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Postby Dieter » 02 Aug 2012 13:07
Hallo Nik,

Besorge dir also qualitativ gute Pflanzen aus gut laufenden Becken. Emers vorgezogen ist wertlos.


Bei Pflanzen habe ich mal vermehrt auf in Vitro-Zuchten geschaut. Die sollen ja etwas kleiner sein, dafür aber auch schneller anwachsen. Schnelle Aklimatisierung ist bei einer Neueinrichtung sicher auch wichtig im Konkurrenzkampf zu Algen. Habe aber auch hier keine eigenen Erfahrungen.

Sand und Geringfilterung begünstigt das lediglich in der Entwicklung. Ein Muss ist das beileibe nicht!


Das ist für mich auch kein Muss. Mit Sand (0,2-0,4 mm) habe ich aber gute Erfahrungen gemacht. Soils sind für mich noch zu sehr Neuland. Übersichtlichkeit ist für mich zuerst wichtiger. Geringfilterung ist ein dehnbarer Begriff. Natürlich mache ich das auch von meinem Fischbesatz abhängig oder umgekehrt :smile: . Grobes Filtermatten-Material wird das einzige Filtermedium sein.

LG
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Postby Plantamaniac » 02 Aug 2012 20:40
Hallo,
-bevor festwachsende Algen an schnellwachsenden Pflanzen entstehen können, sind die alten Pflanzenteile längst entsorgt.
-Alleophatie gesunder Pflanzen kann Algen und Bakterien (Cyanos) zurückdrängen
-Neritidae wie Kahn und Rennschnecken fressen sehr gerne Kieselalgen
-Wasserwechsel und Filterreinigung entfernt auch Algensporen
-Pantoffeltierchen,Muschelkrebse, Cyclops, Borstenwürmer und sonstige Kleinstlebewesen arbeiten im Verborgenen und sorgen für blitzsaubere Aquarien
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Last edited by Plantamaniac on 02 Aug 2012 20:50, edited 1 time in total.
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Postby scottish lion » 02 Aug 2012 20:50
@Volker: ich kann es nun mal nicht ändern, genau so war's und hat mich auch gewundert.
Liebe Grüße, Bernd

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Postby nik » 03 Aug 2012 09:18
Hallo zusammen,

wegen Amanos und Pinselalgen ... Ist ja schon länger her, aber Pinselalgen hatte ich mal in großflächig durchgängigen Matten und hatte damals mit den Amanos meine ersten Garnelen überhaupt, schon wegen der Pinselalgen, versucht. Das Bild vergesse ich nie, wie die eine völlig mit Pinselalgen bewachsene Kokosnuss in einigen Tagen in scharf abgegrenzten Flächen immer weiter blitze blank gefressen hatten. Insgesamt waren die aber mit der Menge überfordert. Das waren übrigens die, die nach der Umstellung wenig danach gar keine Algen mehr hatten und bis zu 12 Jahre alt wurden. Da sehe ich aber keinen Zusammenhang. ;)

@ Dieter in-vitro Pflanzen sind emers gezogen und bringen gar nichts mit, die würde ich später einsetzen. Kann ich auch nicht bestätigen, dass die gut anwachsen. Im Gegenteil, mitunter sind die beinahe vollständig kaputt gegangen bevor die sich dann berappelt haben und dann auch marschiert sind.
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Das habe ich mal rausgesucht, das war U.graminifolia in-vitro, aber schon eine Weile nach dem Einsetzen. Die war beinahe vollständig verschwunden - bis auf drei Fitzelchen. Wirklich Fitzelchen! Ich hatte schon einen Haken an die U.g. gemacht. Das sind die drei Fitzelchen. ;) Die marschierte dann problemlos und durchaus zügig. Später war der Vordergrund vollständig bewachsen.
Oben auf dem Stein war eines der seltenen Algenaufkommen, weshalb ich das Bild überhaupt gemacht hatte. Unten die Rennschnecke(n) hat(ten) sie dann beseitigt. Der Stein hatte kurzzeitig eine vollständige Kappe dieser ... Punktalgen kommt noch am besten hin. War eine sehr kurzfristige Erscheinung, habe auch keine Idee woher das kam.

