitragvon Kejoro » 23 Jun 2018 00:28
Hallo Julian,

ja, die Expositionsstellung hat ihre Vorteile ob ihrer Zuordenbarkeit. Man sieht Mängel direkt und man hat freie Sicht.

Zum Phosphatmangel. Bereits einen Tag nach der Zugabe, gab es eine Besserung:
und das bei einem Becken ohne großartige CO2-Zufuhr (20mg/l sind stahlblau) und 380lm über 60x30cm Fläche.
Im Hintergund sieht man, dass ein PO4-Mangel nicht überall gleich stark ausfallen muss. Der linke Trieb ist viel stärker am mängeln als der rechte. Über dem Fisch ist ein weiterer, stark gewachsener Trieb zu erkennen. Mittlerweile treiben alle etwas stärker aus. In einer Woche wird man die Unterschied viel besser sehen als jetzt. Da kann ich davon ausgehen, dass alle Pflanzen den PO4-Anstieg mitbekommen haben. Momentan sieht es so aus, als dass einige in der Hinsicht nachzügeln.
Bzgl der Reaktion der Pflanzen kann ich hier auf einen PO4-Mangel schließen! Und ob der Sicherheit bin ich mir selten bewusst.
Interessant ist aber, dass immernoch so viel Mulm entsteht
Ich geh hier noch einen Schritt weiter und sage "warum so viel Mulm nicht abgebaut wird?". An der Entstehung des Mulms kann ich nicht schrauben. Der fällt an. Da ist jedes System individuell. Deutlich hab ich das beim 200l-Becken gemerkt, das dunkel einlief und ein halbes Jahr ohne Besatz auskam. Ich musste anfangs alle 3 Wochen Mulm saugen... Noch viel interessanter finde ich, dass das hier gezeigte Becken mal einwandfrei funktioniert hat! Das läuft nur mit einem Ansaugschutzt mit dem Eden 501. Vernachlässigbare Filtermattengröße geschätzt daumengroß. Passt gerade so um den Ansaugstutzen.
Umso interessanter finde ich folgendes: zwischen den Bildern liegen lediglich vier Tage
(vor vier Tagen)
(jetzt)
Das nenne ich einen Fortschritt, bzw Abbau :D
Allerdings ist das die einzige Stelle im Becken. Die wird vom Keil sehr gut angeströmt. Im Rest sieht man die allgegenwärtigen Würste...
Die Wurstausbildung würde ich unter den Stichpunkt "Spurenelementeunverfügbarkeit" verbuchen. Abbauprozesse gibt es in dem Becken! Das zeigt das letzte Bild.

Die Frage ist: "Warum ist das nicht überall so?"

Im Übrigen habe ich einen Auszug aus einem Buch gefunden, dass EDTA ein Inhibitor für Spurenelemente sei. Das wird also vom EDTA (ich generalisiere das mal auf alle stärkeren Chelatierer) vor den Bakterien versteckt, was durchaus zu einer Beeinträchtigung der Abbaukette führt. Beispiele hierfür finden sich in manchen Deorollern. EDTA verhindert hier, dass Bakterien Buttersäure bilden. Das ist eine Abbaukette. Momentan sehe ich keinen Grund, warum das nicht auch auf andere Bakterien/Abbauketten übertragbar sein soll.

Zur Einordenbarkeit: Es gibt Becken, die können damit umgehen. Das steht außer Frage und ist Gesetz(t).
Aber gegenläufige Beobachtungen zeigen, dass hier durchaus eine Abhängigkeit zu synthetischen Chelaten gegeben ist. In den nächsten Monaten werde ich den Cube mal wieder mit Ferrdrakon beträufeln und werde den daraus resultierenden Zustand dokumentieren. Da
bin ich gespannt, ob das reproduzierbar ist!
Ich denke nicht, dass ich das alleine auflösen kann, jemals.

Ein Wasserwechsel macht aus meiner Sicht momentan keinen Sinn. Dafür passiert zu viel!

Schöne Grüße ins Wochenende
Kevin
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Beitragvon unbekannt1984 » 23 Jun 2018 12:07
Hallo Kevin,

hast du noch Erkenntnisse aus den Sachen vom Ruhrverband (Wasserpflanzen in den Ruhrstauseen) ziehen können und ggf. auf deine Aquarien übertragen?

