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Postby nik » 24 Jun 2010 22:08
Hallo Jens,

Jens_Vom_Bodensee wrote:Über das Thema Vollentsalzen hatte ich mir auch schon gedanken gemacht...nur das will ich eigentlich gar nicht anfangen.

und wie wäre es mit einem schwachsauren Kationenharz, das wäre eine einsäulige Anlage mit hoher Kapazität, reduzierte KH gegen 0 und GH gegen 1.3. Passte wie Arsch auf Eimer. ;)

24 ml Dünger wäre nach Vorgabe, kannst du am Ende der Woche noch Fe nachweisen?

Das ist nahe am Estimative Index. ;) Wenn ich bequem bin, das bin ich meist, dann dünge ich mit dem Wasserwechsel die Wochendosis und gebe dann jeden Tag 1/7 Wochendosis (bei dir ca. 3,5 ml) hinzu. Das hält den Düngerstand nach dem Wasserwechsel aufrecht und vermeidet recht sicher Defizite. Beim Wasserwechsel wäre nur das Frischwasser mit der Wochendosis zu düngen.

Gruß, Nik
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Postby Jens_Vom_Bodensee » 25 Jun 2010 11:49
Hi Nik,

also du meinst das Wasser über Harz entkarbonisieren und die GH auch raus, dann wieder aufmischen mit PMS oder
Normalwasser bis die KH bei 5 ist?

Wie oft müsste so ein Harz regeneriert werden? Ich habe noch ein entsprechendes Gerät rumliegen, allerdings weiss ich nicht welches Harz drin ist :bonk: ...entweder was wo Nitrat rausbringt oder es ist ein Harz wo KH rausbringt.
Ist so in der Grössenordnung 1-2 l und ein Rohr. Ist schon mal mit einem Loch versehen worden um das Harz zu tauschen...

Durchsatz war nicht immer so toll, es dauert halt deutlich länger die Arbeit so zu machen. Ich schrieb ja, aktuell ist die Verbreitung der Pinsel/Bartalgen stagniert. aber weg gehen die noch nicht. Ich habe jetzt seit ca. 1 Woche das EC abgesetzt,
CO2 optimiert ( aktuell ist der Test Hellgrün, wobei ich den Inhalt mal tausche um ein Aktuelle Färbung zu bekommen.)

FE habe ich jetzt nicht mehr gemessen, ich denke das es gegen 0 geht, da ich immer so die Erfahrung gemacht habe. PO4
ist nachweisbar aber ohne deutlich einen Wert zu zeigen, etwas unter 0,1 mg/l

PMS tu ich immer erst ein zwei Tage nach dem WW rein. dann wird das etwas besser messbar.

Woher kann ich billig ein Harz bekommen, im Kellereibedarf ? der wäre in der Nähe.

Grüsse Jens
viele Grüsse
Jens vom Bodensee
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Postby nik » 25 Jun 2010 21:52
Hi Jens,

wegen einem schwach sauren Kationenharz kannst du bei aquarientechnik-gralla.de oder aquaacomplete.de schauen. Bei letzterem evtl. anrufen. Das Harz hat eine sehr hohe Kapazität mit 2 l kannst du - grob - 500 L entcarbonisieren. In den links steht auch zur Regenerierung.

also du meinst das Wasser über Harz entkarbonisieren und die GH auch raus, dann wieder aufmischen mit PMS oder
Normalwasser bis die KH bei 5 ist?

Wenn ich wieder allerdings vollentsalze, werde ich das mit KH 1-2 anfangen, das wird dann weniger werden.
5 KH kannst du machen, aber weicheres Wasser ist für die meisten Weichwasserpflanzen günstiger. Das bringt auch Verantwortung bezüglich CO2 mit sich. Die Kombination aus KH und CO2 sollte einen pH zwischen 6,3 und 7 ergeben. Mehr als 20 mg/l CO2 brauche ich nie und bei 10 mg/L gibt es auch kein Problem. Wer mit viel CO2 Probleme verbessern kann, hat woanders ein Problem und schustert am Symptom.