Das war auch so ein gut laufendes, stabiles Becken. Da ist nichts besonderes dran, es war nur lediglich auf die im gewünschten Sinne funktionierende Mikroflora zu achten. Wie häufig, nur ein grober Filterschwamm auf der Ansaugseite und Quarzsand. Nicht deswegen- es erleichtert es nur - sondern wegen der Mikroflora ist so etwas dann einfach Nährstoff- und Algenunempfindlich. Das ist Algenprevention, die einem guten Algenratgeber erst einmal voraus gehen muss. Das, was da jetzt wieder aufgegleist wird, mag besser sein, ist aber vom Ansatz genauso ungenügend wie jeder andere im Netz - wobei ich mir die seltenst überhaupt noch ansehe.

Es gibt prinzipielle Unterschiede zu Kiesen und gedüngten soils. Bei allgemein gröberen Substraten besteht die Möglichkeit des sich Zusetzens mit organischen Stoffen und daraus resultierenden unerwünschten Prozessen. Die ADA soils sorgen anfänglich für reichlich Ammonium, was den Zwang zu reichlicherer Substratfilterung mit sich bringt. Kiese halte ich für gleich völlig sinnlos im Pflanzenbecken, da spricht schlicht nichts dafür, aber die gedüngten soils sind durchaus attraktiv und es spricht nichts dagegen nach dem Ammoniumpeak die Filterung anzupassen, auf die Mikroflora zu achten. Weniger Filtersubstrat entspannt ja auch die Düngung. Das sind bei vorgedüngten Soils keine Punkte weshalb ich davon abraten würde, aber zuraten würde ich dann zu einem angepassten Betrieb. Im Resultat kommt es auf das Gleiche - mit einer geringen, gut zu akzeptierenden Unwägbarkeit bei den vorgedüngten soils. Sonst ist "so ein Algenratgeber" doch nur ein herum schustern am Symptom - denn das Becken läuft schon nicht! Symptombekämpfung kann man durchaus machen, auch sinnvoll, muss dann aber als Symptom erkennbar sein, genauso was die Ursache ist. Wenn die Ursache nicht behoben wird, dann muss permanent daran herum geschustert werden. Und irgendwie hoffe ich ja schon mit meinen, wiederholten Setups zu zeigen, dass ein solcher, grundsätzlich pflegeleichter Betrieb möglich ist. Inzwischen gibt es ja auch hier im Forum einige sehr schöne Beispiele.

Ich weiß, ich erwarte da viel, wahrscheinlich weiterhin zu viel, denn schaut man sich die Praxis an, dann sehe ich das mein Gefasel von Mikroflora und Biofilm durchaus häufiger dazu führt darüber nachzudenken und das sogar für sinnvoll zu befinden, aber praktisch fehlt eindeutig die Konsequenz, weil die Leute sich ab einem gewissen Punkt mit dem Status Quo, d.h. den für akzeptabel befundenen, vielleicht "beherrschbaren", aber weiterhin latent vorhandenen Problemen arrangieren. Ich denke, da erkennen sich viele wieder. Das wichtige bei der Geschichte ist aber das konsequente Nichtakzeptieren von auch nur scheinbar geringen Problemen, sonst erreicht man diese Leichtigkeit des Betriebes nicht!
Das ist nicht jedes mal ein 100%er, manchmal wird es einfach nicht richtig. Mikroflora ist zu vielfältig und es muss noch einmal von vorne versucht werden, aber ein solch gut funktionierendes Becken sollte jeder erreichen wollen/haben.

Wegen der größtmöglichen Transparenz ist so ein gering gefiltertes Sandbecken eine ausgezeichnete Schule um den Betrieb eines Aquariums zu verstehen. Das wird in jedem Fall die Basis meiner geplanten "Pflanzenzucht" sein. Mit den Pflanzen daraus könnte ich mir aber sehr gut auch ein Schaubecken mit vorgedüngtem Soil und "angepasstem Betrieb", d.h. Filterung vorstellen.

Es ist die Frage ob sich Leute finden, die das auch von sich aus mit Soil machten. Mit Sand haben das ja auch einige getan ;) und dann hat das aufgrund des eigenen klaren Zieles erheblich bessere Chancen auf Erfolg. Meine Nummer mit der Mediation von gering gefilterten Sandbecken betrachte ich als in der Summe gescheitert. Es funktioniert ein "Hintragen" einfach nicht, wenn der Betreiber das Ziel nicht ausreichend vor Augen hat. Es ist zuallererst eine Frage der Konsequenz!
Beispiele mit Soils zeigten auch die universelle Gültigkeit, die allgemeine Bedeutung von Mikroflora - sollte so schon klar sein. Ich weise nur begründet darauf hin, erfunden habe ich sie nicht. ;) Umgesetzt ist es noch ungenügend.