Ich muss zugeben, als du den Link von mir bekommen hast und dann nach weniger als 90 Minuten mit Fehlern in der Studie um die Ecke gekommen bist, da habe ich dich eher für einen Chatbot gehalten...
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

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Beitragvon nik » 23 Jun 2018 13:50
Hi Kevin,

Kejoro hat geschrieben:Zum Phosphatmangel. Bereits einen Tag nach der Zugabe, gab es eine Besserung:
IMG-20180620-WA0016.jpeg
und das bei einem Becken ohne großartige CO2-Zufuhr (20mg/l sind stahlblau) und 380lm über 60x30cm Fläche.

die Verringerung der Triebspitze kam aufgrund des mäßigen Zustandes der Pflanzen nicht so raus, habe ich erst genauer schauen müssen, aber wenn die P-Zugabe das so schnell löst, dann passt das schon.
In einem Becken in gutem Zustand ist das Auftreten des P-Mangels deutlicher.

Interessant ist aber, dass immernoch so viel Mulm entsteht. Ich geh hier noch einen Schritt weiter und sage "warum so viel Mulm nicht abgebaut wird?".
An der Entstehung des Mulms kann ich nicht schrauben. Der fällt an.

Sicher hängt die Mulmmenge erst einmal vom Futter ab, aber die Pflanzen spielen auch eine Rolle.

In meinem 25x25x40 ("Remain a Mo") habe ich bis auf wenige Blasenschnecken keinen Besatz und wegen der Clado ziemlich herumfuhrwerken müssen. Die Mangelerscheinungen waren nicht gravierend, auf einem Bild sieht man die wohl nicht, aber es fiel relativ viel Mulm an. Eigentlich sehe ich den lockeren Mulm lieber als den weiter mineralisierten Feineren.

Wenn du glaubst etwas geradeziehen zu müssen, dann mache das über Nährstoffaustrag mittels reichlicher Wasserwechsel und nachträglichem sauberen Aufdüngen. So bekommst du das Becken nährstoffmäßig hin wo du es haben willst.
Das wäre eine Möglichkeit und wenn das bei deinem Bekannten mit dem Einfahren so gut funktioniert, dann frage ihn mal nach 'ner Handvoll Pflanzen.

Im Übrigen habe ich einen Auszug aus einem Buch gefunden, dass EDTA ein Inhibitor für Spurenelemente sei. Das wird also vom EDTA (ich generalisiere das mal auf alle stärkeren Chelatierer) vor den Bakterien versteckt, was durchaus zu einer Beeinträchtigung der Abbaukette führt. Beispiele hierfür finden sich in manchen Deorollern. EDTA verhindert hier, dass Bakterien Buttersäure bilden. Das ist eine Abbaukette. Momentan sehe ich keinen Grund, warum das nicht auch auf andere Bakterien/Abbauketten übertragbar sein soll.

Chelatoren sind per se Inhibitoren! Mich treibt ja die Frage um, wie weit sind die notwendig?

Das wäre aber ein neuer Aspekt, wenn Pflanzen Chelatkomplexe aufnehmen könnten und Bakterien nicht! Bei diesen Zusammenhängen(Deo Roller) bin ich misstrauisch, es ist aber geeignet mich in Zukunft darauf achten zu lassen. Macht natürlich auch den Versuch mit organisch chelatierten SE unter günstigen Bedingungen (weiches Wasser, niedrigerer pH, kein anwesendes Phosphat) attraktiver.

Ein Wasserwechsel macht aus meiner Sicht momentan keinen Sinn. Dafür passiert zu viel!

Im Sinne von Nährstoffe gerade ziehen schon, den würde ich dann aber bewusst häufiger und reichlicher durchführen. Ich habe Zweifel, dass es nur ein paar Wasserwechsel tun.

