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Callitriche sp.

Hier können neue oder auch besondere Wasserpflanzen vorgestellt werden und über diese diskutiert werden.

Beitragvon SamG » 01 Dez 2011 17:52

Hallo zusammen,

ich habe in einem Fluss welcher eine Temperatur von 6 C hat, diese Pflanze gefunden.

sie bildete dort eine Fläche von ca. 2 Quadratmetern.

Meine Frage ist: Kann das die Rotala spec. Green sein, wenn nicht welche dann?

Sie ist zierlicher als die Rotundifolia und verzweigt sich öfters.
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Gruß Sam
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Beitragvon Sumpfheini » 01 Dez 2011 19:12

Hallo Sam,

ich nehme mal an, der Fluss liegt nicht irgendwo in Asien :wink:
Rotalas wären bei uns (Mitteleuropa) höchstens verwildert in Thermal- oder sonstwie aufgeheizten Gewässern zu finden. ([edit]Falls der Fluss im Winter nicht viel kälter als 6 °C wird, könnte ich mir aber vorstellen, dass R. rotundifolia dort überwintern könnte.)
Zufall: eben habe ich in einem anderen Thread was über Callitriche (Wasserstern) geschrieben - und nun sehe ich hier eine :D
Mit der Gattung bin ich mir zwar sicher, aber Callitriche-Artenbestimmung ist schwierig und ohne Blüten oder Früchte oft praktisch unmöglich. Die Pflanzen blühen und fruchten, wenn die Stängel die Oberfläche erreichen und Schwimmrosetten bilden. Ob sie nicht nur im Freiland, sondern auch im Aq. Früchte ansetzen, weiß ich nicht.

Ich hatte mal in den 90ern ca. 3 Jahre lang eine unbestimmte Wasserstern-Art im Aquarium, die mich im Nachhinein auch ziemlich an die Rotala sp. "Green" erinnert. Ich hatte sie in einem Tümpel am Ausfluss des Mulde-Stausees (Sa.-Anhalt) gefunden. Ging mir zuletzt wg. CO2-und Nährstoffmangel ein, wäre aber sicher weitergewachsen, wenn ich nicht geschludert hätte. Die Stängel wuchsen tlw. waagerecht bis hängend. Die blieb gut unter Wasser, eine andere Callitriche-Art wuchs schnell zur Oberfläche und bildete Schwimmrosetten.

Mglw. eignet sich deine C. auf die Dauer gut als Aquarienpflanze; wenn du möchtest, kannst du uns auf dem Laufenden halten!

Gruß
Heiko
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Beitragvon SamG » 02 Dez 2011 00:01

Hallo Heiko,

nein der Fluss liegt nicht in Asien :D
Daher fand ich es auch ein wenig seltsamm wie ähnlich sie auf den Fotos der R. spec. Green sieht. Ich hatte noch nie eine R. Green also auch keinen Vergleich.
So so, eine Callitriche ist das also.

In dem Fluss hatte sie das gesamte Ufer bewachsen, das sah wirklich toll aus.
Villeicht komm ich da nochmal vorbei dann kann ich Fotos machen.

Sumpfheini hat geschrieben:Mglw. eignet sich deine C. auf die Dauer gut als Aquarienpflanze; wenn du möchtest, kannst du uns auf dem Laufenden halten!

Gruß
Heiko


Das kann ich natürlich machen. :thumbs:

Jetzt ist sie seit zwei Tagen im aq und hat sich schon gut aufgerichtet, perlen tut sie auch sehr stark. Binn gespannt wie es weiter wächst.
Gruß Sam
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Beitragvon bruce » 02 Dez 2011 01:14

Hi!

Hatte mal eine identisch aussehende Pflanze auch im Winter aus einem Bach entnommen. Ist aber sicher keine Rotalart, irgendetwas einheimisches. Hatte das mal recherchiert, leider aber mittlerweile wieder vergessen. Die wucherte bei mir jedoch so stark, dass sie irgendwann wieder rausflog.