Mit solch einer Voraussetzung, d.h. der praktischen Umsetzung, des für gut Befindens oder des Verwerfens, was diesem Hochleistungspflanzenforum übrigens auch gut zu Gesicht stünde, ist so ein konventioneller Algenratgeber pillepalle - oder gibt es die Absicht einen mäßigen Beckenbetrieb über Symptombekämpfung zu zementieren? :shocked: Was für eine zweifelhafte Hilfe ist das für einen Anfänger! - Deshalb kann ich bei dem Algenratgeber nicht mit!

Gruß, Nik
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Postby kiko » 03 Aug 2012 10:16
Hallo Nik
Kann ich auch nicht bestätigen, dass die gut anwachsen. Im Gegenteil, mitunter sind die beinahe vollständig kaputt gegangen bevor die sich dann berappelt haben und dann auch marschiert sind.Das habe ich mal rausgesucht, das war U.graminifolia in-vitro, aber schon eine Weile nach dem Einsetzen. Die war beinahe vollständig verschwunden - bis auf drei Fitzelchen. Wirklich Fitzelchen!

Die Hintergrundpflanzen (welche gewiß nicht alle Invitros waren) im Screenie zeigen allerdings Nährstoffdefizite und die Invitro kann dafür ja nunmal nix. Denn gerade die Utricularia Arten sind normallerweise allesamt wirklich ganz schlimmes Unkraut. :-/

An Invitros hatte ich selbst bislang:
Utricularia gramminifolia
Didiplis Diandra
Marsilea sp.
Elatine Hydropiper
Cryptocorgny parva

Alle diese InVitros werden -sofern die Rahmenbedingungen stimmen- idr. nach nur wenigen Tagen mit dem Wuchs umgehnd loslegen. (lediglich die parva wächst artbedingt sehrr laangsam)
Hier im Forum sind zudem auch von anderen Usern reine InVitro Becken zu sehen, die nicht gerade den Eindruck vermitteln das es irgendwelche Probleme mit solch "sterileren" Pflanzenbecken gibt: nachricht65289.html?hilit=invitro#p65289
grüße Olaf-Peter
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Postby nik » 03 Aug 2012 11:52
Hallo Olaf-Peter,

ich erinnere mich, ich schrieb ...
nik wrote:Hi Micha,

bin auch sehr beeindruckt von deinem Becken mit den in-vitro-Pflanzen!

Meine Erfahrungen beschränken sich auf U.graminifolia. Da ich nicht wusste, wie damit umgehen, habe ich das Nährsubstrat weitgehend drangelassen. Praktisch ist mir der ganze Krempel dann bis auf drei kleine Fitzelchen kaputt gegangen. Die marschierten dann aber und machten eine Fläche von 60x15cm überreichlich voll.
Also, wenn ich das nochmal machte, entfernte ich das Nährsubstrat. ;)

Gruß, Nik


Sonst waren in-vitro auch nur in schon laufenden Becken und funktionierte. Bei mir steht eh eine Neueinrichtung an, da könnte rein in-vitro eine Maßnahme sein. Mal sehen was ich bekommen kann.

Du hast aber Recht, das Bild zeigte mind. einen deutlichen Stickstoffmangel. Das Becken war zeitweise vernachlässigt. Das war aber zur Zeit der Bepflanzung nicht das Problem.

Gruß, Nik
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Postby kiko » 03 Aug 2012 13:34
Hallo Nik
bei den InVitros sollte man das komplette Nährstoffgel vorher entfernen, weil sonst werden die Pflanzen von Schnecken usw. ausgebuddelt (und dabei nicht nur das Gel, sondern teils auch gleich Teile der betreffenden Pflanzen mitgefressen :lol: ). Für die Utricularia sollte gerade anfangs eine optimale Co2 und Nährstoffumströmung gewährleistet sein. Die Pflanze ansich kann man mit einer dünnen Kiesschicht bedecken und idr. luggen nach nur 2-4Tagen die ersten (neuen) Hällmchen aus dem Kies.
Sobald die Pflanze einmal angewachsen ist, braucht die Nährstoffversorgung nicht mal mehr soo besonders sein - da die Dinger später Fangblasen ausbilden können womit sie einen Teil der Nährstoffversorgung abdecken können. Kritisch sind bei der Art quasi nur die ersten Tage.