FE habe ich jetzt nicht mehr gemessen, ich denke das es gegen 0 geht, da ich immer so die Erfahrung gemacht habe. PO4
ist nachweisbar aber ohne deutlich einen Wert zu zeigen, etwas unter 0,1 mg/l
[/quote]
So geht das nicht. Entweder du düngst das Wasser voll auf und gibst täglich 1/7 Wochendosis hinzu. Oder du misst den Wochenbedarf und gibst davon gut 1/7 Wochendosis zu. Zu wenig Volldünger darf nicht passieren.
Wenn du mal PO4 stoßgedüngt hast, okay, aber die nächsten 2 Wochen nicht mehr nachdüngen. Das soll n.n. werden.

Gruß, Nik
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Postby Jens_Vom_Bodensee » 30 Jun 2010 19:32
Hallo Zusammen,

aktuell stagniert der NO3 Wert bei ca. 10-15mg/l PO4 ist nachweisbar <=0,25mg/l.
Wöchentlich wird KramerDrak mit 24ml/240l Brutto gegeben.
PMS wird je nach Bedarf zugegeben, so das der GH-Wert nicht über 20 steigt.

Pflanzen wachsen prächtig, alle zwei Wochen wird mächtig rausgeschmissen...sehr Dankbar sind die Vallisnerien...
Die Pinselalgen sind stagneirt und ich kann keine Vermehrung beobachten. CO2 ist mit dem Dauertest grün - bis Hellgrün

Grüsse Jens vom Bodensee
viele Grüsse
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Postby Jens_Vom_Bodensee » 05 Jul 2010 16:02
weiteres Update,
Hallo zusammen,

die Pinselalgen stagnieren weiterhin, leider kann ich noch nicht das vom Nik beschriebene Phänomen beobachten, das die Dinger weiss werden und kaputt gehen, die sind höchstens etwas grauer geworden und etwas blasser.

Aktuell halte ich alle Pflegemassnahmen bei, ein blubbern der Pflanzen ist zu beobachten, die Echhinodorus tricolor Form2 hat schon einen ableger bekommen, Die Ecchinodorus rosa oder Ozelot oder rubin...da fehlt's mir, ist ebeso farbenprächtig und stark.
Echinodorus A-Flame Grün ist genauso prächtig.
Die Vallisneriea Gigantea schafft ordentlichen Wuchs, die Hygrophilla Polysperma ist ein wahrer Wachstumskünstler,
Cryptocorinnen wachsen wie gehabt gut, Limnophilla Sessiliflora und auch der Pfennigkraut gedeihen da aktuell stark.

Die Aponogeton oder gewellte Wasserähre oder was auch immer rechts Hinten noch drin steck, hab ich so noch nie gesehen.

Insgesamt sind die Pflanzen schon richtig vorwärts gekommen, nur reicht das Klima noch nicht aus, das die Pinsel vollständig verschwinden.
Selbst mit der Eusterallis Stella ist die Verbesserung deutlich zu sehen, da sind die vielen Fadenalgen weg und ich konnte die Ableger schon verpflanzen.

Nik: bin zwar noch weit von Geringfilterung weg und die bisherigen Veränderungen waren die wenigsten mit Geringfilterung, sprich der eine blaue Schwamm ist immernoch drin, aber die Masnahmen drumrum haben Verbesserungen gebracht.

CO2 dauertest habe ich neu gefüllt, jetzt ist der richtig stark grün.

Soweit mal danke für die Mühern und Ratschläge, ich werde weiter berichten.

Jens vom Bodensee
viele Grüsse
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Postby Simon » 05 Jul 2010 16:05
Hallo Jens,

wollte mal den Vorschlag einbringen, abgesehen jetzt davon das ich das ganze Thema noch nicht verfolgt hatte, vllt was strukturelle Ordnung ins Becken zu bringen, um eine gute Strömung zu gewährleisten. Aber das ist immer eine Sache des Geschmacks.
Beste Grüße
Simon
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Postby nik » 05 Jul 2010 20:14
Hallo Jens,

Jens_Vom_Bodensee wrote:die Pinselalgen stagnieren weiterhin, leider kann ich noch nicht das vom Nik beschriebene Phänomen beobachten, das die Dinger weiss werden und kaputt gehen, die sind höchstens etwas grauer geworden und etwas blasser.

ich muss dich mal wieder bei der Volldüngung uffstumbe. ;) Ich weiß inzwischen sehr genau, dass du 24 ml Dünger anfänglich stoßdüngst und dann hast anklingen lassen im Laufe der Woche kein Fe mehr messen zu können. Worauf ich dann meinte, das geht doch nicht. :D Du kannst es machen oder nicht, aber es macht schon Sinn den Wochenverbrauch festzustellen und dann so zu düngen, dass immer Fe nachweisbar ist. ;)

Insgesamt sind die Pflanzen schon richtig vorwärts gekommen, nur reicht das Klima noch nicht aus, das die Pinsel vollständig verschwinden.