Was ich grad noch auf dem Bild seh. Sie neigte bei mir ebenso zu sehr starker Bildung von Seitentrieben. Meiner Meinung nach eine sehr schoene Alternative fuer die Rotala spec. Green, wenn man nicht so viel Licht zur Verfuegung hat.
Liebe Grüße,
Bruce
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Beitragvon Sumpfheini » 02 Dez 2011 10:01

Hi zusammen,

mir schwirren ja immer Ideen in Richtung "Kalt"wasser-Pflanzenaquaristik und -Aquascaping im Kopp rum. Wenn von einheimischen oder aus anderen kälteren Zonen stammenden Pflanzen die Rede ist, wird es meistens mit Low-Tech und Biotopaquarien assoziiert. Aber intensive Beleuchtung usw. und jeglicher Gestaltungsstil müssten auch in der "kalten" Variante (wie immer man auch Kaltwasser-Aq. definiert) möglich sein. Die Pflanzenauswahl wäre keineswegs auf wenige Arten begrenzt, auch viele der handelsüblichen Aquarienpflanzen und gerade für das Aquascaping wichtige Arten sind nicht tropisch. Z.B. Pflanzen aus dem südlichen Nordamerika oder auch bei uns heimische wie Nadelsimse, Hottonia oder Elatine hydropiper, oder Arten aus Neuseeland und Australien wie Glosso.

@Bruce: das wird IMO mit Sicherheit auch eine Callitriche-Art gewesen sein.

Falls sich mal jemand vor Callitriche-Bestimmungsmerkmalen gruseln möchte: hier ab S. 34
http://www.mugv.brandenburg.de/cms/medi ... kroph1.pdf
Hauptseite: http://www.mugv.brandenburg.de/cms/deta ... .416666.de

Die Amerikaner haben eine in den USA heimische Callitriche als Aquarienpflanze entdeckt:
pflanzen/Callitriche-terrestris-343.html

Gruß
Heiko
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Beitragvon SamG » 02 Dez 2011 17:49

Hallo,

@Bruce: Ja diese Art scheint auch recht schnellwüchsig zu sein, seit heute Morgen ist sie rund 1cm gewachsen :eek: .
Sowas habe ich bis jetzt noch nicht gesen.

Am Morgen wenn sie noch nicht von den Luftbläschen aufgerichtet wird, wachst sie fast horizontal.
Die neuen Triebe sind leicht gelblich.
Wenn sie weiter so wächst werde ich sie stark zurückschneiden und versuchen das sie schön buschig wird.

@Heiko: Das mit dem kaltwasser Naturaquarium ist mir auch schon mal durch den Kopf gegangen, ein aq auf dem Balkon oder so..., da hätte mann aber glaube ich mit Eisbildung zu kämpfen. Vileicht in einem Wintergarten?
Pflanzen gäbe es dafür glaube ich genug.
Gruß Sam
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Beitragvon Sumpfheini » 02 Dez 2011 19:02

Hallo Sam,

Am Morgen wenn sie noch nicht von den Luftbläschen aufgerichtet wird, wachst sie fast horizontal.
Das erinnert mich sehr an die Callitriche vom Muldestausee, die ich mal hatte.
Wenn die anhaltend gut wächst, könnte man den Thread mal in "Neue und besondere Wasserpflanzen" verschieben, mit der Überschrift Callitriche sp.
Ich hatte noch nie eine R. Green also auch keinen Vergleich.
So so, eine Callitriche ist das also.
Die Rotala sp. "Green" ist insgesamt kräftiger als Callitriche, mit etwas dickeren Stängeln und breiteren Blättern. Die ist sehr wahrscheinlich eine Form von Rotala rotundifolia, und abgesehen von der rein grünen Färbung hat sie vom Habitus her große Ähnlichkeit mit Rotala sp. "Colorata" und R. sp. "H'Ra", die höchstwahrscheinlich ebenfalls zu R. rotundifolia zählen.
[edit]Also ähnliche Unterschiede wie du sie zw. deiner R. rotundifolia und der Callitriche festgestellt hast.

Gruß
Heiko
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Beitragvon SamG » 03 Dez 2011 18:05

Hallo Heiko,

Sumpfheini hat geschrieben:Wenn die anhaltend gut wächst, könnte man den Thread mal in "Neue und besondere Wasserpflanzen" verschieben, mit der Überschrift Callitriche sp.

Ja das währe passender.

Die Callitriche hat heute die Oberfläche erreicht also habe ich sie geschnitten und an einen schattigen Ort gepflanzt, mal sehen wie sie sich da entwickelt.

Ich binn wieder an dem Fluss vorbei gekommen, zufällig natürlich :D , und habe ein Foto gemacht.
Zufällig habe ich dort noch einpaar andere hübsche Pflänschen gefunden :D . Die werden aber erst gezeigt wenn ich mir sicher binn das sie auch wachsen.

