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Postby ScapeWave » 26 Feb 2020 12:08
christoph1980 wrote:Noch eine Frage :)
Ich hatte die Algen 30 Minuten in Vodka um Rotalgen auszuschließen. Reichen die 40% Alkohol darin um das bzw hätten die Algen dann rot werden müssen?



Reicht definitiv aus - habe derzeit leichte Probleme mit Rotalgen und sie haben sich schon nach 1-2 Minuten im 40% Vodka rot/orange gefärbt.
Gruß,
Jonas


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Postby christoph1980 » 26 Feb 2020 15:11
Wow, danke für die vielen Antworten :)

@ Öhrchen: habe bereits angefangen die ca. 2cm großen Würfel hinter der sau-engen 3d Wand rauszulesen…, was eine Quälerei
@ Bene: habe am Wochenende schon den dritten Balken vom Netz genommen und lasse die anderen verbleibenden Balken 7h brennen. Sprudler ist keiner drin und das CO2 wird durch den 2000l/h Innenfilter nach unten ins Becken geblubbert und ist überall zu sehen
@ Plantamaniac: habe gestern schon die Amanos in Ebay-Kleinanzeige gesucht, dort finde ich nur die kleineren, farbigen Varianten. Die sehen eigentlich viel schöner aus, sind wohl aber nicht ganz so die Algenfanatiker. Tun es die bunten Brüder oder lieber die farblosen Amanos?
Ich habe jetzt gestern das gesamte kleine Becken von dem Froschbiss erlöst und ca. 2kg davon ins große Algenbecken geworfen - mal schauen ob es was bringt. In dem kleinen Becken wächst da ein wöchentlicher Salat zusammen.

Meine Sumatras und auch die vier Knabberfische sind für Algen irgendwie nicht so zu begeistern, maximal wird mal an den Scheiben gelutscht :)

Ich entferne die Algen fleißig mit der Nudel-Aufroll-Variante, geht echt ganz gut. Ich denke ich brauche noch etwas Geduld und bleibe mal dran.

Die Variante mit dem Mulm bunkert Nährstoffe muss ich mal konsequent weitermessen, aber seit drei Tagen ist der Nitratwert von den anfänglichen 25mg auf die Hälfte runter gegangen. Zum Ende der einwöchigen Düngung dann schon recht eng.

Vielen, vielen Dank an euch
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Postby Öhrchen » 26 Feb 2020 17:18
Hallo Christoph,

Amanogarnelen sind eine andere Art als die "bunten", womit du wahrscheinlich Neocridina davidii meinst. Amanogarnelen sind Caridina multidentata. Sie sind tatsächlich noch viel effektiver in der Algenvernichtung als ihre kleinen Verwandten. Auch in der Fortpflanzung unterscheiden sie sich. Neocaridina tragen die Eier unterm Bauch, bis sich fertige, kleine Garnelen entwickelt haben, die dann entlassen werden und sofort rumkrabbeln. Amanogarnelen entlassen Larven, die Brackwasser und sehr feines Algenfutter bis zur fertigen Entwicklung benötigen. Das ist auch der grund, warum du keine in den Kleinanzeigen findest, weil sie von privat kaum nachgezogen werden. Die mußt du im Zooladen kaufen oder Online im Shop bestellen.
In ein Becken dieser Größe passen gut 10 - 15 Amanogarnelen. Nimm nicht zu kleine, dann haben sie den Fischen etwas entgegenzusetzen.
Viele Grüße
Stefanie

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Postby Plantamaniac » 26 Feb 2020 18:07
Hei, Amanos sind toll..auch wenn sie nicht so bunt sind.

Sie werden größer und haben auch ein nettes Verhalten das man stundenlang beobachten kann...
Sie sind auch durchaus hübsch gemustert, wenn man sie sich mal genau betrachtet.
Wobei ich auch den Eindruck habe, das Neocaridina Davidi, wenn sie in Massen auftreten den meisten Algen schaden. Manche weiden sie zwar einfach nur ab, aber das ständige Gepiddel und Eezerre stört die Algen auch und die Fetzen verschwinden im Filter. Sumatrabarben werden sie warscheinlich aber als Snack ansehen.
Von daher passt das schon mit den Amanos.
Sooo teuer sind die auch nicht...

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Postby christoph1980 » 26 Feb 2020 18:45
Das mit dem Narbenfutter habe ich zu spät gelesen, habe vermutlich gerade 30 Red fire Babys als Lebendfutter reingeschüttelt :stumm: die erste Barbe hat gerade eine komplett verschluckt.

OK...Amanos und zwar groß :smile:
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Postby christoph1980 » 02 Mar 2020 08:40
Ich wollte mal einen Nachtrag posten, nach dem ich hier so viele hilfreiche Tipps bekommen habe.