Die bestimmenden Faktoren sind Filterung (Filtersubstrat, Bodensubstrat) und Nährstoffversorgung, speziell Spurenelemente.
Mit der angemessenen Volldüngung kannst du noch etwas tun.

Nik: bin zwar noch weit von Geringfilterung weg und die bisherigen Veränderungen waren die wenigsten mit Geringfilterung, sprich der eine blaue Schwamm ist immernoch drin, aber die Masnahmen drumrum haben Verbesserungen gebracht.

Das gehört schon alles zur Geringfilterung, der Schwamm ist ebenfalls Geringfilterung und von dem kann man sich noch Feinabstimmung versprechen aber nicht mehr die grundsätzliche Lösung des Problems. Du hast vielleicht eine "Hypothek" durch den gröberen Sand und das durch HCL entcarbonisierte harte Ausgangswasser. Am Rest schustern wir ja jetzt rum. ;)
Hast du Garnelen, Jungfische?

CO2 dauertest habe ich neu gefüllt, jetzt ist der richtig stark grün.

Wunderbar! Ist ja nix Neues, das CO2 in hohen Dosen zu verabreichen halte ich für einen sich hartnäckig haltenden Irrtum. 8) Wenn es gut läuft braucht man das nur in moderaten Mengen und man will ja das Becken gut laufen haben und nicht durch viel CO2 irgendwelche Probleme unterdrücken.

Solange die Pinselalgen nicht deutlicher reagieren, fehlt noch etwas. Die ausreichende und dann tägliche Volldüngung wäre hilfreich um das besser zu sehen.

Gruß, Nik
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Postby Jens_Vom_Bodensee » 08 Jul 2010 12:12
Hallo Zusammen,
also mal ehrlich Nik ...denkst du das du mir mit dem Nachfragen irgendwie fehl liegst?? :bier:

Also nochmals zum zusammenbauen: Ich muss das mit der FE-Dünung noch machen, da bin ich hinten dran.
Ich habe bislang , d.h. die letzten WW immer noch FE nachweisen können, allerdings wirklich kein festen Wert.
--> Hol ich noch nach. Mir ist verständlich, das es sicher besser ist, jeden Tag oder zweimal Wöchentlich den Dünger zuzugeben, das dieser nicht "duch Langeweile verreckt" und die Pflanzen dann gegen Ende Woche nix mehr haben.

Ich verstehe gerade nicht, was du mit Hypothek meinst....sollte mich das HCL dann irgend wann negativ einholen?

Ich habe keine Jungfische drin, ich habe aber ca. 20 Garnelen, aktuell gezählt, drin (32 waren das mal). Die Temperatur ist immo wegen der Sommerzeit ohne Heiziung auf ca. 26,5 - 27°C

CO2 ist durch den KH3 Test erst so hoch geworden. Ich habe fast eine Woche gebraucht, bis der test grün wurde....!!
(Ich habe immer etwas höher gedreht und wartete entsprechend lange...)

Pinselalgen an der Frontscheibe werden mittlerweile durch die Garnelen bezupft. diese sind auch sehr hell, die auf der Schieferplatte, dem kleinen Eheim, der Welshöle und der Rückwand sind allerdings noch dunkel aber kurz.

Es bilden sich einige wenige grüne Punktalgen an der Rückwand und der Vorderwand.

Aquarienwasser hat vor dem ww NO3 ca. 10, das Frischwasser hat NO3 ca. 15. --> Das Becken zehrt NO3.
(Ich könnte das durch aufdüngen konstant halten, lass das jetzt aber erstmal...)

Ich stelle bald wieder Bilder ein...

