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Postby scottish lion » 07 Aug 2012 10:18
Hallo Aram,

Auch von mir "Hut ab" dafür, wie du dich hier ins Zeug legst. An einem Punkt muß ich aber rummäkeln: das mit den Starterbakterien sehe ich mehr als kritisch. Nur wenige Präparate können reproduzierbar das halten, was versprochen wird. Ich hatte schon so viele Nitritspitzen trotz des "Animpfens"...

Ich schlage vor, das Wort "Starterbakterien" zu streichen. Zu empfehlen ist, Filtermaterial/Filterschlamm/überhaupt Mulm aus einem laufenden Becken zu übernehmen.
Liebe Grüße, Bernd

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Postby kiko » 07 Aug 2012 11:19
Hi,
da haste dir viel Mühe gemacht, das sieht schwer nach einem der besten Ratgeber aus der da in der Mache ist. :thumbs:

Ich schlage vor, das Wort "Starterbakterien" zu streichen. Zu empfehlen ist, Filtermaterial/Filterschlamm/überhaupt Mulm aus einem laufenden Becken zu übernehmen.

Gibt irgendwo eine Aquarienseite wo jemand den Verlauf von Nitritpeaks gemessen hat.
Das läßt sich schon verkürzen durch Starterbakterien und Ammoniumgaben.

Hatte selbst bislang aus dem Koibereich ein Produkt eingesetzt bei einem Nitritwert von 0.5mg/L - war am nächsten morgen 0. Filterschlamm einbringen in ein neues Becken, hat zudem ein paar grundsätzliche Probleme:
Wer ein neues und somit nur ein Aquarium besitzt, woher soll er Filterschlamm nehmen? Von "Dritten" Filterschlamm sich schicken lassen oder aus dem nächsten Tümpel, ist zumindest keine so gute Idee, da man sich so auch unter Umständen allerlei unerwünschte Bakterien/Keime, Fisch-Parasiten etc.pp. gleichmitüberträgt. :wink:
grüße Olaf-Peter
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Postby Arami Gurami » 07 Aug 2012 11:41
Hi zusammen,
erstmal vielen Dank für die Zusprüche! Es fehlt jetzt ja nicht mehr viel.
@Bernd: Es steht ja beides drin, Starterbakterien und Filtermulm. Mir geht es dabei ja weniger um die Beschleunigung des Nitritpeaks, sondern um die Mikroflora an sich gut animpfen zu können. Gerade in Zeiten von Cladophora sp. und co. kann man mit Mulm aus anderen Becken ja auch schonmal ins Klo greifen, von anderen Plagegeistern wie Planarien mal ganz abgesehen.
Liebe Grüße,
Aram
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Postby java97 » 07 Aug 2012 12:47
Hallo zusammen,

Erstmal mein riesen Kompliment an Aram!!!

Zum Thema Einfahren des Aquariums: Da habe ich auch super Erfahrungen mit Ammonium/Urea gemacht. Die Filterbakterien bekommen so reichlich zu futtern, vermehren sich gut und ich konnte so, nachdem der Nitrit Peak vorrüber war, gleich den gesamten Besatz ins Becken tun, ohne daß es zu einem erneuten Nitritanstieg kam.

Zu den Staubalgen:
Da sollte betont werden, daß es absolut wichtig ist, die Staubalgen so lange konsequent auszusitzen bis wirklich der letzte Belagfitzel an den Scheiben verschwunden bzw. durch Punkt- oder andere Algen ersetzt worden ist. Erst dann dürfen die Scheiben gereinigt werden.
Das kann auch mal 8-12 Wochen dauern. Nur so funktioniert die "Aussitzmethode" zuverlässig.
schöne Grüße
Volker
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Postby fakta » 07 Aug 2012 14:38
Hallo, alle zusammen!

Weil ich hier soviel gelernt hab, muss ich ja auch mal was beisteuern. Danke für diese hervorragende Seite.

