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Postby darkfish » 04 Jun 2010 00:24
Hallo Roger,

Du denkst, ich habe einfach zu wenig Wasser gewechselt und es haben sich einfach zu viele Nährstoffe angesammelt? 80% sind ganz schön fett... was denkst Du, wie lange?

Mal so aus Neugier.... werden die Nährstoffe im Nachhinein auch abgebaut, wenn man die Düngung aussetzt oder stark reduziert? Da auf Dauer ja das dann auch keine wahre Lösung währe 80% Wasser zu wechseln ...bei gleicher Düngung, oder?

Auf welche Symptome sollte ich dann achten. Algen, Löcher oder die Kondition der Bolbitis?.. alle?
viele Grüße ... Marcus
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Postby Roger » 04 Jun 2010 00:39
Hi Marcus,

wie gesagt, ich vermute eine verstärkte Kumulation von Nährstoffen bei Dir. Vermutlich von Kalium was sehr gut besonders zu dem verstärkten auftreten der Punktalgen passen würde.
Ich kenne es von meinem Becken, das bei einer Düngung mit KNO3, oder noch schlimmer, einem NPK-Dünger der Kaliumgehalt massiv ansteigt und mit "normalen" Wasserwechseln nicht auszutragen ist. Wenn man ein mal pro Woche maximal Wasser wechselt schafft man es gerade so in einem Bereich zu bleiben in dem es funktioniert. :roll:

Da auf Dauer ja das dann auch keine wahre Lösung währe 80% Wasser zu wechseln ...bei gleicher Düngung, oder?

Ist jetzt nur ein Versuch bei Dir, um festzustellen ob auf dem Weg der Reduzierung von Überschüssen eine Verbesserung erreicht werden kann. Sollte es sich abzeichnen das damit eine Verbesserung erreicht wird, muß man sich mal Gedanken über einen Düngerwechsel oder eine passende Strategie machen um den Kaliumeintrag zu verringern.

werden die Nährstoffe im Nachhinein auch abgebaut, wenn man die Düngung aussetzt oder stark reduziert?

Nein! Im Fall einer zu hohen Konzentration eines einzelnen Nährstoffes würde diese so lange abgebaut werden wie alle anderen Stoffe auch noch vorhanden sind. Wenn Du jetzt bspw. mit der Düngung von Makro-Basic-NPK ausetzen würdest, würde N und/oder P bis zum nicht mehr vorhanden sein verbraucht werden und dann würde eine Nährstofflimitierung eintreten. Der K-Überschuss bleibt bestehen.
Gruß
Roger
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Postby darkfish » 09 Jun 2010 22:25
Hallo Roger,

ich weiß bei raufst Du dir die Haare :D ... aber irgendwann will ich auch mal dahinter kommen. :/

Am Montag habe ich die 80% Wasser gewechselt. Allerdings hat mich deine Aussage über NPK-Dünger und KNO3-Dünger sehr verunsichert und jetzt stehe ich gerade wieder bei NULL. ...und habe die Düngung komplett herunter gefahren.

1ml Flowgrow morgens, 1ml AR-Nitrat abends ... aber auch einfach nur aus dem Bauch heraus. :(

Seit dem Einsetzen der Grünalgen habe ich nun ein wenig probiert gehabt:

- Mal AR-EI 4ml tägl. + 1ml AR-Eisenvolldünger (die Algen kamen immer wieder ...Pflanzen wuchsen aber auch TOP (bis auf immer wieder so Löchlein in Blättern)

- Mal FlowGrow 2ml + NPK 3ml (auch hier lachten sich die Grünalgen kaputt)

Das Ganze bei 6h ca. 0.5W/Liter Licht... also gar nicht mal so viel. Der Besatz ist eigentlich recht üppig, bis auf dass die RedFire eher keine Algen bevorzugen (keine Punktalgen, keine Bartalgen, keine Grünalgen). Die Pflanzen wuchsen immer relativ schnell (bis auf die Eleocharis, die lässt sich richtig Zeit). Es sind zwar eigentlich mehr langsam wachsende als schnell wachsende Pflanzen im Becken, aber irgendwas muss doch faul sein :(

Bartalgen habe ich heute auf mal wieder entdeckt. Es wird auch immer schwerer die Grünalgen zu entfernen, gerade aus dem Eleocharis.... Ich würde eigentlich am liebsten bei Null anfangen. Nicht das ganze Becken, aber vorallem wohl beim Düngen. :(

Ist es vielleicht doch sinnvoller die Nährstoffe einzeln zuzuführen? Je nach Mangel oder sonst was?