Grüsse vom Bodensee

Jens
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Postby lebeog » 17 Jul 2010 14:33
@ Jens
entschuldige bitte, wenn ich einfach in deinen Thread reinquatsche

@ nik
...
Es geht bei der Geringfilterung darum, die sonst im Filter ablaufenden biologischen Prozesse soweit wie möglich ins Aquarium zu verlagern. Ein gut bepflanztes Pflanzenbecken hat ausreichend Oberflächen für den notwendigen Biofilm, dann noch ein bisschen Umwälzung im Becken und es ist sich selbst genug Filterung. Die Idee ist die mehr oder weniger großen Nährstoffverluste in Filtersubstrat zu minimieren. Zusätzlich sind die Ausfällungen im Filter verloren, im Biofilm auf den Pflanzenoberflächen kann der gleich Prozess den Pflanzen noch nutzen. Soweit die Idee oder der Versuch die Praxis zu erklären. Deshalb also so wenig Substratfilterung wie möglich. Man fängt mit zu viel Filtersubstrat an und reduziert es bis es Probleme gibt. Gibt es welche, dann erhöht man das Filtersubstrat wieder und gut ist.
...
Gruß, Nik


Welche Probleme könnten das denn sein?
Ich frage, weil ich mein 750 Liter Becken auch Geringfiltere (denke ich zumindestens). ich habe einen Blauen Filterschwamm (5cm x 20cm x 40cm), der der Länge nach pro Stunde von ca. 2000 Litern Wasser durchflossen wird.
Ich habe seit Jahr und Tag Probleme mit Pinselalgen. Kann es sein, dass ich zu gering filtere?
Grüße aus Essen
Jürgen
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Postby nik » 17 Jul 2010 22:09
Hallo Jürgen,

wenn dir meine Antwort nicht genügt, dann mache besser einen eigenen Thread auf. Der Thread ist spezieller. ;)

Was ihr euch immer unter Geringfilterung vorstellt. :roll: Irgendwie etwas was man selbst als gering empfindet, aber von der üblichen Filterung doch mehr oder weniger beeinflusst. Geringfilterung ist erst einmal das klassische "filterlos", aber bei mir mit einem Ansaugschwämmchen wegen der Garnelen - da lässt sich das ja nicht mehr "filterlos" nennen - und der Option angepasster Filterung. Mit Geringfilterung im Pflanzenbecken halte ich Pinselalgen näherungsweise für unmöglich. Ich habe seit Geringfilterung keine Pinselalge mehr gesehen. Die Mineralisierung , ich mache das mit PMS, spielt noch eine Rolle und das war es dann.
Bei Pinselalgen ist immer die Filterung hinsichtlich weniger Substratfilterung zu überprüfen, Kiesen trau ich wegen eventueller unerwünschter Filterleistung nicht und eben die Mineralisierung ist eine zu überprüfende. Normal Düngen und dann sind da nach meiner Erfahrung Pinselalgen gar nicht möglich.

Gruß, Nik
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Postby Jens_Vom_Bodensee » 28 Jul 2010 07:30
Hallo Zusammen,

kurzer update....am Sonntag hab ich einen 10l Eimer Pflanzenteile rausgegärtnert...leider keine Abnehmer gehabt. (twill nix verschicken)
Messung vom FE ....ich sag mal nachweisbar....alles andere ist gelogen....
PMS habe ich wieder zugeführt, vom ca. 17 GH auf ca. 20-21 GH

Übersicht gesamt...Pinselalgen reduzieren sich, langsam selbst die an der Scheibe verschwinden.
(In der Tat, werden diese langsam hell und von den Garnelen abgeerntet.)

An dern Steinen, der Welshöle hängen dieses immernoch aber als sehr sehr kurze Büschel.

Hab eine Probe an den Bernd Kaufmann geschickt....mal sehen was er berichtet.

Jens vom See

Nik es klappt, allerdings nur mit Geduld. ich denke ich fange an solangsam den Dreh rauszubekommen.
Allerdings ist es noch recht viel aufwand, hier will ich noch versuchen mehr zu optimieren.


:top:
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Postby nik » 28 Jul 2010 10:03
Hallo Jens,
Jens_Vom_Bodensee wrote:...Pinselalgen ... selbst die an der Scheibe verschwinden.

