Hallo Heiko,
HeikoBMW hat geschrieben:Hallo Nic,
Ich erwarte mir:
- riesengrosse Bakterienbesiedelungsfläche
nächste Frage: Wozu?
Das ist genau mein Eindruck: je mehr Filterleistung, um so besser. Dem ist in einem Pflanzenbecken sicher nicht so!
- keinen Mulm mehr im Sand
Normalerweise kriegt man gar keinen Mulm in den Sand. Mit der Zwangsdurchströmung gelangt Biomasse in Form von Biofilm in den Sand. Der Sand kann von unten verkleben, das Wasser wird sich an wenigen Stellen den Weg des geringsten Widerstands suchen und die schöne Idee ist futsch.
- deshalb kein verkleben von Sand und Mulm zu "Beton"
Das liegt am Sand. Ein gewaschener, feuergetrockneter Quarzsand in einer günstigen Körnung von 0,4-0,8mm macht das nicht. Ich habe ein Becken nach 10 Jahren aufgelöst und der Sand war in einem geradezu appetitlich frischen Zustand.
- dadurch keine Faulprozesse im Boden mehr
siehe oben. Ein geeigneter Sand fault nicht.
- kein Hitzestau am AQ- Boden (mir ist schon mal ein kleines Becken vermutlich a. G. dessen gerissen)
Die Bodenheizung mit dem ganzen verbalen Gedöns der Anbieter wird von näherungsweise keinem intensiven Pflanzenaquarianer verwendet. Das Geld lässt sich leicht sinnvoller investieren.
- besserer Pflanzenwuchs weil lockeres Substrat
Aber nicht wegen der Zwangsdurchströmung, sondern weil (geeigneter) Sand sowieso ein ausgezeichnetes Pflanzsubstrat ist.
Weshalb fassungslos? Erstaunt oder verwundert versteh ich ja noch!
Ich meine das ernst! Da steckt ganz offensichtlich der Gedanke dahinter "viel hilft viel". Du machst dir einen Kopf um einen günstigen Betrieb und stellst die Weichen schnurstracks in Richtung Desaster!
Selbstverständlich hättest du sinnvollerweise erwähnen können, dass das eine Forellenzucht

mit entsprechendem hohem organischen Eintrag (Futter) wird, trotzdem könntest du mal im Flowgrow nach "Geringfilterung" suchen, dann wird klar warum ich dein Vorhaben bezüglich Pflanzen für so gruselig halte, so sehr, dass ich beinahe nichts dazu geschrieben hätte!
Das mag sich krass lesen, ich kann für dich nur hoffen, dass das nicht funktioniert. Wird es wahrscheinlich sowieso nicht.
Ich habe übrigens selbst Erfahrung mit Bodenfilterung.
Denke mal über "angemessene" Substratfilterung nach. Über deine exzessive Substratfilterung nimmst du unerwünschten Einfluss auf die Düngung. Das kriegst du nicht mehr geregelt. Du installierst eine Nährstofffalle, weißt nicht mehr, inwieweit von dem, was du an Dünger zugibst, noch bei den Pflanzen ankommen kann, schaffst dir Nährstoffdepots, z.B. in Fe, PO4, etc. die du gar nicht mehr beurteilen kannst. Für eine kontrollierte Düngung ist das der GAU. Das steuert schnörkellos auf Pflanzen- und Algenprobleme zu.
Substratfilterung ist im Grunde ausgesprochen einfach. Es gilt eine ausreichende Nitrifikation - im Sinne der Vermeidung von Nitrit - zu gewährleisten und was darüber hinaus geht, ist ein mögliches Problem für den mühsam ausgeklügelten, zugegebenen Nährstoffcocktail. -> "Geringfilterung", das beschreibt eine relative Filterung im Sinne von nur soviel Filtersubstrat wie notwendig.
Ich betone mal den freundlichen Gruß, Nik