Mal sehen was ich bekommen kann.

Es gibt/gab einen Händler wo man fast jede Standartpflanze als InVitro bekam, mir fällt nur leider grad der Name nicht mehr ein. Ich guck aber mal.
grüße Olaf-Peter
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Postby nik » 03 Aug 2012 14:11
Hallo Olaf-Peter,

wird zwar sehr zum Rand des Topics, da kann man aber die Kurve noch kriegen.
Danke für's Nachsehen (in zweierlei Sinn ;) ).

der sieht schon mal ganz gut aus:
http://www.aqua-pflanzen.de/pflanzen.htm

Gruß, Nik
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Postby flashmaster » 03 Aug 2012 14:26
Hy Nik

Du hast aber Recht, das Bild zeigte mind. einen deutlichen Stickstoffmangel. Das Becken war zeitweise vernachlässigt. Das war aber zur Zeit der Bepflanzung nicht das Problem.


das war aber genau das Problem , warum das UG erst mal eingegangen ist bzw nicht losgelegt hat :)
UG braucht dringend genügend Stickstoff erst mal um loszulegen , wenn es den bekommt bildet es u.a. auch keine oder nur kaum Fangblasen aus , so jedenfalls meine Erfahrung.
persönlich habe ich mit InVitro Bodendecker recht gute Erfahrungen gemacht.

ich kann deine Einstellung zum Algenratgeber schon gut verstehen ,
bin aber auch der Meinung das er in ein Forum gehört wo es um Wasserpflanzen geht ,
um Anfängern eine Hilfe zu geben an welchen Rädchen sie drehen müßen / können
und das sie nicht gleich bei den ersten vermehrt auftretenden Algen die Flinte ins Korn schmeißen .
Lg Bryan
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Postby Arami Gurami » 05 Aug 2012 21:44
Hi zusammen,
mal back to topic :pfeifen: .
Hier die angepepaßte Beschreibung zu Pinselalgen:
Pinselalgen (Rotalgen)

Diese Algen lassen sich gut identifizieren, indem man einige entfernt und in hochprozentigen Alkohol einlegt. Die vorher dunkelgrau bis schwarz aussehenden Algen färben sich nach einiger Zeit rot.
Bei dieser Algenart handelt es sich um einen sehr widerstandsfähigen Zeitgenossen, der nur durch drastische Maßnahmen und Zeit zu besiegen ist. Das Aufkommen der Alge ist oft ein Indiz dafür, dass die Mikroflora des Beckens noch nicht stabil ist. Nicht selten ist sie deshalb in einlaufenden Becken zu finden.
Meist herrscht ein Ungleichgewicht im Bereich Eisen und Spurenelemente, oft hervorgerufen durch zuviel Eisenvolldünger oder reinen Eisendünger. Ein Magnesiummangel kann ebenfalls die Ursache sein, da durch zuwenig Magnesium die Pflanzen nicht in der Lage sind, Eisen aufzunehmen und Chlorophyll zu bilden. Dadurch reichert sich der Eisengehalt im Wasser an und steht den Algen zur Verfügung.
Diese Algen wachsen meist auf Blättern von langsam wachsenden Pflanzen, Dekorationsgegenständen oder dem Substrat. Hierbei verankern sie sich mit speziellen Basiszellen auf diesen Gegenständen und können mechanisch nicht mehr ganz entfernt werden, da man es nicht schaffen würde jegliche Zellen der Alge zu entfernen. Aus diesem Grund sollte man dazu tendieren befallene Blätter zu entfernen und die Dekorationsgegenstände aus dem Wasser zu nehmen und zu reinigen (in kochendes Wasser einlegen und danach mit kaltem Wasser abschrecken und mechanisch säubern). Alternativ lässt sich die Alge prima mit lokaler Behandlung durch Easy Carbo oder Wasserstoffperoxid vernichten (Verweis auf die beiden Behandlungsmethoden). Schon nach wenigen Tagen verfärbst sich die Alge erst rosa, dann grau/weiss und stirbt dann ab. Algenfresser wie die Amanogarnele oder siamesische Rüsselbarben helfen, die Pinselalgen im Zaum zu halten.