Das wollte ich lesen! Damit ist das Becken wohl über den Berg. ;)

Es ist sicher noch nicht die Zeit sich zurück zu lehnen, denn das Ziel ist die völlige Algenfreiheit. Ohne diesen Anspruch geht das nicht, das kann ich nur immer wieder betonen.

An dern Steinen, der Welshöle hängen dieses immernoch aber als sehr sehr kurze Büschel.

Bernd Kaufmann hält die über den Bedarf hinaus erfolgende Makrodüngung ja für ein algenförderliches Element, die Spurenelementdüngung hält er nicht für sonderlich wichtig, aber Wasserwechsel, Wasserwechsel und noch mal Wasserwechsel ist superwichtig, genauso wie schnellwachsende Pflanzen - ohne jemals schlüssig aufgezeigt zu haben wie seine immer wieder angeführte Nährstoffkonkurrenz wirken soll. Mit den propagierten starken Wasserwechseln entzieht er dem möglichen Argument der Allelopathie schon mal die Grundlage, denn die funktionierte dann ja mit wenig Wasseraustausch besser! Bleibt nur das Argument der Nährstoffbindung durch sich (schnell) bildende Pflanzenmasse. Angesichts funktionierender Düngung nach Estimative Index muss man die Augen schon ziemlich zupetzen um das für ein brauchbares Argument zu halten. Genauso möge man sich einfach mal durch den Kopf gehen lassen, wie auf Steinen und Scheiben wachsende Pinselalgen beispielsweise durch Wasserwechsel und nährstoffverbrauchende Pflanzen beeindruckt werden sollen, wenn man über Nährstoffmängel die Pflanzen sehr wohl umbringen kann, die Algen idR. nicht.
Man kann es in oberflächlicher Art und Weise zerreden, es wird sich mit der Zeit trotzdem die Erkenntnis durchsetzen, das Algen- und Pflanzenwachstum von einer Kombination vollständiger Nährstoffversorgung und Mikroflora abhängig ist. Interessanterweise unterscheiden sich dann die Ansprüche von Algen und Pflanzen so deutlich, dass sich das im Sinne des Aquarianers nutzen lässt.

Hab eine Probe an den Bernd Kaufmann geschickt....mal sehen was er berichtet.

Ist zwar zurzeit schick zu wissen, wie die Alge heißt, aber im Grunde egal, da die mir untergekommenen Algen sich über die Nährstoffe/Mikroflora recht gut beeinflussen lassen. Und ein weiterer, wichtiger Punkt, die Pflanzen wachsen ausgezeichnet dabei.
Es stimmt also grundsätzlich, wenn man gutes Pflanzenwachstum und Algenarmut zusammen sieht. Es sind allerdings nur vernachlässigbar wenig direkte Abhängigkeiten und ein algenarmes Aquarium fällt leichter, wenn man die Zusammenhänge versteht.

Nik es klappt, allerdings nur mit Geduld. ich denke ich fange an solangsam den Dreh rauszubekommen.
Allerdings ist es noch recht viel aufwand, hier will ich noch versuchen mehr zu optimieren.

Mit der Zeit wird das immer klarer. Wenn ich dir sage, dass ich seit Jahren nicht mehr gemessen habe. Zugaben rechnerisch ermitteln reicht, der Rest ist die Beobachtung des Pflanzenwachstums. Algen sind nicht akzeptabel, denn dann gibt es irgendwo ein erhebliches Problem! Wasserwechsel ist ein gutes Mittel den Nährstoffhaushalt gerade zu ziehen - allerdings muss er das nach dem Wasserwechsel dann auch sein! Wenn ich die Wasserwechsel- und Hornkrautnummer lese, kriege ich Schmerzen. Nicht, weil es nicht funktionieren könnte, sondern weil die Begründungen dafür einfach nicht stimmen können. Versteht man das besser, dann lassen sich diese und weitere Mittel viel besser einsetzen. Gerade der unreflektierte Wasserwechsel kann genauso schaden wie nutzen.

Jens, hilfreich wäre, wenn du mal zusammenfasstest, wie du dein Aquarium jetzt fährst.

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Postby java97 » 28 Jul 2010 10:48
Hi, Nik!

