Hallo Jens,
vielen Dank für deine Tipps, aber eine Düngung über die Wurzeln scheint mir aus theoretischer und aus praktischer Sicht nicht richtig zu sein. Die Pflanze ist so zart und klein, dass es vermutlich auch mit einer Pinzette kaum möglich ist, Dünger an die Wurzeln zu bekommen, ohne die Hälfte wieder auszupflanzen. Ich glaube auch irgendwo gelesen zu haben, dass die Utricularia nicht sehr dichte und tiefe Wurzeln bekommt. Wenn man den Dünger also so tief einstecken würde, dass sicher ist, dass die Nährstoffe aus dem Boden nicht ausgeschwemmt werden, dann kommt die Utricularia mit ihren Wurzeln vermutlich kaum an die Nährstoffe.
Meines Erachtens spricht gegen die Düngung über den Boden aber auch, dass sie sehr schlecht kontrollierbar ist. Der Nährstoffgehalt des Bodens lässt sich nicht messen, sondern nur durch Mangelerscheinungen bei den Pflanzen schätzen. Gleichzeitig scheint eine Düngung über das Wasser für die meisten Aquarien-Sumpfpflanzen völlig ausreichend zu sein. Im Artikel über den EI heißt es ja auch hier bei Flowgrow:
So genannte Wurzelzehrer profitieren sehr von der Düngung über die Wassersäule und sind mit unter die gefräßigsten Nährstoffverbraucher aus der Wassersäule. Die Wachstumsraten von Echinodorus können gewaltig sein und wuchern schnell das gesamte Becken, über und unter dem Substrat, zu. Starkes Beschneiden und gelegentliches Entwurzeln hilft bei diesen Arten und der Dosierung gemäß des Estimative Index, damit die Pflanzen im Zaum gehalten werden.
(Das heißt aber nicht, dass ich mir nicht für mein nächstes Aquarium vorstellen könnte, ADA-Produkte als Bodengrund zu nehmen. Das ließe sich ja dann mit dem EI kombinieren, wie es heißt. Jedenfalls bin ich bis jetzt eindeutig ein Freund der ausschließlichen Düngung über das Wasser.

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Viele Grüße,
Jan