Gruß, Nik
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Beitragvon Kejoro » 23 Jun 2018 22:02
Hallo zusammen,

Hi Torsten,
unbekannt1984 hat geschrieben:hast du noch Erkenntnisse aus den Sachen vom Ruhrverband (Wasserpflanzen in den Ruhrstauseen) ziehen können und ggf. auf deine Aquarien übertragen?
Nein. Mit dem Bericht wird einem nur klar, dass es nicht viele Nährstoffe braucht, um Wachstum zu haben. Dass ein kompletter See binnen Tagen zuwuchern kann, bei einem kaum nachweisbaren PO4-Gehalt ist schon eine Aussage!
Das fügt sich vollständig in Niks Aquarstik ein, nur dass er das Modell eines Aquariums um die Mikroflora erweitert. Eigentlich zielen alle seine Maßnahmen (Filterung und Phosphat so gering wie möglich, so viel wie nötig, üppig Spurenelemente) auf die Mikroflora/dem Biofilm ab. Hierzu findest Du nichts in solchen Berichten :(
Ich muss zugeben, als du den Link von mir bekommen hast und dann nach weniger als 90 Minuten mit Fehlern in der Studie um die Ecke gekommen bist, da habe ich dich eher für einen Chatbot gehalten...
Das fasse ich mal als Kompliment auf :D War allerdings nur Zufall. Wäre das nicht in der Abbildungsunterschrift gewesen, hätte ich das nie gefunden.


Guten Abend Nik,
nik hat geschrieben:In einem Becken in gutem Zustand ist das Auftreten des P-Mangels deutlicher.
Darauf warte ich im Cube schon eine ganze Weile :lol: Werde berichten.
Sicher hängt die Mulmmenge erst einmal vom Futter ab, aber die Pflanzen spielen auch eine Rolle.
Je nach Betriebsweise kommt das meiste sogar von den Pflanzen. Im 200l Becken war bis vor kurzen noch kein Besatz. Jetzt sind 18 Amanos drin. Da gibts 2x im Monat ein Mitleidssnack. Fällt nicht ins Gewicht. Das Becken lief eine ganze Zeit lang echt mies. Kaum Wachstum. Mittlerweile kommt das in die Pötte und die entstehende Mulmmenge nimmt ab. Allerdings war der teilweise so "schwer", dass der nicht ohne Sand mitkommt. Nun ist der absaugbar.
Das lasse ich mal so stehen. Ich kann es nicht deuten; ist lediglich eine Beobachtung.

Chelatoren sind per se Inhibitoren! Mich treibt ja die Frage um, wie weit sind die notwendig?
Da bin ich dran. Mich beschäftigen zur Zeit die schwerstlöslichen SE-Verbindungen. Chelatoren werden ja nur benötigt, um die Metalle in Lösung zu halten. Das ist weitum bekannt.
Zum Schluss gibt's ein paar Formeln und Diagramme, die unter verschiedenen Bedingungen die Löslichkeit der einzelnen Metalle angiben. Das hängt auch von der absoluten Konzentration ab (Massenwirkungsgesetzt). Davon erhoffe ich mir wenigstens einen groben Überblick zu bekommen, wie viel von was im Wasser rumtreiben kann. Quasi um ein Gefühl dafür zu bekommen.

Das wäre aber ein neuer Aspekt, wenn Pflanzen Chelatkomplexe aufnehmen könnten und Bakterien nicht!
Das ist in erster Linie nur mal eine Vermutung/Idee. Wie relevant bzw. wichtig/richtig diese ist, sei dahingestellt.
Es fällt mir jedenfalls auf, dass sich durch Zugabe von synth-chelatierten Dünger die Zusammensetzung im Biofilm stark in Richtung Punktalge verschiebt. Die Algen müssen gegenüber den unsichtbaren Teilnehmern damit einen Vorteil haben. Das hängt auch stark vom Licht ab. Man sieht in dem Keilbecken eine klare Grenze bis zu der noch Punktalgen möglich sind. Der Rest des Glases bleibt klar.
Den reifen Biofilmen ist das egal. Die können damit umgehen. Dahin will ich. Aber momentan mag ich die Chelattheorie ein wenig weiter prüfen.

