| Beschreibung: | Microsorum pteropus (Blume) Copel., der Javafarn, auch bekannt als Schwarzwurzel-, Stufen- oder Etagenfarn, wächst an unzähligen Standorten im tropischen und subtropischen Asien. Meistens kommt er auf Gestein oder Holz an und in Bächen und Wasserfällen vor. Manche Populationen wachsen ständig untergetaucht, andere terrestrisch auf feuchtem Waldboden.
Der Javafarn ist eine sehr verbreitete, populäre Pflanze in der Aquaristik und wird von den meisten Aquariengeschäften angeboten. Vor etwa 40-50 Jahren kam er u.a. unter der irrtümlichen Bezeichnung Leptochilus decurrens in den Handel, die kein Synonym von M. pteropus, sondern der Name einer anderen Farnart ist.
M. pteropus ist eine sehr variable Art. Die verschiedenen Formen können sich in Größe und Blattform so sehr voneinander unterscheiden, dass man sie für verschiedene Arten halten könnte. Lange Zeit war nur die großwüchsige, breitblättrige "Standardform" in Kultur, doch in neuerer Zeit ist, neben den bekannten Sorten 'Tropica' und 'Windelov', eine Vielzahl von meist relativ kleinwüchsigen und schmalblättrigen Javafarn-Varianten eingeführt worden.
M. pteropus ist eine der am einfachsten zu haltenden Aquarienpflanzen und daher eine perfekte Einsteigerpflanze. Ihre einfache Haltung und die Möglichkeit, sie auf Steinen und Wurzeln zu kultivieren, haben sie zu einer festen Größe in der Aquaristik werden lassen. Mäßige Lichtstärke reicht völlig aus, bei schwächerem oder stärkerem Licht wächst Javafarn ebenfalls gut. Wie auch Anubias bildet Microsorum pteropus ein kriechendes Rhizom, an dem die Wurzeln und Blätter sitzen. Dieses Rhizom kann auf Steinen oder Wurzelholz festgebunden werden und heftet sich nach einigen Monaten mit seinen Wurzeln fest. Die Pflanze kann z.B. auch mit Gummisaugern an der Rückwand oder den Seitenwänden befestigt werden. In Zuchtbecken wird der Farn zusammen mit Javamoos oft frei treibend verwendet.
Möchte man M. pteropus ins Substrat einpflanzen, sollten nur die Wurzeln flach in den Boden gesteckt werden, nicht jedoch das Rhizom, da es sonst faulen würde. Die Pflanze kann auch mit Pflanzennadeln oder Steinen auf dem Bodengrund fixiert werden, ohne die Wurzeln einzugraben.
Düngung und auch CO2-Zufuhr sind nicht vonnöten, jedoch ist Wasserbewegung sehr förderlich. Die emerse Kultivierung des Javafarns in Terrarien und Paludarien ist sehr einfach, solange das Substrat lediglich feucht gehalten wird.
Die Vermehrung kann durch Teilung des Rhizoms geschehen, indem man dieses mit einer scharfen Schere oder einem Messer durchtrennt. Man kann es auch einfach in Stücke brechen. Zusätzlich bildet Microsorum pteropus regelmäßig Tochterpflanzen an der Unterseite und Spitze der Blätter und in geringerem Maß auch an den Wurzeln. Man kann die Entwicklung der Tochterpflanzen an einem Blatt forcieren, indem man dieses von der Pflanze abschneidet und/oder die Blatt-Mittelrippe knickt. Möchte man die Jungpflanzen auf Wurzelholz oder Steinen ansiedeln, kann man auf diese einfach abgeschnittene "Mutterblätter" aufbinden.
Wenn man die Jungpflanzen an der Mutterpflanze belässt, entwickelt sich mit der Zeit ein üppiger Bestand aus mehreren Pflanzen-Generationen übereinander (daher die Bezeichnung "Etagenfarn"), der mit seinem dichten Blattwerk und dunklen Wurzelgeflecht Fischen reichlich Versteckplätze und Reviermöglichkeiten bietet.
Mit seiner Fähigkeit, an Stellen im Aquarium zu wachsen, an denen andere Pflanzen keinen Halt finden, bietet der Javafarn viele Gestaltungsmöglichkeiten. Besonders gut entfaltet Microsorum pteropus seine Schönheit auf einer Wurzel im Mittel- oder Hintergrund des Beckens. |