Was mir noch einfiehl... seitdem ich etwas mehr düngte, wuchs der letzte Schnippsel Microsorum, den ich nochmal aufpeppeln wollte, das erste Mal vernünftig (ohne ständig schwarze Löcher usw)..... jetzt soll da ein Überschuss sein? schon sehr seltsam.
viele Grüße ... Marcus
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Postby Roger » 09 Jun 2010 23:41
Hallo Marcus,

ich kann das nachvollziehen das man irgendwann gar nichts mehr versteht. Aber es ist eigentlich gar nicht so kompliziert. :roll:

Im wesentlichen benötigen Pflanzen zum wachsen eine dem Wechselwasser beizubringende Grundversorgung bestehend aus Calcium und Magnesium die die Gesamthärte bestimmen. Karbonate werden in geringem Maß zum pufferen des Ph benötigt.
Dann muß man im laufenden Betrieb des Beckens vor allem auf eine ausreichende Stickstoff-, CO2- und Spurenelementversorgung achten. Punkt!

Ist es vielleicht doch sinnvoller die Nährstoffe einzeln zuzuführen? Je nach Mangel oder sonst was?

Ich mach das schon lange so und anders würde das bei meinem Becken auch nicht funktionieren.

Du solltest jetzt einen festen Düngeplan festlegen und konsequent daran festhalten!
Mach die großen Wasserwechsel wie besprochen und dünge nur KNO3 um den Nitratgehalt aufrecht zu erhalten. 3mg/L NO3 würde ich täglich einbringen.
Phosphat braucht es nur gelegentlich wenn entsprechende Mängel auftreten. Auf zusätzliches Kalium kann man völlig verzichten.
Die Mikrodüngung würde ich mal für ein paar Tage aussetzen bis eine Wachstumsverlangsamung oder Nährstoffmängel an den Pflanzen sichtbar werden. Dann erst wieder gering täglich zudüngen.

Was mir noch einfiehl... seitdem ich etwas mehr düngte, wuchs der letzte Schnippsel Microsorum, den ich nochmal aufpeppeln wollte, das erste Mal vernünftig (ohne ständig schwarze Löcher usw)..... jetzt soll da ein Überschuss sein? schon sehr seltsam.

Würde das nicht überbewerten wenn eine einzelne Pflanze besser wächst. Die Ansprüche der einzelnen Pflanzen sind teilweise recht unterschiedlich und inzwischen denke ich, das es nie gelingen wird ein Becken zu betreiben in dem wirklich jede Pflanzenart gleich gut wächst. Irgend ein Ausreisser ist immer dabei dem das erreichte Millieu nicht passt. :roll:
Gruß
Roger
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Postby darkfish » 10 Jun 2010 09:20
Danke Dir Roger,

vorallem für Dein Verständnis. Dann werd ich mal so heran gehen und nebenbei eine Düngeliste verfolgen.

Welches ist Deiner / Eurer Meinung nach die beste Methode Stickstoff einzubringen? Eventuell mit Urea (hab das weiter oben aufgeschnappt^^) ?
viele Grüße ... Marcus
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Postby Roger » 10 Jun 2010 11:11
Hallo Marcus,

in den meisten Becken wird KNO3 als Stickstoffquelle benutzt, was wenn es kein Problem mit dem Kaliumanteil gibt Idiotensicher ist.
Die zweite recht gute Möglichkeit ist Calcium- und Magnesiumnitrat zu verwenden. Das erhöht allerdings je nach Stickstoffbedarf des Beckens die Gesamthärte recht stark und läßt sich nur gut steuern wenn man über Osmose oder vollentsalztes Wasser verfügen kann.
Urea geht in vielen Fällen auch recht unproblematisch, jedoch würde ich das nur als Ergänzungsdüngung in Kombination mit einem anderen Nährsalz wie KNO3 oder Ca/Mg-Nitrat verwenden. Aber auch auf diesem Weg läßt sich der Kaliumeintrag schon verringern.
Ammoniumdüngung kann auch funktionieren, führt aber in manchen Becken zu Algenbildung und birgt bei einem Ph über 7 die Gefahr das sich giftiges Ammoniak bildet.

Ich hatte mir ja mal ein Rezept ausgedacht das ich für eine recht gute Kombination der verschiedenen Stickstoffquellen halte. Die darin verwendete Mischung der verschiedenen Stoffe ist auch bei höherer Dosierung recht verträglich und sollte in den meisten Fällen problemlos funktionieren. :wink:

>>>Nitratdüngung ohne Kalium<<<
Gruß
Roger
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