Schöne Grüße,
Kevin
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Beitragvon unbekannt1984 » 24 Jun 2018 04:46
Hallo Kevin,

Kejoro hat geschrieben:Dass ein kompletter See binnen Tagen zuwuchern kann, bei einem kaum nachweisbaren PO4-Gehalt ist schon eine Aussage!
Das fügt sich vollständig in Niks Aquarstik ein, nur dass er das Modell eines Aquariums um die Mikroflora erweitert. Eigentlich zielen alle seine Maßnahmen (Filterung und Phosphat so gering wie möglich, so viel wie nötig, üppig Spurenelemente) auf die Mikroflora/dem Biofilm ab.

man könnte ja mal bei Robert anklopfen ob er noch ein bisschen Eisen(III)-sulfat hat. Ist das Phosphat aus der Wassersäule kann es ja wohl kaum irgendwelche Algen fördern (Aufsitzer- und Schwimmpflanzen leider auch nicht mehr), aber Pflanzen mit Wurzeln - die sich aus dem Bodengrund versorgen können - die kommen heran.

Also z.B. der Hengsteysee - der ebenfalls von der Wasserpest betroffen ist - wird wohl so alle 30 Jahre ausgebaggert, was da an Sediment ankommt (und die Wasserpflanzen versorgt - Robert hat dir dazu ein Paper verlinkt) ist wohl schon ziemlich extrem. Entfernt man das Phosphat also lediglich aus der Wassersäule und verlagert es in den Boden, dann könnte man das als Natur-nahe bezeichnen.
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

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Beitragvon nik » 24 Jun 2018 08:03
Guten Morgen Kevin,
Kejoro hat geschrieben:
nik hat geschrieben:Sicher hängt die Mulmmenge erst einmal vom Futter ab, aber die Pflanzen spielen auch eine Rolle.

Je nach Betriebsweise kommt das meiste sogar von den Pflanzen. Im 200l Becken war bis vor kurzen noch kein Besatz. Jetzt sind 18 Amanos drin. Da gibts 2x im Monat ein Mitleidssnack. Fällt nicht ins Gewicht. Das Becken lief eine ganze Zeit lang echt mies. Kaum Wachstum. Mittlerweile kommt das in die Pötte und die entstehende Mulmmenge nimmt ab. Allerdings war der teilweise so "schwer", dass der nicht ohne Sand mitkommt. Nun ist der absaugbar.
Das lasse ich mal so stehen. Ich kann es nicht deuten; ist lediglich eine Beobachtung.

Mulmqualität ist auch nicht einfach zu deuten. Es lässt sich jedenfalls allgemein erkennen, dass es einen fließenden Übergang von stark vermulmenden Becken mit hohem, meist durch Algen und(/oder) schlecht wachsende Pflanzen bedingten Umsatz und einen entsprechenden Mulmanfall haben. Das geht eben auch mit einer entsprechenden Optik von sehr schmuddelig bis clean einher. Mulmfrei wird das in Sand nie, der liegt obenauf, in gröberen Substraten verschwindet er darin oder in (Matten-)Filtern. Ohne Mulm ist nicht. Der beste Fall ist geringer Mulmanfall und gute Verarbeitung, halt ein gutes Becken.
In deinen letzten Bildern zum Mulm sieht man die Veränderung vom flockigen zum feinen Mulm. Das ist in der Veränderung interessant, weil es sich verändert. Mit bombigen Becken bringe ich flockigen Mulm in Verbindung, habe derzeit aber auch eins mit feinem Mulm, das ist aber offensichtlich nur die "nächste Mineralisationsstufe" weil ich an den Mulm insgesamt nicht gut rankomme.
Darüber hinaus hat der Mulm mir keine grundsätzliche Bedeutung, Ansammlungen sind kein Vorteil und ich entferne sie so gut es geht.


Zum Schluss gibt's ein paar Formeln und Diagramme, die unter verschiedenen Bedingungen die Löslichkeit der einzelnen Metalle angiben. Das hängt auch von der absoluten Konzentration ab (Massenwirkungsgesetzt). Davon erhoffe ich mir wenigstens einen groben Überblick zu bekommen, wie viel von was im Wasser rumtreiben kann. Quasi um ein Gefühl dafür zu bekommen.

Wolltest du die anhängen? Würde ich mir ansehen wollen.

Das wäre aber ein neuer Aspekt, wenn Pflanzen Chelatkomplexe aufnehmen könnten und Bakterien nicht!
Das ist in erster Linie nur mal eine Vermutung/Idee. Wie relevant bzw. wichtig/richtig diese ist, sei dahingestellt.

Ja, der Gedanke bietet sich an, aber so etwas lässt sich nur über Beobachtung (eines übersichtlichen Systems) einordnen.