Das Algenproblem scheint sich erledigt zu haben :smile:
ich kann leider nicht genau sagen, was das Problem war, da ich etliche Maßnahmen gleichzeitig getroffen habe:
- Nitrat-Düngemenge erhöht auf durchgängig +20mg. Interessant ist nach wie vor, dass jeden Tag ca. 10mg verbraucht werden oder anderweitig verschwinden.
- eine Lampe vom Netz genommen und Beleuchtungszeit auf 2 x 7h beschränkt
- CO2 ordentlich aufgedreht, ich bin jetzt bei +20mg. Ich war überrascht wieviel Bläschen man pro Minuten einbringen muss um auf den genannten Wert zu kommen
- Algen-SEK in Form von 12 Amanos eingesetzt.

Vielen Dank :)
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Postby Öhrchen » 02 Mar 2020 12:33
Hallo Christoph,

sehr schön :thumbs: Es wird wahrscheinlich das Zusammenspiel der Maßnahmen gewesen sein.
Viele Grüße
Stefanie

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Postby nik » 03 Mar 2020 10:13
Moin Christoph,

ich kann es ja mal erläutern, es gibt aber noch etwas dem ich an deiner Stelle auf den Grund ginge.
christoph1980 wrote:Das Algenproblem scheint sich erledigt zu haben :smile:
ich kann leider nicht genau sagen, was das Problem war, da ich etliche Maßnahmen gleichzeitig getroffen habe:
- Nitrat-Düngemenge erhöht auf durchgängig +20mg. Interessant ist nach wie vor, dass jeden Tag ca. 10mg verbraucht werden oder anderweitig verschwinden.
- eine Lampe vom Netz genommen und Beleuchtungszeit auf 2 x 7h beschränkt
- CO2 ordentlich aufgedreht, ich bin jetzt bei +20mg. Ich war überrascht wieviel Bläschen man pro Minuten einbringen muss um auf den genannten Wert zu kommen
- Algen-SEK in Form von 12 Amanos eingesetzt.

Vielen Dank :)

Stickstoff im Wasser immer verfügbar halten, Lichtdauer auf 6h reduzieren, ein bisschen Absammeln, ist alles was ich bei Fadenalgen mache. Dauert schon auch mal ein paar Monate bis die vollständig weg sind. Das Problem hat sich dann aber nachhaltig erledigt. Amanos sind sicher hilfreich, in der Regel ist das in der Einfahrphase und ich warte üblicherweise mit dem Besatz bis das Becken halbwegs stabil ist, habe also idR keine Garnelen, wenn ich Algen habe.
Weniger Licht in Dauer und Intensität verringert den Nährstoffverbrauch der Pflanzen und sorgt so dafür, dass Nährstoffe nicht in den Mangel laufen. Nicht immer ist klar, warum (irgendwelche) Nährstoffe in den Mangel laufen, aber man generiert sich dadurch eher Probleme als durch eine vollständige Versorgung. Dieses Pflanzen hungern lassen zu Anfang halte ich für groben Unsinn! Die vorhandenen Nährstoffe haben noch eine wichtige Funktion, die Mikroflora passt sich an die Gegebenheiten an und wenn ich ein Pflanzenaquarium düngen muss, dann muss sich die Mikrobiologie darauf einstellen - von Beginn an! Für die, die später ein mageres Wasser fahren wollen, macht es Sinn das von Anfang an zu tun! Der übliche Wechsel von anfänglich nicht Düngen wegen der Algenphobie und später erst aufzudüngen, ist - unglücklich, um es mal vorsichtig auszudrücken. Die immer wieder empfohlene, anfänglich möglichst große, schnellwachsende Pflanzenmasse ist unter dem Aspekt des Nährstoffverbrauch nur dann sinnvoll, wenn man das Becken nährstoffarm fahren will. Für den, der das Wasser aufdüngen will, was ich empfehle, für den ist das kontraproduktiv! Diese (partiellen) Mängel können auch Algen fördern. Am besten gleich die Bedingungen im Becken herstellen, die man dauerhaft haben will. Der Grund ist simpel, damit sich die Mikrobiologie auf die entsprechenden Bedingungen einstellen kann. "Pflege der Mikroflora" braucht es in allen Fällen, wichtiger ist anfänglich die Gleichmäßigkeit der Bedingungen.

CO2 ist nicht so entscheidend, erhöhe ich im Falle irgendwelcher Algen nie!