In Becken ohne oder nur mit wenig CO2 Zugabe kann man durch CO2 Düngung die Biogene Entkalkung der Algen verringern bis ausschalten, was sie dann wiederum schmackhafter für Algenfresser macht. Ansonsten hilft das CO2 den Pflanzen ebenfalls beim Wuchs und sollte neben dem Einsetzen von gesunden schnellwachsenden Stengelpflanzen genutzt werden um die Rotalgen zu bekämpfen. Durch konstante CO2 Zufuhr sollte man das Problem lösen können.

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Liebe Grüße,
Aram
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Postby nik » 06 Aug 2012 08:22
Hi Aram,

ausgerechnet den Rotalgen kommt man gut über Nährstoffe bei. Dazu gehören aber auch die Nährstoffe beeinflussenden Faktoren, wie die mögliche "Filterleistung" von gröberem Bodensubstrat und der Filterung selbst. Üppigere Filterleistung, egal wie sie zustande kommt, begünstigt allgemein Rotalgen. Das und die vollständige Nährstoffversorgung sind die wichtigen Punkte bei deren Bekämpfung. Wenn über niedrige Fe- oder hohe CO2-Gehalte irgendwelchen Problemen aus dem Weg gegangen werden muss, dann sind das allgemeine Probleme. Algen sind dann nur Symptom.

Jetzt muss ich mir erst mal eine reine in-vitro Bepflanzung ansehen. Das könnte in einem Punkt gravierenden Einfluss bezüglich meiner Sicht auf Mikroflora haben.

Mg und Fe haben bei der Aufnahme durch die Pflanze keine sonderlichen Wirkungen aufeinander. Mg ist das Zentralatom vom Chlorophyll und wenn das mangelt, dann äußert sich das in einer Chlorose. Chlorosen mit gleichen Ursachen sehen schon bei verschiedenen Pflanzen unterschiedlich aus. Bei manchen Arten bleiben die Nährstoffbahnen der jüngeren Blatter grün, also ein Christbaum mäßiges Erscheinungsbild, bei anderen wird das ganze Blatt hell.

flashmaster wrote:
Du hast aber Recht, das Bild zeigte mind. einen deutlichen Stickstoffmangel. Das Becken war zeitweise vernachlässigt. Das war aber zur Zeit der Bepflanzung nicht das Problem.


das war aber genau das Problem , warum das UG erst mal eingegangen ist bzw nicht losgelegt hat :)
UG braucht dringend genügend Stickstoff erst mal um loszulegen , wenn es den bekommt bildet es u.a. auch keine oder nur kaum Fangblasen aus , so jedenfalls meine Erfahrung.

Siehst du eine Fangblase? Die hat idR. so fett in Stickstoff gestanden, dass die nie welche ausgebildet hat. Zu der Zeit war das Becken vernachlässigt. Das ist was anderes als nachlässig düngen oder keine sonderlichen Absichten mit den Pflanzen verfolgen, wie bei diesem Becken, denn dann dünge ich bequemerweise außer Phosphat, das ist schon üppig im LW, alles ziemlich reichlich - d.h. mind. doppelte Dosis. Die U. g. ist anfänglich in durchaus ordentlichem Tempo einfach zerfallen und nicht irgendwie verhungert. Vermutlich hat das nicht entfernte Nährmedium eine Rolle gespielt.

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Postby flashmaster » 06 Aug 2012 10:13
Hy Nik

ok , so genau habe ich das Bild nicht betrachtet ;) , ich bin von deiner Aussage "Stickstoffmangel" ausgegangen
und dachte dieser wäre auch beim setzen vorhanden gewesen .

aber du hast recht , an dem nicht ganz entfernten Nährmedium könnte es wirklich auch gelegen haben .
jetzt wo du es ansprichst , mir fällt grad ein , ein Topf HCC ist mir auch fast komplett eingegangen
und das war auch, als ich aus Bequemlichkeit mal das Nährmedium nicht komplett ausgespühlt hatte .
ist also durchaus denkbar das es darann lag .
Lg Bryan
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Postby Arami Gurami » 06 Aug 2012 12:06
Hallo zusammen,
habe jetzt mal am Vorwort herumgebastelt. Darin sind eher grundlegende Sachen enthalten, die ja Nik vor allem moniert hat.
Ich denke, daß es besser ist, diese Sachen im Vorwort zu erwähnen, anstatt dann für jede einzelne Algenart extra. Der Anfang sähe dann also so aus:

Wodurch enstehen Algen im Aquarium?