Es fällt mir jedenfalls auf, dass sich durch Zugabe von synth-chelatierten Dünger die Zusammensetzung im Biofilm stark in Richtung Punktalge verschiebt. Die Algen müssen gegenüber den unsichtbaren Teilnehmern damit einen Vorteil haben. Das hängt auch stark vom Licht ab. Man sieht in dem Keilbecken eine klare Grenze bis zu der noch Punktalgen möglich sind. Der Rest des Glases bleibt klar.

Na ja, ich kann ja beinahe verallgemeinern, dass ich mich um Algen nicht schere, sie interessehalber beobachte. Explizit was tun muss ich nur bei der Clado, sonst ist das nur konsequent optimierter Betrieb. Außer einer entlastenden Lichtreduktion alles völlig normal, halt konsequent - was es bei einem stabilen Becken nicht braucht. Alles nix Neues. Punktalgen bekomme ich nur in strömungsarmen Ecken. Die Strömung hat mehr Einfluss als Licht. Die Strömung kann man aber auch so deuten, dass sie lediglich (über Abwesenheit) Probleme aufzeigt. Das kann eben auch strömungsfrei frei von Punktalgen sein

Den reifen Biofilmen ist das egal. Die können damit umgehen. Dahin will ich. Aber momentan mag ich die Chelattheorie ein wenig weiter prüfen.

Ja, möglich dass aufzunehmende Chelatkomplexe eine be(un)günstigende Wirkung haben. Mir ist im Hinterkopf, dass Ionen leichter aufzunehmen sind als große Chelatkomplexe.

ich will weg von der synth. Chelatierung, obwohl die mit guten Gründen funktioniert und bin schon auch sicher, dass das organisch, vielleicht sogar nicht chelatiert besser funktioniert, aber dazu muss ich mir den Dünger selber machen. Es ist einfach so, dass es in der Spitze (vor allem bei viel Licht) schwierig ist den Pflanzen Nährstoffe ausreichend nahe zu bringen. Das sieht schon so aus, als wäre synth. Chelatierung hinderlich. Die Alternative ist schwach chelatiert mit brauchbaren Verhältnissen, beim ~27:1-Verhältnis Fe:Mn kann ich nicht mit. Muss ich mal suchen, wie das natürlich aussieht.

Gruß, Nik
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Beitragvon Kejoro » 24 Jun 2018 12:28
Hallo Torsten,

unbekannt1984 hat geschrieben:man könnte ja mal bei Robert anklopfen ob er noch ein bisschen Eisen(III)-sulfat hat. Ist das Phosphat aus der Wassersäule kann es ja wohl kaum irgendwelche Algen fördern (Aufsitzer- und Schwimmpflanzen leider auch nicht mehr), aber Pflanzen mit Wurzeln - die sich aus dem Bodengrund versorgen können - die kommen heran.
Und die Praxis zeigt, dass es doch reicht :lol: Vergiss nicht die Rücklösung von Eisenphosphat in das Wasser. Das hängt sehr stark vom pH ab. Müsste man sogar messen können. Ein kräftiger Wasserwechsel um von KH5 auf z.B. KH0 zu kommen und ein ehemals üppig gedüngtes Becken dürfte einen PO4-Peak haben. Das geht natürlich nur, wenn davor entsprechend was im Boden/Filter steckt. Kleines Beispiel aus meinen Berechnungen
PO4,g steht für das gesamte Phosphat im Wasser und teilt sich auf in H3PO4, H2PO4-, HPO42- und das bindungsfreudige PO43-
pH=7 : 1,3mg/l PO4,g
pH=6 : 87,3mg/l PO4,g
Dass das nicht stimmen kann, ist klar. Zeigt aber, wie die Änderung der Löslichkeit des Fe(III)PO4 einzuordnen sind. Das hier zugrundeliegende Modell ist noch nicht reif. Das wird überarbeitet, sobald ich privat mehr Luft hab.

