| Beschreibung: | Limnophila hippuridoides, der Tannenwedelähnliche Sumpffreund, ist seit einigen Jahren unter verschiedenen Bezeichnungen im Handel: "Limnophila aromatica", "L. aromaticoides", "L. hippuroides" (falsche Schreibweise) und sogar "Gratiola officinalis" (eine völlig andere Art). L. hippuridoides ist auf der Malaiischen Halbinsel (Malakka) heimisch und steht L. aromatica und L. aromaticoides sehr nahe. In botanischer Literatur wird sie bisher aber als eigene Art behandelt. Von den beiden anderen Arten unterscheidet sie sich vor allem in einigen Blüten- und Fruchtmerkmalen. Aber auch in der submersen Form sind Unterschiede erkennbar (nach Kasselmann 2010):
- Limnophila aromatica: 2-3 Blätter pro Stängelknoten, Färbung unterschiedlich, in Rottönen oder grün (formenreiche Art).
- Limnophila aromaticoides (gilt oft als Synonym von L. aromatica): 3-8 Blätter pro Stängelknoten, Pflanze rein hellgrün gefärbt.
- Limnophila hippuridoides: 6-8 Blätter pro Stängelknoten, Färbung rötlich bis kräftig dunkelrot.
Wie bei den beiden anderen Arten riechen zerriebene Blätter von L. hippuridoides mehr oder weniger deutlich aromatisch.
Licht ist der wichtigste Aspekt bei der erfolgreichen Kultur von L. hippuridoides, aber auch der Nährstoff- und Kohlendioxid-Bedarf sollte nicht unterschätzt werden. Zugabe von CO2 und ausreichende Levels von Nitrat, Phosphat und Mikronährstoffen sind notwendig. Besonders Eisen ist für eine gute Ausbildung der Farben und für das Wachstum wichtig. Ein nährstoffreiches Substrat (z.B. ADA Aquasoil) wird das Wachstum beschleunigen, denn diese Art entwickelt häufig ein ausgeprägtes Wurzelsystem. Ein geringes Nitratlevel oder ein Überschuss an Phosphat bringen gewöhnlich die schönsten Farben hervor.
Erreicht L. hippuridoides die Wasseroberfläche, werden häufig emerse Blätter gebildet. Die Pflanze kann auf einem feuchten Substrat, z.B. Lehm, gut emers kultiviert werden und entwickelt dann bei viel Licht oft auch ihre hübschen violetten Blüten.
Über Kopfstecklinge lässt sich L. hippuridoides am einfachsten reproduzieren, und auch eine Vermehrung durch Aussaat der Samen auf nassem Lehm ist möglich. Man sollte darauf achten, die einzelnen Stecklinge dieser großen Stängelpflanze so zu setzen, dass sie einander nicht beschatten. Ein Abknipsen der Triebspitze führt zu einem buschigen Aussehen, denn es entwickeln sich dann zahlreiche Seitentriebe.
Bei viel Licht nimmt der Tannenwedelähnliche Sumpffreund eine erstaunliche dunkelrote Färbung an und ist dann beim Aquascaping als Fokuspunkt eines großen Beckens am wirksamsten. Besonders schön macht er sich gegen einen dunklen Hintergrund oder im Kontrast zu kleinblättrigen, hellgrünen Pflanzenarten. Auch z.B. vor einer Kulisse von Vallisneria spp. kann L. hippuridoides außerordentlich schön sein. |