@Kiko in der DATZ 2011 (10), Oktober 2011 gab es einen Beitrag mit ausführlichen Test von Starterbakterien und Messungen der Nitritwerte. Markennamen werden nicht genannt, jedoch schließ ich aus dem Artikel, das es sich wohl bei den erfolgreichen Starterbakterien um die Baktinetten von Söll handelt. WIr haben es damit mehrmals ausprobiert, es ging nicht ganz ohne Nitritpeak, aber 0,8mg/l war unser höchster Wert. Der ganze Peak war deutlich kürzer in zwei Wochen durch. Ich hab den Artikel da, kann ihn aber schlecht online stellen. Einfach mal Anfragen per PN, falls Interesse besteht.

Lg Fakta
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Postby Biotoecus » 07 Aug 2012 17:16
Moin,

ich bin hier zwar im völlig falschen Thema aber zu der Version "gutes Bakterienklima" und Pflanzen aus dem Laden, fiel mir zu tagschaffender Zeit ein Geniestreich ein. :bier:
Wer hat denn mal versucht ein AQ aufzusetzen mit "Handelspflanzen" und in gleichem Atemzug "Bakterienstarter" in 10-15-facher Überdosierung verwendet?

Kann man über dieses Vorgehen eine "gute" Mikrobiologie erreichen?
Nik? Da mal mit "rumgeschraubt"?

Beste Grüße
Martin
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Postby nik » 08 Aug 2012 08:41
Hi Martin,

das hat wenig Aussicht auf Erfolg. Die üblichen Filterstarter/Bakterienpräparate zielen auf die Nitrifikationskette ab - und das ist nur ein Teilbereich der Mikroflora. Dann gibt es noch so Geschichten, die sich unter "Milchsäurebakterien" zusammen fassen lassen. Kanne Brottunk, effektive Mikroorganismen(EM) und ähnliches Zeux vor allem aus dem Koi-Bereich. Da hatte ich speziell bei dem EM-Gewässer ob seiner gepriesenen Vielfältigkeit Erwartungen. Das hat auch Wirkung, bei meinem Teichlein ist das durchaus hilfreich, aber im Sinne von problemlos Aquarium aufsetzen/impfen habe ich nichts gefunden. Problemlos geht das bei mir in jedem Fall, wenn ich meine Pflanzen aus einem anderen funktionierenden Becken benutze. Das muss auch eher eine qualitative denn eine quantitative Geschichte sein, denn ich kann solch ein neues Becken mit auch nur wenig Pflanzenmasse problemlos aufsetzen.


Was mich schon lange grübeln macht, ist die Beobachtung, dass ein Biofilm immer weniger wahrnehmbar, bis hin zu nicht wahrnehmbar wird, je besser ein Becken läuft. Und jetzt hier im Thread wieder die Nummer mit sterilen in-vitro Kulturen, das lässt an gar keinen Biofilm denken ...
Was gegen die dann im Raum stehende Bedeutungslosigkeit von solch wenigem Biofilm spricht, sind stabile Becken, die nährstoffmäßig nach oben oder unten völlig aus der Bahn sind und trotzdem völlig algenfrei bleiben.

Es ist deshalb - bezüglich Algen und auch Pflanzenwachstum - von grundlegender Bedeutung ein solch stabiles Becken zu erreichen. Exportieren lässt sich das dann recht einfach. Um ein stabiles Becken zu erreichen hatte ich ja mal einen Fred angelegt, "Pflege der Mikroflora" oder so. Nach dem Motto, das erste stabile Becken ist das schwerste. Dazu sehe ich keine Alternative, das betrifft jedes Becken. Und dann wird das mit einem Algenratgeber übersichtlich.

Das zu erreichende stabile Becken und der Weg dahin ist etwas so grundsätzliches bezüglich Algenprophylaxe und gutem Pflanzenwachstum, dass darauf das Augenmerk liegen muss. Ein Algenratgeber sollte auf dem Weg dahin unterstützen. Beispielsweise Geschichten wie permanent hohes CO2 oder PO4 können fallweise Sinn machen, aber wenn das ständig notwendig ist, dann werden so nur grundsätzliche Probleme zugekleistert, aber nicht gelöst.

Gruß, Nik
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