Also z.B. der Hengsteysee - der ebenfalls von der Wasserpest betroffen ist - wird wohl so alle 30 Jahre ausgebaggert, was da an Sediment ankommt (und die Wasserpflanzen versorgt[...]) ist wohl schon ziemlich extrem. Entfernt man das Phosphat also lediglich aus der Wassersäule und verlagert es in den Boden, dann könnte man das als Natur-nahe bezeichnen.
Nein :D Das mit dem Sediment ist eine unerwünschte Erscheinung. Daher wird das auch ausgebaggert. Das kann man im Aquarium präventieren. Im See ist das böser/mit viel Aufwand verbunden.
Ich würde nicht versuchen unter jedem Zwang die hiesigen Zustände auf's Aqaurium zu übertragen. Lieber das Gelesene reflektieren und versuchen einzuordnen und das daraus gelernte in der Praxis umzusetzen. Zu dem Gelesenen gehören hier auch alle 1. Hilfe-Threads ^^


Hallo Nik,

Der beste Fall ist geringer Mulmanfall und gute Verarbeitung, halt ein gutes Becken.
und wie gering dieser Anteil sein kann, unterschätzen viele! Ich denke, ich stelle das Keilbecken wieder auf schwach-chelatiert um. Vielleicht wird es wieder wie früher. Da hat es Monate gedauert, bis Mulm überhaupt auffiel.

Zum Schluss gibt's ein paar Formeln und Diagramme, die unter verschiedenen Bedingungen die Löslichkeit der einzelnen Metalle angiben. Das hängt auch von der absoluten Konzentration ab (Massenwirkungsgesetzt). Davon erhoffe ich mir wenigstens einen groben Überblick zu bekommen, wie viel von was im Wasser rumtreiben kann. Quasi um ein Gefühl dafür zu bekommen.

Wolltest du die anhängen? Würde ich mir ansehen wollen.
Es gibt noch nicht allzu viel. Momentan steht lediglich die Löslichkeit für Eisenphosphat in Abhängigkeit zum pH im molaren Verhältnis von 1:1. Im Anhang ist das Programm dafür. Das generiert zwei csv-Dateien, die sich wunderbar ins Excel integrieren lassen. Kompiliert wird's mit
Code gcc -Wall po4_berechnung.c -lm
Links molare Menge, rechts Massenmenge. PO4,g ist stets absolut gesehen, den Rest normiere ich hierauf.
Im Programm findest du Ähnlichkeiten hierzu.

Das wäre aber ein neuer Aspekt, wenn Pflanzen Chelatkomplexe aufnehmen könnten und Bakterien nicht!
Das ist in erster Linie nur mal eine Vermutung/Idee. Wie relevant bzw. wichtig/richtig diese ist, sei dahingestellt.

Ja, der Gedanke bietet sich an, aber so etwas lässt sich nur über Beobachtung (eines übersichtlichen Systems) einordnen.
Übersichtlich:
- Geringfilterung
- keine PO4-Depots. Eigentlich überhaupt keine Depots!
- Vollständige Düngung
Fehlt noch was?

[...] aber dazu muss ich mir den Dünger selber machen.
Kremsers SE-Mischung gibt es schon und Eisen- und Mangansalze kannst du auftreiben. Ich habe hier Eisen(II)-Sulfat x 7H2O und Mangan(II)-Sulfat x H2O. Damit funktioniert es.

ich will weg von der synth. Chelatierung, obwohl die mit guten Gründen funktioniert und bin schon auch sicher, dass das organisch, vielleicht sogar nicht chelatiert besser funktioniert[...]
Da sprechen eigentlich nur die Ausfällungen dagegen. Die bekommt man aber durch Ansäuern in Griff. Neben Phosphat gibt es noch die Hydroxide und die Karbonate, die gerne Verbindungen eingehen.
Eine Übersicht kann man sich auf dieser Seite holen, sobald sie wieder aktiv ist ^^. Das findet man indem auf das interessierte Element geklickt wird und dann links auf Massenwirkungsgesetzt navigiert.

Schöne Grüße
Kevin

Dateianhänge

PO4_pH.pdf
(136.89 KiB) 3-mal heruntergeladen
hier noch die csv, die dabei entsteht. Dateiende bitte selbst anpassen. Ich bekomme keine anderen Formate hier ins Forum geladen^^

po4_berechnung.pdf
(2.08 KiB) 3-mal heruntergeladen
Bitte .pdf durch .c ersetzen.