Worauf ich an deiner Stelle ein Auge hätte, ist der Stickstoffverbrauch, 10 mg/l/d ist deutlich zu viel! Nitratmessungen sollte man über Referenzlösungen überprüfen, wenn das getan ist, dann wird es bei solch hohem Verbrauch irgendwo Denitrifikation haben und die ist unerwünscht. Die üblichen Orte für Denitrifikation sind Filtersubstrate, aber auch gröbere Bodensubstrate als Sand. Eine Mulmschicht kann es auch sein. Eine definitive Grenze bezüglich Körnung kann ich nicht ziehen, weil ich zu lange nur Sand mit Körnungen im Bereich von 0,4 - 1,0 mm, vielleicht oberflächlich noch 1,2 mm verwende. Entscheidender Punkt ist die Vermeidung des Einsickerns von Mulm, organischen Stoffen in den Bodengrund und der darin möglichen anaeroben Zersetzung. Da gibt es zwei mögliche Fälle, die Bildung von Schwefelwasserstoff, sieht man gut am schwarzen Bodengrund/Sand oder Denitrifikation unter unerwünschtem Nitratverbrauch. Beides ist nur mit abgestorbenen organischen Stoffen im Bodengrund möglich! Deshalb verwende ich nur den erwähnten Sand, da können keine problematischen Mengen einsickern. Ich habe aber auch ganz klar Absicht in langlaufenden Aquarien! Das geht mit Sand unter Beachtung einiger weniger Punkte endlos.Mit Kies geht es auch, mir aber deutlich zu aufwändig.
Natürlich müssen die Pflanzen trotzdem versorgt werden! Spurenelemente im Bodengrund sind nicht entscheidend für Wachstum im Sinne von Massenzuwachs, die Makronährstoffe N, P, K sehr wohl! Spurenelemente sind trotzdem wichtig in ihrer Bedeutung. Die ebenfalls wesentliche Kohlenstoff-Versorgung findet über das Wasser mittels CO statt.
N, P, K werden gerne als Lehmkugeln an die Wurzeln der Pflanzen gedrückt. Mache ich überhaupt nicht, weil ich mir zum Einen mit dem Lehm den Sand auf Dauer versaue und zum Anderen die Makros sich völlig problemlos übers Wasser zugeben lassen. Wenn ich aber ein nährstoffreiches Wasser habe, dann wird intensive Substratfilterung bezüglich der Beeinflussung desselben zum potenziellen Problem! - Was es grundsätzlich sinnvoll macht nur noch so wenig Filtersubstrat wie eben notwendig zu verwenden. Insofern unterscheidet sich der Betrieb mit Soil grundsätzlich, d.h. nährstoffreicher Bodengrund, nährstoffarmes Wasser, wobei sich Soil früher oder später erschöpft und dann "hybrid" betrieben werden muss - d.h. mit einer entsprechenden Wasserdüngung, wie sie mit Sand und Kies sowieso erforderlich ist.

Hm, gerade so verdichtet beschrieben lassen sich die Vernetzungen der verschiedenen Faktoren und die davon abhängigen unterschiedlichen Betriebsweisen gut erkennen. Für mich ist die Geschichte mit den (vorgedüngten) Soils aus nicht wenigen Gründen keine Alternative. Bei meinen aquaristischen Intentionen als Pflanzenaquarianer mit lange laufenden Becken ist es mir völlig uninteressant. Um Makros sinnvoll in den Sand zu bekommen, gibt es perspektivisch durchaus sehr interessante Möglichkeiten und dann hat Soil gegenüber Sand nur mehr den Vorteil, dass man es besser anhäufen kann. ^^

In meiner Sig steht das Ganze in ausführlich. Mal schauen, ob darin so ein "Gerüst" für den groben Überblick Sinn macht.

Gruß Nik
nik wrote:
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- funktioniert bestens mit ungedüngtem Sand
- ausschließlicher, vollständiger Wasserdüngung
- Geringfilterung, d.h. so viel Filterung wie nötig
- und mit einer gut funktionierenden Mikroflora
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Postby christoph1980 » 03 Mar 2020 11:19
Danke für die ausführliche Antwort Nik,

ich habe in dem Becken keinerlei Substrate im Boden und der Sand hat eine "relativ" feine/kleine Körnung. Im Filter sind auch keinerlei Substrate , einfach nur 15-20l Schaumstoffwürfel. Mit dem hohen Nitratverbrauch bin ich gänzlich unschlüssig. Die vielen Antworten (danke nochmal) führen wohl alle zum vielen Mulm den ich gerade beseitige. Die Nitrat-Tests führe ich jetzt immer mit dem Photometer durch, sollten also recht genau sein.

Ich werde nach der Beseitigung des Mulms nachberichten ob der Verbrauch weniger wird :smile:

- diesbezüglich frage ich mich, ob die hohe Filterleistung (2000l/h) dazu beiträgt und ich diese reduzieren sollte?
- die Valisnerien sind immer noch nicht satt grün und die Spitzen bräunlich. Welche "Dünger-Werte" könnten hier noch relevant sein?
- mittelfristig würde ich gerne den dritten Leuchtbalken wieder mit ans Netz nehmen. Wie geht man da vor? Langsam die Beleuchtungszeit den dritten Balkens von 1h/d auf die 7h/d erhöhen?
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