Hallo Marek,
prima, dass mit dem Test alles hingehauen hat. Dann kann er ja “in Serie gehen“…
Marmax hat geschrieben:...ich glaube ich hab mein Becken jetzt voll vor die Wand gefahren oder ???

Das würde ich so nicht sehen. Dein Becken macht halt gerade noch mal so eine Phase durch und jetzt heißt es, passend zu reagieren.
Deine aktuellen Wasserwerte sehen nicht so rosig aus. PO4 und FE dauerhaft bei 0 ist nicht gut. NO3 könnte durchaus auch ein wenig höher liegen – aber Kalium über 18 mg/l ist in Relation zum Nitrat und vor allem Calcium (10 mg/l im Leitungswasser) ganz schön viel.
Ob Kaliumgehalte weit oberhalb des Nitratgehaltes sinnvoll sind, dazu gab es ja hier im Forum schon einige Diskussionen. Da sind die Lager gespalten. Und das liegt vor allem daran, dass die wenigsten Kalium messen (können). Es wird allenfalls „rechnerisch“ ermittelt und gehofft, dass alles gut geht. Tatsächliche Probleme mit Kalium werden also in den seltensten Fällen erkannt bzw. richtig zugeordnet.
Marmax hat geschrieben:...Kalium Überdüngung - Krüppelwuchs, gar kein Wuchs, Fadenalgen
Krüppelwuchs kann darauf hindeuten, dass Kalium die Aufnahme von Calcium blockiert. Und Calcium ist in deinem LW ist mit nur 10 mg/l ja deutlich unterhalb des Kalium- und Magnesiumspiegels. Hans Georg Kramer schreibt in seinem Buch "Pflanzenaquaristik á la Kramer", dass Kalium optimal auf Höhe des Nitrates stehen sollte und maximal 30 % darüber liegen darf. Ich denke schon, dass da was dran ist. Nach Aussage einiger "Experten" sollen hohe Kaliumwerte auch Fadenalgen begünstigen, wobei da aber von den anderen Nährstoffen natürlich auch genug vorhanden sein muss.
Im KNO3 ist Kalium halt mit knapp 39 % anteilig enthalten. Wenn also der Kaliumgehalt gesenkt werden soll, dann geht das nur über deftige Wasserwechsel und gleichzeitige Nitratdüngung ohne Kalium. Magnesiumnitrat bietet sich da förmlich an, weil man es zur Zeit noch (mit Nachweis) erwerben kann.
Mein Rat: zuerst die Makronährstoffe optimieren, dann die Mikros. Viel Wasser wechseln und so den Kaliumgehalt knapp unter den Nitratgehalt bringen. Nitrat vorübergehend mit Magnesiumnitrat zuführen und bei 15 mg/l halten; Kalium dann bei 12mg/l halten (dass kannst du ja jetzt ganz einfach messen). Vorerst kein Ammonium oder Harnstoff nehmen, denn das lieben auch die Algen. PO4 nur noch stoßweise, da die Pflanzen das gut speichern können - die Algen aber nicht. Calcium über Zugabe von Gips leicht erhöhen. Eisendünger eher soviel, wie unbedingt nötig (gelbe Spitzen an den Pflanzen gerade so vermeiden). Fadenalgen und Blaualgen regelmäßig entfernen. Und ganz wichtig: viel mehr Schnellwachser ins Becken geben wie Trugkölbchen, Eichenblatt und Kleiner Wasserfreund (Hornkraut und Wasserpest kann ich irgendwie nicht mehr hören…

). Die helfen auch ganz erheblich dabei, Kalium zu "entsorgen" - vor allem der Wasserfreund.
Lass insgesamt einfach mal ein wenig Ruhe und Kontinuität ins Becken kommen. Ich denke, dass wird den Fadenalgen den Rest geben.
Viele Grüße,
Werner