Ich tendiere sehr zu Deinen Ansichen/Erfahrungen!

Das, was Du von Jens wissen möchtest, nämlich wie er sein Becken momentan fährt, würde ich auch gern mal von Dir wissen.
Von Licht über Wasserwerte, Wasserwechsel, bis hin zu Aufhärtesalzen (PMS etc.), Dünger undsoweiterundsofort ...
schöne Grüße
Volker
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Postby nik » 28 Jul 2010 14:28
Hallo Volker,

ich denke das Problem bei Jens ist grundsätzlich gelöst und jetzt ist es einfach an der Zeit zu beschreiben, wie das Aquarium nun betrieben wird. Interessant ist es mir wegen des relativ hohen Gesamtsalzgehaltes aufgrund der Entcarbonisierung mittels HCl. Die Menge an Ca und Mg kann dann keine grundsätzliche Rolle bei der (Pinsel-)Algenbekämpfung spielen, denn das war vor der PMS-Gabe schon reichlich vorhanden. Kalium ist im Zusammenhang ebenfalls uninteressant, bleibt der unbekannte Rest. Das muss man als Blackbox betrachten, denn ob das 70 oder sonst wieviel Spurenelemente sind, ist angesichts fehlender Überprüfung völlig wurscht und die Frage "welches Spurenelement ist es denn nun" ist so grauenhaft daneben, dass ich ob der Qualität der Frage ganz andere Zweifel bekomme. Einer grundsätzlichen Lösung kommt die ständige Repetierung von den algenfördernden Makroüberschüssen und der nicht weiter erläuterten segensreichen Wirkung häufiger Wasserwechsel aber nicht mal um Haaresbreite näher. Das ist vor allem Zerreden, praktisch sehe ich nichts und solange spielen die Hochglanzalgenbilder mit den Nöten algengeplagter Aquarianer. Viel Sturm im kleinen Glas. Es gibt Lösungen, allerdings ist es notwendig sich mit diesem, im Grunde interessanten Thema auseinander zu setzen. Was ich beschreibe, dient vor allem dafür einen Eindruck zu bekommen wie man mit diesem Problemkomplex umgehen sollte. Es erlaubt sich ein Bild zu machen und auf dieser Basis nachzudenken und erstaunlich zielführende Maßnahmen zwecks Veränderung zu finden. Ich hatte seinerzeit gehofft ein wasserdichtes "Rezept" gegen Algen finden zu können. Auf der einen Seite bin ich weiter insofern, als dass ich recht konkret um das Wasser weiß, wie es Pflanzenwachstum förderlich und Algenwachstum abträglich ist, auf der anderen Seite hat sich mit der möglich unterschiedlichen Mikroflora eine Variable aufgetan, die DAS Rezept schlechthin unmöglich macht. Also muss zuerst für ein geeignetes Wasser gesorgt werden, das ist einfach, und dann eventuell versucht werden die Mikroflora in die gewünschte Richtung zu schubsen. Das Grundgerüst halte ich für richtig, dazu braucht es dann noch Werkzeuge, wie kann ich was erreichen(manchmal nur begünstigen) und da werden sich in der weiteren Praxis noch weitere ergeben.

(M)Ein Aquarium muss KISS gefahren werden, d.h. Keep It Stupid Simple!