Grundsätzlich sollten einem zunächst zwei wichtige Sachen klar sein.

Zum einen spielt der Faktor eine Rolle, wie Algen(sporen) ins Aquarium gelangen.
Viele Algenarten die in Aquarien auftauchen, sind nicht einheimische Arten, sondern stammen aus den Tropen bzw. Subtropen. Nicht alle Algen werden also durch das Leitungswasser übertragen. Meist werden Algen und deren Sporen durch belastetes Wasser (z.B. aus dem Fischtransportbeutel), Mulm aus anderen Becken, Dekorationsgegenstände, Werkzeuge (Kescher, Pinzetten, etc.) und vor allem gekaufte Wasserpflanzen eingeschleust. Um den Einfluss diesen Faktors zu minimieren, sollten alle erworbenen Sachen möglichst steril bzw. algenfrei sein. Gerade in punkto Wasserpflanzen kann man dabei prima auf die sogenannten Invitro Pflanzen zurückgreifen. Dies sind unter Laborbedingungen steril gezüchtete Pflanzen frei von Algensporen, Pestiziden, Düngerückständen und Parasiten wie z.B. Planarien.
Da sich in einem einlaufenden Aquarium sich erst mal nützliche Bakterien ansammeln müssen, ist eine relativ sterile Umgebung natürlich etwas kontraproduktiv. Um die sich entwickelnde Mikroflora zu unterstützen, kann man das Becken natürlich mit bakterienfördernden Präparaten (Starterbakterien) animpfen. Mulm oder auch Biofilm über Pflanzen aus stabilen, algenfreien Becken eignen sich dafür. Auch mit EM, Brottrunk oder Gerstenstrohpellets haben einige Aquarianer gute Erfahrungen gemacht.

Zum anderen geht es nun darum, welche Faktoren denn nun Algenwuchs im Aquarium begünstigen.
Dabei spielt in der Regel ein Nährstoffungleichgewicht eine Rolle. Deswegen ist eine ausgewogene Nährstoffversorgung der Pflanzen wichtig, um den Algen Paroli bieten zu können. Gesund wachsende Pflanzen können durch deren Allelopathie Algen und Cyanobakterien zurückdrängen. Algen haben leider den Vorteil, Nährstofflücken gut ausnutzen zu können, Pflanzen dagegen nicht so sehr und stagnieren daher dann im Wuchs (Liebig'sches Minimumgesetz).

Filterung, Strömung und Bodengrund:
Ebenso wichtig wie die Düngung an sich sind die Nährstoffe beeinflussende Faktoren wie Filterung, Strömung und Bodengrund. Eine gute Strömung ist hilfreich, um die Nährstoffe gut und gleichmäßig im ganzen Becken zu verteilen. Ist der Filter nicht stark genug, kann man prima auf Strömungspumpen z.B. aus dem Meerwasserbereich zurückgreifen. Der Filter sollte nicht mit nährstoffbindenden Materialien oder sogenannten Hochleistungsfiltermedien (z.B. Sinterglas, Zeolith, Substrat Pro) bestückt werden, um den Pflanzen eine gute Nährstoffversorgung zu gewährleisten. Pflanzenbecken bzw. Aquascapes besitzen in der Regel durch Pflanzen und Dekorationsmaterialien genügend Oberfläche für sessile Bakterien, die den Schadstoffabbau im Sinne des Stickstoffkreislaufes betreiben. Insofern sind Filtermaterialien wie diese Hochleistungsfiltermedien sowie eine Vollbestückung des Filters nicht nötig. Ein nur mit wenigen Schaumstoffmatten bestückter Filter ist in der Regel völlig ausreichend. Selbst nahezu filterlose und nur mit Strömungspumpen betriebene Becken sind hierbei möglich, solange die Besatzdichte entsprechend niedrig bleibt (Geringfilterung).
Auch die Art des Bodengrundes nimmt Einfluss auf die Nährstoffsituation im Beckens. Hier bei sei erwähnt, dass sich feiner Sand im Prinzip eher für eine richtige Geringfilterung eignet. Grobkörnigeres Substrat kann mit langer Laufzeit dazu neigen zu vermulmen und es können sich eventuell unerwünschte Nährstoffdepots im Bodenmulm ansammeln, die sich rücklösen können.
Ebenso können sich in hohen Substratschichten unerwünschte anaerobe Zonen bilden, in den es zur Denitrifikation und somit zum Nährstoffabbau kommen kann.
Viele Aquascaper nehmen aber die Nachteile eines grobkörnigeren Substrates in hoher Schichtung in Kauf, um zum einen die Vorteile eines Soilbodens zu nutzen, und zum anderen die für die Optik wichtige Tiefenwirkung durch starken und hohen Substratanstieg zu erlangen.