Und hier das Foto:
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Gruß Sam
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Beitragvon bruce » 03 Dez 2011 18:28

Hi!

Ja genauso sieht sieht sie auch aus, wo ich sie fand. Sie bildet dort sehr dichte Bestände. Falls jemand Interesse hat, ich geh da ab und zu mal spazieren.
Liebe Grüße,
Bruce
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Beitragvon SamG » 08 Dez 2011 15:57

Hallo,

Zeit für ein update.

Die Pflanze entwickelt sich immer noch gut. Nach dem Kürtzen hat sie jedoch ersteinmahl gebraucht bis sie weiterwuchs.
Die neugesteckten Triebe sind aber normal weitergewachsen obwohl sie eher im Schatten stehen, sie wachsen fast am Boden entlang. Ich möchte meinen die Blätter sind leicht kleiner geworden die Farbe ist aber immernoch sehr frisch grün.

Im Frühling bekomme ich sie bestimmt dazu emers zu wachsen, momentan fehlt dazu innen der Platz.
Gruß Sam
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Beitragvon Sumpfheini » 08 Dez 2011 17:53

Hi Sam,

danke für das Update; habe jetzt mal das Thema verschoben; auch wenn deine Callitriche nicht unbedingt die gleiche Art sein muss wie meine damals, denke ich schon, dass man sie als geeignete Aquarienpflanze ansehen kann.
Kann mich erinnern, dass ich noch früher einige Zeit eine Callitriche vom Berliner Stadtrand hatte (könnte C. hamulata gewesen sein), die langsamer und deutlicher kriechend wuchs als später die vom Muldestausee.

Emers sind die Wassersterne oft geradezu winzig im Vergleich mit den Wasserformen, und flach auf dem Substrat kriechend. Blüten und Früchte bilden sie auch in (flachem) Wasser, wenn sie Schwimmrosetten entwickeln. Einige Arten wie C. hermaphroditica (möchte ich mal im Aq. probieren) blühen und fruchten völlig submers und bilden keine Schwimmblätter.

Gruß
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Beitragvon Heiko-68 » 08 Dez 2011 18:42

Hallo Heiko,

Sumpfheini hat geschrieben:... Ich hatte sie in einem Tümpel am Ausfluss des Mulde-Stausees (Sa.-Anhalt) gefunden. ...


das liegt ja bei mir um die Ecke. Ich hoffe, das das nächste Jahr besser wird und ich mehr Zeit finde. Dann könnte ich mich da ja mal umsehen. Es gibt dort aber sehr viele Tümpel und Seen um Umkreis. :shock:

Gruß
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Beitragvon Sumpfheini » 08 Dez 2011 22:57

Hallo Heiko,

sehr praktisch :D
Habe auf Gurgel Maps nachgeschaut, an der Stelle sind mindestens 3 Tümpel. Südlich Muldenstein, gleich nordwestlich vom Abfluss des Muldestausees, westl. Bahnhofstr., südlich Bahnhof-/Ecke Kraftwerkstr.
Das Mulde- und Elbegebiet um Dessau usw. ist ja überhaupt eine interessante Ecke, es gibt z.B. tote Flussarme mit Wassernuss (Trapa natans).

Gruß
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Beitragvon SamG » 09 Dez 2011 17:30

Hallo Heiko und Heiko :D ,

hier zwei Bilder von den neu gesetzten Trieben:
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Beitragvon Sumpfheini » 10 Dez 2011 12:55

Hi Sam,

sieht gut aus; auf den ersten Blick würden wohl viele auf Rotala und nicht auf eine heimische Wasserpflanze tippen. Die Blätter haben sich schon der breiteren Schwimmblatt-Form angenähert.
Habe im Moment noch ein paar Stängel von einem weiteren Wasserstern aus der Umgebung von Braunschweig (ich nenne ihn Callitriche sp. "Rieselfelder" :D ), der submers nicht so doll aussieht; wächst schnell zur Oberfläche und bildet dort ziemlich große Schwimmrosetten mit eiförmigen Blättern. Eher was für oben offene Tümpel-/Biotopaquarien o.ä. Noch schnelleres Streckungswachstum von neu gesteckten Oberflächen-Trieben als bei deiner Pflanze.

Gruß
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