Kejoro
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Beitragvon nik » 24 Jun 2018 17:16
Hi Kevin,

Kejoro hat geschrieben:Übersichtlich:
- Geringfilterung
- keine PO4-Depots. Eigentlich überhaupt keine Depots!
- Vollständige Düngung
Fehlt noch was?

Na ja, irgendwas in der Qualität von Poolfiltersand 0,4 - 0,8 mm, hast du ja und bei der Geringfilterung geht der Trend zu ganz ohne ^^, ich habe derzeit nur solche, besetzt oder nicht.


37447
Das ist meine Baustelle, geht momentan auch nicht sonderlich vorwärts. Ich bin seit 6 Wochen so gut wie nie in F, auch nur heute einen Tag. Eigentlich ist es bezüglich Pflege verlottert, trotzdem erholt sich das langsam von alleine. Die Scheiben werden frei, das Wasser wird wohl klarer, werde ich aber noch mal wechseln. Die Wurzeln färben immer noch ziemlich. Die C. parva wächst je nach Versorgung schubweise schnell und gut oder derzeit mit deutlichen Chlorosen. Das Becken kann ich unter den Sand düngen, das geht dann per Diffusion durch den ins Freiwasser. Mache ich das mit KramerDrak, dann gibt es Cyanobakterien im Sand. Das darf nicht sein! Interessant ist es trotzdem. ^^ Die Chlorose der parva ist über eine Wasserdüngung leicht zu beseitigen.
Besatz keiner, ein paar Blasenschnecken, keine Filterung, nur mit einem Seliger Niedervolt-Pümpchen, 1 Watt, gerührt und 60 lm/l mit 08/15 Zwei-Banden-LED.
Weshalb ich das überhaupt zeige, das ist der reichliche Mulm in der parva. Es fällt relativ viel an. An den Pflanzen liegt es nicht, von denen sind selbst älteste Blättchen in einem erstaunlich guten Zustand. Die schlechteste ist noch die parva. Da geht so gut wie nix verloren. Mulm entsteht hier wohl primär aus dem noch hohen Umsatz des Biofilms, katalysiert durch die Blasenschnecken. Der Ansatz wäre dann den Mulm über den stabilen Biofilm zu vermeiden so wie auch bei Pflanzen gut erhaltene alte Blätter den Mulmumsatz niedrig halten und eben nicht den anfallenden Mulm möglichst weitgehend zu mineralisieren. Das ist sicher ein interessanter Nebeneffekt. Mit dem stabilen Biofilm erledigt sich das Problem von selbst. So wird das vermutlich bei deinem vorher gut Laufenden auch gewesen sein. -Wobei es mich wundert so ein Becken aus der Bahn zu bringen ...
3744937448

Kremsers SE-Mischung gibt es schon und Eisen- und Mangansalze kannst du auftreiben. Ich habe hier Eisen(II)-Sulfat x 7H2O und Mangan(II)-Sulfat x H2O. Damit funktioniert es.

Ich weiß, ich kann mit Andreas seit weit über 20 Jahren supergut. Er ist einfach ein Guter. Ich hätte halt gerne gehabt, dass Tobi aus dem Quark kommt. ^^ Hat bei ihm aus verschiedenen Gründen keine Prio. Das Resultat wird sein, dass ich mir die Plörre doch selber zusammenschütte. Bor muss ich noch mal. Letztens ist es zurück gegangen - weil ich lange genug nicht zuhause war.
Außerdem wäre derzeit schlappe Citronensäure mein Favorit. Ob es was anderes wird, liegt auch an dessen Verfügbarkeit, z.B. Gluconsäure. Ascorbinsäure ist kein Problem und ist noch nicht raus, die ist sauer.


Da sprechen eigentlich nur die Ausfällungen dagegen. Die bekommt man aber durch Ansäuern in Griff. Neben Phosphat gibt es noch die Hydroxide und die Karbonate, die gerne Verbindungen eingehen.
Eine Übersicht kann man sich auf dieser Seite holen, sobald sie wieder aktiv ist ^^. Das findet man indem auf das interessierte Element geklickt wird und dann links auf Massenwirkungsgesetzt navigiert.

Danke, den link habe ich schon.
Weiß nicht ob es bekannt ist, das ist ganz nett.

Gruß, Nik
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