Zu den verschiedenen Algentypen im Einzelnen:

Pinselalgen (Rotalgen):
Diese Algen lassen sich gut identifizieren, indem man einige entfernt und in hochprozentigen Alkohol einlegt. Die vorher dunkelgrau bis schwarz aussehenden Algen färben sich nach einiger Zeit rot.
Bei dieser Algenart handelt es sich um einen sehr widerstandsfähigen Zeitgenossen, der nur durch drastische Maßnahmen und Zeit zu besiegen ist. Das Aufkommen der Alge ist oft ein Indiz dafür, dass die Mikroflora des Beckens noch nicht stabil ist. Nicht selten ist sie deshalb in einlaufenden Becken zu finden.
Meist herrscht ein Ungleichgewicht im Bereich Eisen und Spurenelemente, oft hervorgerufen durch zuviel Eisenvolldünger oder reinen Eisendünger. Ein Magnesiummangel kann ebenfalls die Ursache sein, da durch zuwenig Magnesium die Pflanzen nicht in der Lage sind, Eisen aufzunehmen und Chlorophyll zu bilden. Dadurch reichert sich der Eisengehalt im Wasser an und steht den Algen zur Verfügung.
Diese Algen wachsen meist auf Blättern von langsam wachsenden Pflanzen, Dekorationsgegenständen oder dem Substrat. Hierbei verankern sie sich mit speziellen Basiszellen auf diesen Gegenständen und können mechanisch nicht mehr ganz entfernt werden, da man es nicht schaffen würde jegliche Zellen der Alge zu entfernen. Aus diesem Grund sollte man dazu tendieren befallene Blätter zu entfernen und die Dekorationsgegenstände aus dem Wasser zu nehmen und zu reinigen (in kochendes Wasser einlegen und danach mit kaltem Wasser abschrecken und mechanisch säubern). Alternativ lässt sich die Alge prima mit lokaler Behandlung durch Easy Carbo oder Wasserstoffperoxid vernichten (Verweis auf die beiden Behandlungsmethoden). Schon nach wenigen Tagen verfärbst sich die Alge erst rosa, dann grau/weiss und stirbt dann ab. Algenfresser wie die Amanogarnele oder siamesische Rüsselbarben helfen, die Pinselalgen im Zaum zu halten.

In Becken ohne oder nur mit wenig CO2 Zugabe kann man durch CO2 Düngung die Biogene Entkalkung der Algen verringern bis ausschalten, was sie dann wiederum schmackhafter für Algenfresser macht. Ansonsten hilft das CO2 den Pflanzen ebenfalls beim Wuchs und sollte neben dem Einsetzen von gesunden schnellwachsenden Stengelpflanzen genutzt werden um die Rotalgen zu bekämpfen. Durch konstante CO2 Zufuhr sollte man das Problem lösen können.
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Postby Aquariophilo » 06 Aug 2012 13:13
Hi Aram,

finde ich sehr gut wie Du hier den Spagat zwischen den verschiedenen "Weltanschauungen" der Filterung und der Art, Becken zu betreiben, meisterst. Das gibt Anfängern auf jeden Fall einen guten Überblick.
Vielleicht könnte man die entsprechenden Schlagworte, unter denen man im Flowgrow mit der Suche weiterführende Infos findet, wie zum Beispiel Geringfilterung etc. hervorheben und kennzeichnen. So kann man, ausgehend vom Ratgeber, zu interessanten zusätzlichen Informationen oder Diskussionen gelangen.
Sieht sehr vielversprechend aus :thumbs:
Dein Einsatz ist echt zu loben :tnx:

Liebe Grüße
Stefan
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Stefan

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Postby Hauerli » 07 Aug 2012 07:45
tres bien tres bien , mehr hab ich da nicht dazu zu sagen ^^
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Grüße,
Max
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