- Deswegen verwende ich (biologisch wenig aktiven) Sand der Körnung 0,4-0,6 bzw 0,4-0,8mm. Derzeit noch ungedüngt, aber wohl schon das nächste Setup wird eine mineralische Düngung im Sand enthalten.
- Deswegen filtere ich mit so wenig zusätzlichem Filtersubstrat wie eben nötig.
- Ein Aquarium starte ich deswegen unabhängig von der Pflanzenmasse gleich mit vollaufgedüngtem Wasser:
Die Makros werden lt. Trinkwasseranalyse ergänzt auf NO3 und K jeweils etwa 10mg/l. PO4 ist nicht ständig erforderlich, das lässt sich aufgrund der ausgezeichneten Speicherung in den Pflanzen sehr gut Stoßdüngen.
- Wasserwechsel werden immer mit PMS um ca3°GH aufgehärtet. Das gewährleistet einen Grundstock an Spurenelementen und ist wegen des häufig hohen Ca/Mg-Verhältnisses im Leitungswasser sowieso empfehlenswerte Prophylaxe.
- Ansonsten noch die übliche Volldüngung, meist 100%. Diese Anfangsdüngung wird mittels täglicher Zugaben aufrecht erhalten. Das ist also immer ein höheres Nährstoffniveau und geht in Richtung EI. Während andere auf Nährstoffüberschüsse schauen wie der Aquarianer auf die Algenschlange, gibt mir das höhere Niveau die Gewissheit nährstoffmäßig immer komplett zu sein. CO2 braucht es nie mehr als 20mg/L, wenn man mit mehr CO2 etwas verbessern kann, dann ist irgendwo anders ein grundsätzliches Problem! Jetzt müsste ich noch zur sinnvollen KH schreiben, setze einfach mal voraus das 2-7 KH allgemein günstig sind.
- Temperatur fahre ich lieber unter 25°C, da ich das Tempo des Pflanzenwachstums lieber limitiere.
- Das gilt auch für Licht. Es gibt sicher weitere Szenarien, aber idR. braucht es nicht mehr als 0,5W T5 mit guten Einzelreflektoren. Wer optional mehr haben möchte, sollte dim-EVG verbauen. Wer ein Becken einfährt, sollte nicht länger als 6h/d beleuchten bis das Becken stabil läuft.
- Nun erwähne ich noch den UV-C, der sich bezüglich "Bakterien schubsen" als brauchbares Instrument herausgestellt hat. Meist nutze ich ihn nicht. Wegen des Einflusses auf die Chelate - künstliche sind übrigens meist stabiler als natürliche - gilt auch hier, so wenig wie eben nötig.
- Nun fehlt nur noch die Strömung als begünstigender Faktor. Bei mir sind die Hydor (BIO)Flo zur weichen Strömungsverteilung in jedem Becken gesetzt! Ich habe auch schon bis zur Temperaturschichtung strömungsarme Becken einwandfrei betrieben, aber aus der Erfahrung ist eine weiche, gut verteilte Strömung günstig. Wer Algen in der Strömung hat, hat ganz sicher ein Nährstoffdefizit!

Ich denke, das war alles und beschreibt mein Standardsetup. Das habe ich mit verschiedenen Leitungswässern (KH alle so um 5-7) idR. so erfolgreich betreiben können, dass ich das für recht sicher reproduzierbar halte. Allermeistens geht es darum Mittel möglichst effizient einzusetzen. Das kann im Grund jeder selbst auch so machen. Häufig kommen da aber halbgare Sachen heraus, z.B entstanden aus einer eigenen Interpretation von "Geringfilterung", die erkennen lässt das der Grundgedanke nicht umgesetzt wurde. Auch mit Kies kombiniert ist mir nicht so die Wucht, weil das einfach zusätzlichen Spielraum in der Entwicklung eines Setups ergibt, der die Einschätzung schwieriger macht. Falls jemand trotzdem Probleme bekommt, dann helfe ich gerne, anfänglich wird da schon mal der Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen. ;)

Nochmal:
- immer ein vollständig aufgedüngtes Wasser verwenden!
- Entwicklung der Mikroflora begünstigen!

Alles andere dreht sich nur um diese zwei Punkte.

Gruß, Nik
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Postby java97 » 28 Jul 2010 15:21
Hallo, Nik!

Der Beginn Deiner Antwort auf meine Frage hat mich zunächst etwas irritiert...ich wollte Dich keinesfalls herausfordern oder provozieren, ich hoffe, Du hast das auch so verstanden. Aber ich denke, Du beziehst Dich im ersten Teil ("70 Spurenelemente, etc.) wohl auch eher auf die Ausführungen von Bernd Kaufmann in dem anderen Pinselagenfred, oder? Es scheint, als würdet ihr momentan getrennt-parallel in den zwei Pinselagenthreads diskutieren...

Ich danke Dir für Zusammenfassung Deines "Standartsetups" und stelle fest, daß ich ich es ziemlich ähnlich umgesetzt habe--
und das mit --"klopf auf Holz"-- z. Zt. gutem Erfolg. Danke!
schöne Grüße
Volker
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